„Ein freier und unabhängiger Geist“

„Ein freier und unabhängiger Geist“

Bereits im 8. Jahr bereichert der Kunstraum Max G., Showroom und Kunstgalerie von Max Grand-Montagne, das künstlerische Leben in St. Ingbert. Jetzt hat hier ein Wandel eingesetzt. Denn mit der Künstlerin Mo Fontaine gibt es seit Anfang Oktober eine neue Leiterin im Haus. Und die hat viele Ideen.

Sie fängt in St. Ingbert nicht bei Null an: "Es gibt auch ohne die Baumwollspinnerei verschiedene Initiativen, die bildende Kunst mit Niveau anbieten: Rathaus-Galerie mit Wechselausstellungen, die Beckerturm-Künstler mit ihrer Jahresausstellung jeweils im September, die Galerie Beck, die kontinuierlich Wände bei Pirrung bespielt, die VHS im Kulturhaus und in den neuen Räumlichkeiten in der Kohlenstraße, und natürlich bereits im 8. Jahr der Kunstraum Max G., der von Max Grand-Montagne als Showroom und Kunstgalerie aufgebaut und mit weiteren externen Kunst-Angeboten vervollständigt wurde", sagt die Künstlerin Mo Fontaine, die seit Anfang des Monats den Kunstraum von Grand-Montagne übernommen hat, im Gespräch mit unserer Zeitung.

Fontaine: "Als Max Grand-Montagne mich fragte, ob ich künftig die Geschicke der Galerie leiten wolle, fiel ich zunächst aus allen Wolken. Seine Begründung: "Sie haben einen freien und unabhängigen Geist." Ich wurde mir dann schnell darüber im Klaren, dass ich schon mein ganzes Leben lang mit Kunst zu Gange bin und auch schon seit 34 Jahren, also schon seit meiner Studenten-Zeit an der Folkwang-Hochschule, und im Rahmen meines kunstwissenschaftlichen Studiums professionell über Kunst rede und schreibe."

Fontaine berichtet, dass Grand-Montagne, der laut der Künstlerin auch über hervorragende Kontakte nach Frankreich verfüge, ab 1. Oktober den Status eines "Patron" genieße, "der auch weiterhin über die Geschicke der Galerie wacht und diese regelmäßig mit seinen eigenen anspruchsvollen Ausstellungen bespielen wird".

"Ich selbst werde die Räumlichkeiten als Showroom nutzen und zusätzlich auch gelegentlich externen Künstlern verschiedenster Kunstrichtungen eine Plattform bieten", so die 56-jährige Fontaine weiter.

Ihr erklärtes Ziel ist es, den Kunststandort mit einem abwechslungsreichen Angebot regionaler und überregionaler Kunst zu stärken.

Fontaine: "Was die schönen Räumlichkeiten der Galerie betrifft, schwebt mir vor, diese behutsam einem kunstinteressierten Publikum durch eine Leseecke mit Kunstbildbänden zu öffnen. Man darf in Zukunft bei der kunstsinnigen Familie Karagus in der CaféStube zum Beispiel eine Latte Macchiato und ein Stück Kuchen bestellen und sich dann in der Galerie niederlassen, um in Kunstbänden zu schmökern oder Bilder anzuschauen. So lässt sich Kulinarisches mit optischen Genüssen steigern und umgekehrt - ganz im Sinne einer Synergie."

Fontaine übernahm die Leitung der Galerie zwar am 1. Oktober; ihre Eröffnungsausstellung wird allerdings am Samstag, 5. November, um 11 Uhr sein. "Aber schon zuvor werden neue Exponate meiner Kunst in den Räumlichkeiten, auch im Café und Treppenhaus, zu sehen sein", sagt Fontaine, die abschließend betont: "Ich gehe mit Freude und Leichtigkeit an meine neue Aufgaben, auch die einer Galeristin und Kuratorin, heran. Denn, wie Hermann Hesse schreibt: ‚Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne'."

Geöffnet ist die Galerie zu den Öffnungszeiten der CaféStube in der Kaiserstraße 29, montags bis freitags von 8 bis 19 Uhr, samstags von 9 bis 17 Uhr und sonntags von 14 bis 18 Uhr.