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Ein offensichtlicher Gedächtnisverlust

Ein offensichtlicher Gedächtnisverlust

Ein offensichtlicherGedächtnisverlust Zu: „In der Kreis-CDU rumort es" vom 20. November: „Es ist gute demokratische Tradition, unsere Mitglieder bei der Findung der Direktkandidaten einzubinden“, erklärte der CDU-Kreisvorsitzende und Vorsitzende der CDU St.

Ingbert, Stephan Toscani, in einer Presseverlautbarung gegenüber der SZ. Wie bitte?! Wir erinnern uns: Als im Vorfeld zur letzten Oberbürgermeisterwahl in St. Ingbert mit Markus Gestier und Georg Jung parteiintern zwei Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters zur Verfügung standen, wurde ein Antrag, unter den St. Ingberter CDU-Mitgliedern eine Kandidaten-Befragung abzuhalten, von der Parteiführung mit dem fadenscheinigen Argument, solches sei nicht vorgesehen und daher satzungswidrig, rigoros abgelehnt. Offensichtlich leidet Stephan Toscani an Gedächtnisverlust.

Und die CDU-Kreistagsmitglieder Baßler, Engel und Schwan, welche an der Vorgehensweise des Kreisvorsitzenden Kritik übten, wurden mittlerweile zum Rapport einbestellt, um auf Linie gebracht zu werden. Welche Sanktionen folgen werden, bleibt abzuwarten - über den inakzeptablen Umgang der Parteiführung mit langjährigen Mitgliedern, welche sich erlaubt hatten, Toscani auf Mißstände vor Ort hinzuweisen und innerparteilich Kritik geübt haben, hat die SZ mehrfach berichtet. Noch eins draufgesetzt hat Ulli Meyer, der St. Ingberter Ortsvorsteher und gleichzeitig stellvertretender Kreisvorsitzender, als er erklärte, er sei, als er wegen einer Kandidatur - von wem eigentlich? - gefragt wurde, davon ausgegangen, einziger Kandidat zu sein.

Mit Peter Nagel steht eine Persönlichkeit zur Verfügung, die sich seit vielen Jahren auf Kreisebene und im Kreistag betätigt, darunter als Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion und Vertreter des Landrates. Nagel wurde deshalb auch bereits im Frühjahr von der Kreistagsfraktion als Landratskandidat nominiert, zumal er bei vorangegangenen Landratswahlen gegenüber Amtsinhaber Lindemann ins Rennen geschickt wurde. Und all dies soll dem stellvertretenden Kreisvorsitzenden Ulli Meyer völlig entgangen sein?