Ferienprogramm: Ein Ferienangebot feiert gelungene Premiere

Ferienprogramm : Ein Ferienangebot feiert gelungene Premiere

Auf Privatinitiative findet in Oberwürzbach in den Sommerferien erstmals ein Programm für Kinder aller Altersstufen statt.

Ferienangebote für Kinder, deren Kindergarten oder Schule in der Sommerzeit geschlossen hat, sind sehr willkommen. Das weiß auch Jutta Klicker, die als Bildungsreferentin in den vergangenen Jahren bereits beim VHS-Programm „Weltverbesserer gesucht“ den inhaltlichen Teil mit verantwortete. Nun habe sie „Lust gehabt, mal wieder was mit Kindern zu machen“. Und was bietet sich da besser an als die Sommerferien. Die Reichenbrunnerin ging auf Ortsvorsteherin Lydia Schaar zu, die ob des Vorschlags, in Oberwürzbach ein Ferienprogramm zu initiieren, gleich „Hurra“ geschrien habe. Die Dorfmitte am Bach mit Grillhütte, Spielplatz, Bänken und natürlich dem vorbeifließenden Gewässer bot sich als Veranstaltungsort förmlich an. Um sie herum hat Jutta Klicker auch das Angebot „gestrickt“, zu dem sie bis zum Ende der Ferien immer donnerstags von 15 bis 17 Uhr einlädt. In die Hasenfelsschule soll nur dann ausgewichen werden, wenn das Wetter nicht mitspielt. Gemeinsam mit der Ortsvorsteherin holte man den Verein „Knipser“ ins Boot, um auch die versicherungstechnische Frage zu klären, und dann galt es am ersten Donnerstag der Ferien nur noch abzuwarten, ob auch Kinder kommen. Und sie kamen. Rund 20 Kinder aller Altersklassen, zum Teil mit ihren Eltern, nahmen das Angebot dankbar an und begeistert auf.

Es sei ein lockeres und offenes Programm ohne Anmeldezwang, bei dem jeder mitmachen könne. „Wir wollten ja in diesem Jahr erstmal testen, wie es ankommt“, sagte Klicker, die vom großen Zuspruch bei der Premiere selbst überrascht war. Und natürlich erfreut, denn „alles, was den Ort bereichert, ist gut“. Das Thema des ersten Treffs habe schon mit dem Ort, der Dorfmitte am Bach, in der Luft gelegen – das Wasser. Mit dem Vorlesen der „Geschichte vom kleinen Wassermann“, die auch mit Hilfe des japanischen Bildertheaters Kamishibai erzählt wurde, hat sie den kleinen Besuchern den Wert des Wassers näher gebracht. Um das kostbare Nass ging es auch im nächsten Spiel, bei dem es für die Kinder galt, auf einem übers Gelände gelegten Parcours so wenig wie möglich Wasser zu verlieren. Zum Abschluss gab es dann für die auf Picknickdecken liegenden Ferienkinder eine Entspannung mit Klangschalen. Später durften sie dann selbst mit den Metallgefäßen experimentieren.

Jutta Klicker ist nicht nur von der Resonanz der Teilnehmer begeistert, sondern vor allem von der Hilfsbereitschaft der Oberwürzbacher. „Der ganze Ort hilft mit“, sagt sie und verweist beim zweiten Treff auf ein Mitglied des Ortsrates, eine Anwohnerin, eine Helferin aus der Freiwilligen Ganztagsbetreuung der Montessorischule und die Bibliotheksmitarbeiter, die sie mit den entsprechenden, thematisch passenden Büchern versorgen. Jutta Klicker kann aber als Natur- und Landschaftsführerin in der Biosphäre Bliesgau auch selbst aus einem reichen (Ideen-)Fundus schöpfen, so dass sie jetzt noch gar nicht genau weiß, womit sie und die Kinder sich in den nächsten Wochen beschäftigen. Das hängt von den Wünschen, den Interessen der jungen Teilnehmer, aber vor allem vom Wetter ab. „Da bin ich ganz flexibel“, sagt Jutta Klicker und scheint selbst schon gespannt zu sein, wie es weitergeht. Außerdem wolle sie noch nicht soviel verraten, weil ja auch ein bisschen Spannung sein müsse. Ideen habe sie genug.

Beim zweiten Termin ist die Feriengruppe in die Schule ausgewichen und auch dort wurde es nicht langweilig. „Mein Freund der Baum“ hieß es diesmal und es gab für die Jüngsten viel über dieses Thema zu erfahren. Und auch die Erwachsenen lernten noch etwas dazu, beispielsweise über den Unterschied von Tannen- und Fichtenzapfen. Lieder, ein Bewegungsspiel „Was schenkt uns der Wald“, ein Tastspiel, ein Märchen und die Beschäftigung mit Fundstücken aus dem Wald, wie Blätter und Zapfen, ließen die Zeit wie im Flug vergehen. Eine auf Papier durchgepauste Baumrinde kann nun in Form einer Postkarte als „Gruß aus Oberwürzbach“ an Freunde und Familie geschickt werden. Klickers Wunsch, den ganzen Ort in den Ablauf einzubinden, ist geglückt, und die Familien sind begeistert. Keine Frage, dass sie auch bei den nächsten Aktivitäten mit von der Partie sind. „Ich finde das prima, dass es so etwas gibt“, sagte eine junge Mama von zwei Kindern, „das ist auch was Wichtiges, um den Kontakt zu anderen Kindern aus dem Ort zu bekommen, die sie noch nicht aus der Kita kennen.“ Sie lobt auch den Montessori-Aspekt, gemeinsam über alle Altersgrenzen hinweg spielerisch zu lernen. Und was sagt die Initiatorin? „Mir hat es Spaß gemacht. Und wenn das Dorfgemeinschaftshaus fertig ist, dann ist das für diesen Zweck ideal“, beantwortet sie indirekt die Frage danach, ob auch im kommenden Jahr mit einem ähnlichen Freizeitangebot zu rechnen ist.