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Kolumne Unsere Woche: Ein guter Grund zu feiern!

Kolumne Unsere Woche : Ein guter Grund zu feiern!

Der erste Schultag. Für uns, im Hause Aubert, wie für viele der etwa 300 Familien mit ABC-Schützen in St. Ingbert eine Premiere. Aufregend. Ein Grund zu feiern. Nur fühle ich neben meiner persönlichen Freude mit meiner Tochter, auch einen gewissen Zwang. Wird doch die Einschulung teilweise gefeiert wie die Erstkommunion oder ein runder Geburtstag. Da wird gleich die ganze Familie eingeladen: Omas, Opas, Tanten, Onkels, die besten Freunde. Im Restaurant ein Tisch für zehn Personen bestellt. Ein Riesenbrimborium.

Für die Einschulung? War das bei mir auch so? Ganz ehrlich? Ich kann mich an meinen ersten Schultag - wenn überhaupt - nur schemenhaft erinnern. An das Gruppenfoto, ja, mit meiner Schultüte zwischen den vielen anderen Kindern und Schultüten. Wobei das wohl nur die Erinnerung an das Bild ist, nicht an den Tag selbst! Die einzige echte, wenn auch nebulöse, Erinnerung ist die an meine Schultüte, die unten ordentlich mit Zeitungspapier aufgefüllt war. Beim Befüllen der Schultüte meiner Tochter musste ich deshalb arg schmunzeln. Denn dieses nimmersatte Ding wollte und wollte einfach nicht voll werden.

Warum mir die Erinnerung an diesen Tag ansonsten nicht präsent ist? Es ist nur der erste Schultag. Einer von ganz vielen, die da noch kommen werden und ganz viele schöne Erinnerungen bereithalten. Und bei uns zuhause war dieser Tag einfach nicht so besonders. Vielleicht lag das auch daran, dass meine Eltern bereits eine Einschulung hinter sich hatten und ihnen nur zwei Jahre später noch eine weitere bevorstand. Jede Einschulung, jeden Schulwechsel groß zu feiern? Nein. Wie sie aber diesen Tag angegangen wären, wäre ich ihr einziges Kind gewesen?

Dass aber dieser Tag nicht groß gefeiert wurde, heißt nicht, dass sie sich nicht gefreut haben. Wir freuen uns ja schließlich auch. Für unsere Tochter, die wie verwandelt ist und voller Tatendrang morgens auf einmal immer die Erste ist und überall schon lächelnd auf mich wartet. Beim Anziehen, Kämmen, Waschen, Frühstück oder beim Zähneputzen. Weil sie es gar nicht erwarten kann. Ihren Schulranzen auf den Rücken zu werfen. Die Schultüre aufzureißen. Ganz stolz den Flur in der Schule entlang zu schreiten. Das Klassenzimmer zu betreten und an ihren Platz zu gehen. Um zu lernen. Als wäre sie in nur einer Nacht groß geworden.

Und das ist doch dann tatsächlich ein guter Grund zu feiern. Deshalb war es auch schön, einen Tisch im Restaurant zu reservieren, und ein kleines bisschen Brimborium zu veranstalten.