Kolumne: Unsere Woche : Ein Hoch auf den Landrat

Kolumne: Unsere Woche : Ein Hoch auf den Landrat

Ein dreifach’ Hoch auf Landrat Theophil Gallo. Seiner Verlautbarung nach haben seine Bemühungen bei einer künftigen Gestaltung des Kirchheimer Hof in Breitfurt zu einer Lösung für das Herrenhaus und der Orangerie geführt.

Unternehmer Oliver Schmitt, auch Betreiber des Kalkwerks in Rubenheim, werde sich neben der Sanierung der Orangerie nun auch dem Herrenhaus widmen. Rechtlich gibt es keine Handhabe, den Eigentümer verbindlich zu verpflichten, das Herrenhaus gegen den drohenden Zusammenbruch abzusichern, zu erhalten oder zu restaurieren. Deshalb hatte Gallo das Gespräch mit Eigentümer Schmitt gesucht und eine nachhaltige Lösung in Aussicht gestellt. Recht so! Während Blieskastels Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener (CDU) und der Stadtrat kein Entgegenkommen zeigten und in der Schmollecke verharrten, gar vor Gericht zogen, hat Gallo Fakten geschaffen. Wer, bitteschön, kann sich angesichts klammer Kassen denn sonst um den Kirchheimer Hof kümmern? Wer bringt das Geld auf, um lupenrein allen Wünschen der Blieskasteler zu genügen? Bitte sehr, Frau Bürgermeisterin und die Damen und Herren des Stadtrats: Gehen Sie mit gutem Beispiel voran, erschließen Geldquellen, um das Breitfurter Ensemble nicht weiter verfallen zu lassen. Sogar die Schwarzen im Stadtrat haben sich grün lackiert gezeigt, sich vom grünen Koalitionspartner über den Tisch ziehen lassen und konstruktive Gespräche am Runden Tisch verweigert. Und die SPD Blieskastel, sonst Sprachrohr des SPD-Landrats, zeigte auch die kalte Schulter. Bei den Vermittlungsgesprächen Gallos kann man Mauschelei getrost ausschließen. Dass der Chef im Landratsamt und Unternehmer Oliver Schmitt beste Freunde sind, kann man nicht gerade behaupten. Denn Gallo hatte sich bereits im Landratswahlkampf 2014 gegen die Erweiterung des Kalkwerks in Rubenheim positioniert. Umso höher ist nun sein Engagement in Sachen Kirchheimer Hof zu bewerten. Recht hat er, dass er es sehr schade findet, dass man einerseits von einem Eigentümer erwartet, dass er eine Menge Geld in die Hand nimmt, um ein historisches Ensemble zu erhalten, ihm aber andererseits jedwedes Entgegenkommen verweigert. Vor diesem Hintergrund habe er großen Respekt vor dem Eigentümer, der sich auf einen sachlichen Dialog eingelassen habe und sich trotz Querschüssen aus Blieskastel nicht davon abhalten lässt, das Herrenhaus zu erhalten, was er nicht müsste. Liebe Blieskasteler, geht’s künftig nicht ein bisschen pragmatischer?

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