Ein Dreikampf um die Sicherheit

Bexbach. Grenzpolizei, Bahnpolizei, Luftsicherheit: Die Bundespolizeiinspektion Bexbach hat einen ganz besonderen Charakter. Nur wenige Dienststellen der Bundespolizei müssen sich gleich allen drei Kernaufgaben dieser Behörde stellen

Bexbach. Grenzpolizei, Bahnpolizei, Luftsicherheit: Die Bundespolizeiinspektion Bexbach hat einen ganz besonderen Charakter. Nur wenige Dienststellen der Bundespolizei müssen sich gleich allen drei Kernaufgaben dieser Behörde stellen. Seit zehn Jahren nehmen die derzeit 257 Beamten unter Führung von Polizeidirektor Peter Fuchs, Leiter der Bundespolizeiinspektion, von Bexbach aus diesen Dreikampf um die öffentliche Sicherheit auf. Und das in einem durchaus beeindruckenden Zahlengeflecht. So wollen insgesamt rund 170 Kilometer Grenze überwacht werden. An 77 Bahnhöfen und auf 335 Kilometern Streckenlänge muss der Bahnbetrieb gesichert werden. Und am Flughafen in Ensheim gilt es, Passagiere auf Flügen in den Nicht-Schengen-Raum zu kontrollieren. Nationale Zusammenarbeit mit anderen Dienstellen, so der saarländischen Landespolizei, oder internationale Kooperationen im Bereich Grenzsicherung, so mit Frankreich, runden das Auftragsspektrum ab.Vom Höcherberg aus führt die Inspektionsleitung auch die "kleineren", nachgeordneten Bundespolizei-Präsenzen im Saarland, so die drei Reviere im Raum Saarbrücken, das Revier in Nennig und einen kleinen Standort in Neunkirchen.

Die aktuelle Hauptaufgabe der Bexbacher Inspektion ist dabei der illegale Grenzübertritt. "Das Saarland liegt an einer der Haupt-Migrationsrouten", erläutert Peter Fuchs im Gespräch mit unserer Zeitung. "Diese Strecke führt von Südeuropa über Frankreich durchs Saarland." Das macht sich wiederum an Zahlen fest: Mussten im Jahr 2008 insgesamt 153 illegale Einreisen durch die Bexbacher Bundespolizei bearbeitet werden, so waren es 2011 schon 719. Fuchs: "Und die Zahlen des ersten Quartals 2012 deuten auf einen weiteren Anstieg hin." Man ist in Bexbach also gefordert.

Der Standort bringt , bei aller Freude über das zehnjährige Jubiläum im Saarpfalz-Park, aber auch Herausforderungen mit sich. Vor zehn Jahren hätten, nachdem der ursprüngliche Dienstsitz in Saarbrücken "aus allen Nähten geplatzt sei", vor allem die optimale Autobahnanbindung und der Umstand, in eine Bundesliegenschaft, die frühere Saarpfalz-Kaserne, umsiedeln zu können, für Bexbach gesprochen. Vorteile, die, so Fuchs, auch heute noch gelten. Allerdings hätte sich mit der Zeit der Einsatzschwerpunkt deutlich in Richtung Saarbrücken verschoben. So gibt es derzeit durchaus Überlegungen, Teile der Inspektion dorthin zu verlegen. Die sei aber aufgrund anderer struktureller Prioritäten gegenwärtig nur Theorie. Und am Ja zum Bundespolizei-Standort Bexbach hielt Peter Fuchs fest. Das wird man am Höcherberg gerne hören, hat sich die Bundespolizeiinspektion hier wie im gesamten Kreis, nicht nur durch Wahrnehmung polizeilicher Aufgaben einen ausgezeichneten Ruf erarbeitet.

Bexbach und Bundespolizei, das scheint nach nunmehr zehn Jahren eine echte Erfolgsgeschichte zu sein. Und eine, von der Manfred Lohrbach, Präsident der vorgesetzen Bundespolizeidirektion in Koblenz eine belastbare Zukunft erwartet: "Ich denke, wie werden auch noch 20 Jahre Bundespolizei in Bexbach feiern."

Auf einen Blick

 Über das Jubiläum und eine leckere Torte als Geschenk freuten sich Manfred Lohrbach, Präsident der Bundespolizeidirektion Koblenz, und Peter Fuchs, Leiter der Bexbacher Dienstelle (Mitte links und rechts). Mit dabei: Homburgs OB Karlheinz Schöner (Zweiter von links) sowie Bexbachs Bürgermeister Thomas Leis, Landrat Clemens Lindemann und Doris Gaa von der Wirtschaftsförderung Saarpfalz (rechts). Foto: Bundespolizei
Über das Jubiläum und eine leckere Torte als Geschenk freuten sich Manfred Lohrbach, Präsident der Bundespolizeidirektion Koblenz, und Peter Fuchs, Leiter der Bexbacher Dienstelle (Mitte links und rechts). Mit dabei: Homburgs OB Karlheinz Schöner (Zweiter von links) sowie Bexbachs Bürgermeister Thomas Leis, Landrat Clemens Lindemann und Doris Gaa von der Wirtschaftsförderung Saarpfalz (rechts). Foto: Bundespolizei

Seit April 2002 ist die Bundespolizei in Bexbach beheimatet. Früher als Bundespolizei-Amt geführt, erfolgte aus logistischen Gründen vor zehn Jahren der Umzug von Saarbrücken nach Bexbach. Vor dort aus nehmen die Beamten seit dem ihre drei Kernaufgaben war. Polizeidirektor Peter Fuchs, dem Leiter der Inspektion, stehen 257 Beamte zur Verfügung. Neben dem Standort Bexbach unterhält die Bundespolizei auch noch eine Diensthunde-Zwingeranlage in Beeden. thw