Ein Fest für alle Kinder

Maria, Josef und das Jesuskind brachten am zweiten Weihnachtsfeiertag bei der lebenden Krippe der Minoriten-Patres auf dem Blieskasteler Klosterberg über 400 Besucherinnen und Besuchern die Weihnachtsgeschichte so richtig nahe. Vor allem die Kinder hatten am Krippenspiel ihre helle Freude.

Zum neunten Male präsentierten die Minoriten- Patres das biblische Geschehen mit lebendigen Tieren und heuer zwei Babys als echte Krippenkinder. Mit einer Kinder-Segnungsandacht in der voll besetzten Wallfahrtskirche begann der Nachmittag auf dem Klosterberg. Wallfahrtsseelsorger Pater Mateusz und Guardian Pater Piotr hatten das richtige Einfühlungsvermögen, um den Kindern den Sinn des Weihnachtsfestes näher zu bringen.

Für das Krippenspiel in der Kirche hatte diesmal Andrea Weinmann aus Gersheim eine traditionelle Variante ausgesucht, die sich an biblische Texte hielt, von Andrea Weinmann jedoch durch eigene Dialoge- mit Problemen des Alltags ergänzt wurde. Josef findet man als besorgten Familienvater, der sich liebevoll um das Wohl der Familie sorgt. Maria, ganz Mama, umsorgt das neugeborene Jesuskind. Und die Hirten versuchen, möglichst gut die eiskalte Nacht hinter sich zu bringen, sitzen am Feuer, wärmen sich und passen auf ihre Herden auf. Und dann kommen die Engel und verkünden die Frohe Botschaft, auch die Heiligen drei Könige fehlten nicht. Alle konnten sich eindrucksvoll in Szene setzen. "Ein Sonderlob gebührt dafür Andrea Weinmann, die zudem bis in den heutigen Morgen hinein die Kostüme der Darsteller im Alter von fünf bis 17 Jahren selbst schneiderte", freute sich Pater Piotr über das Engagement der Mutter aus der Franziskanischen Jugend.

"Die Aufführung in der Klosterkirche machte nachdenklich und war gelungen", zeigten sich Ingrid und Volker Weitmann aus Alschbach mit den Enkeln Luca (10) und Tim (8) Schreiner aus Ballweiler zufrieden. Nach der Segnung jedes einzelnen Kindes verkündete danach auf dem Vorplatz Sternenkind Lea Schäfer (11), was sich im Stall zu Bethlehem zugetragen hat. Maria (Lea Döring,12) traf mit ihrem Mann Josef (Mathias Weinmann,14) bei der Krippe ein. Neben Yorkscher-Hund Bino von Pater Piotr begleiteten Esel und Schafe die Szene, denn seit Beginn gehören in Blieskastel Tiere aus dem Bliestal dazu. Platz war noch im Stall mit einer Krippe, in der das Kind geboren wurde. Die kleine Jana Rauch, fünf Monate, sowie Bea Reinard (vier Monate) fühlten sich als Jesuskind in der Krippe sichtlich wohl, sehr zu Freude der Eltern Heike und Tim Rauch sowie Kerstin und Kai Reinard, beide aus Lautzkirchen.

Nicht nur für das Kind in der Krippe, sondern auch für die kleine Daria im Buggy interessierte sich Ruben Recktenwald (4), aus Rehlingen zu Besuch in Blieskastel bei Oma Ursula Henß. Für die innere Wärme bei leichtem Nieselregen sorgten Glühwein und Kinderpunsch als kostenlose Stärkung der Patres, dazu wurde erstmals eine Suppe gereicht.

Zum Thema:

Auf einen BlickIm Jahre 1223 gab es von Ordensgründer Franziskus die erste Krippe mit lebenden Personen in Greccio/Italien. Bruder Slawek führte vor zwei Jahrzehnten die Krippe in Krakau ein, die Idee übernahmen die polnischen Patres im Kloster Blieskastel, in dem die Minoriten seit 2004 als Nachfolger der Franziskaner tätig sind. Mit dem Klosterfest und der lebenden Krippe setzen die Patres Akzente. Zusätzliche Besucher lohnen ihre Anstrengungen, Pilgerrast und Pilgerherberge tragen das ihre dazu bei. hh