Ein Klassiker mit Spezialeffekten

Es dürfte nur wenige Kinder geben, die nicht die Geschichte vom Kasperl, seinem Freund Seppl und dem Räuber Hotzenplotz kennen. Die Geschichte von Otfried Preußler gibt es in diesem Sommer auf der Freilichtbühne in Gräfinthal zu sehen.

. Die Kinderstücke der Naturbühne Gräfinthal sind populär. Bekannte Theaterliteratur gekonnt inszeniert ist auch bei nicht konstantem Sommerwetter ein Garant für eine gut besuchte Premiere. So war es auch am Samstagnachmittag, als Otfried Preußlers Klassiker "Räuber Hotzenplotz" auf der Freilichtbühne zum Besten gegeben wurde. Blickt man auf das Stück zurück, beschleicht einen schnell das positive Gefühl, dass noch etwas mehr war als "nur" eine gelungene Aufführung. Richtig: Die Spezialeffekte. Es dürfte schon eine Weile her gewesen sein, dass es dort so viel gezischt und geknallt hat und, das so viele Funken auf der Bühne flogen. Die Kleinen jedenfalls reagierten oft mit "Ahh" und "Ohhh".

Aber die Leute vom Kulturverein Bliesmengen-Bolchen, vor allem die Technik, hat diese mal sogar noch eins drauf gesetzt: Da ist beispielsweise das Schloss des Zauberers Petrosilius Zwackelmann (Martin Birster). Es wird, nachdem Kasperl (Daria Weller) das im Mondschein gepflückte Feenkraut für die Unke (Michaela Jost) gebracht hat und diese sich dadurch in die Fee Amaryllis (Anna Lang) zurückverwandelt hat, nahezu völlig von der Bühne verschwinden. Und dann der Zauberer selbst: Er verabschiedet sich nicht einfach aus der Szene, um nach Buxtehude zu reisen, um dort seinen Freund zu besuchen. Nein, Zwackelmann "schwebt" mit Funkenflug über nahezu die gesamte Bühne. Das war ein Überraschungsmoment.

Von diesem hat man sich gerade erholt, da kommt der nervige Typ nach der Pause gerade in umgekehrte Richtung wieder zurück. Doch lange geht das nicht gut: Er regt sich so lange auf, bis er - Puffpeng - platzt. Zuvor hat er glücklicherweise Räuber Hotzenplotz (Markus Fillgraff) in einen Gimpel verwandelt. Das freut Kasperl (Daria Weller) und Seppl (Yolanda Stabel) tierisch. Nun können sie nicht nur die von Hotzenplotz gestohlene Kaffeemühle der Großmutter (Heidi Schütz) zurückbringen, sondern auch Wachtmeister Dimpfelmoser (Tim Backes), den Verbrecher zur Verhaftung übergeben.

Dank der Wünsche der Fee Amaryllis bekommt auch Kasperl wieder seine schöne, knallrote Mütze wieder, die Hotzenplotz verbrannt hatte. Durch einen weiteren Wunsch verwandelt sich der Räuber wieder vom Vogel im Käfig wieder in einen Menschen.

Logisch, dass sie von den übrigen Schulkindern gefeiert werden und auch die Lehrerin Knübelmüller (Jennifer Heinen) diesen zur Feier des Tages schulfrei gibt. Dann kann Kasperl endlich wieder deren Namen durch mehr als gekonnte Buchstabendreher verunstalten.

Weitere Aufführungen des "Räuber Hotzenplotz": 5., 13., 20., 26. und 27. Juli, 16., 17., 23., 24. 31. August sowie 6. und 7. September.

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