Ein alter und ein nachgebildeter Grenzstein kommen an ihren Platz

Ein alter und ein nachgebildeter Grenzstein kommen an ihren Platz

Der Heimat- und Verkehrsverein St. Ingbert kümmert sich seit Jahren um den Grenzsteinweg zwischen Sulzbach und St. Ingbert. Jetzt haben Mitarbeiter des Bauhofs einen neuen Grenzstein gesetzt, einen zweiten aufgerichtet.

. Der Grenzsteinweg auf der ehemaligen Grenze zwischen Nassau-Saarbrücken und dem Herrschaftsbereich derer von der Leyen, zwischen Preußen und Bayern oder aber einfach zwischen Sulzbacher und dem St. Ingberter Bann hat eine Bereicherung gefunden. Denn ein für den historischen Grenzstein Nummer 11 geschaffener Ersatz wurde nicht mehr gebraucht, da sich das Original im Bauhof Sulzbach wiederfand (wir berichteten). So wurde die Kopie der 11 kurzerhand von Hobbybildhauer Egon Irmscher im Auftrag des Heimat- und Verkehrsvereins St. Ingbert zum ebenfalls fehlenden Stein 18 "umgewidmet", der nun mit Hilfe schweren Geräts des Baubetriebshofs St. Ingbert und dessen Mitarbeitern am Ort des ehemaligen Originals aufgerichtet wurde. Ganz nebenbei erhielten die städtischen Mitarbeiter von Rainer Henrich und Anton Wagenknecht vom Heimat- und Verkehrsverein noch eine kurze Einführung in die St. Ingberter Geschichte mit ihren sich ändernden Zuständigkeiten. "Was ihr jetzt macht, geht in die Geschichte St. Ingberts ein", prophezeite Henrich den in orange gekleideten Helfern, während er ein Foto machte.

"Warum die Alten die Grenze so gezogen haben, wissen wir nicht", sagte Wagenknecht. Wohl aber, wann die Grenze neu mit Steinen markiert wurde - nämlich 1768 aufgrund eines Vertrags. Das Aufstellen des Sandsteins auf dem von kleinen Brombeerhecken überwucherten Weg wird von den zwei Heimatforschern akribisch überwacht. Im Gelände fällt die Orientierung schwer, in welcher Richtung denn nun Sulzbach und wo St. Ingbert liegt. Steht der Stein mit der oben markierten Kerbe für die Weisung richtig, können das die Besucher später ohne Probleme ablesen. "Die Nummer 18 muss bergabwärts zeigen", hilft Wagenknecht. Zehn Minuten später ist es geschafft. Alle Beteiligten sind zufrieden.

Künstler Irmscher posiert fürs Foto noch schnell neben seinem Werk und wenn man die Mitarbeiter des Bauhofs schon mal "an der Angel hat", richten diese auch gleich noch den nächsten Stein im Bunde auf. Dieser, ausgewiesen mit der Nummer 19, ist wesentlich größer als sein "Vorgänger" und dementsprechend unhandlicher, liegt schon seit längerer Zeit auf der Seite und wird nun gleich tiefer gegründet. Kurze Zeit später steht auch er wieder am angestammten Ort. Noch sind die Bauhofleute nicht entlassen, denn einige hundert Meter weiter harrt der Stein mit der Nummer 25 auf seinen Abtransport. An ihm hat der Zahn der Zeit genagt. Er hat mehrere Risse. Irmscher würde an ihn keine Hand anlegen. Ein Hammerschlag, und der Stein zerbräche. Nun suchen die Heimatfreunde eine Restaurationsmöglichkeit.

Für Alt-Ortsvorsteher Henrich ist der Tag ein "Meilenstein" in der Grenzstein-Arbeit: "Ich hätte nicht gedacht, dass das nochmal passiert, schließlich machen wir seit 2007 an diesem Weg rum. Nun haben wir wieder ein Stückchen geschafft." Er ist froh um die Hilfe der städtischen Mitarbeiter und denkt schon weiter. "Die originalen Bruchstücke vom Grenzstein 18 liegen beim Gipser Luck. Wenn wir mal ein Heimatmuseum haben, dann werden wir die dort ausstellen", so der Vorsitzende des Heimat- und Verkehrsvereins St. Ingbert.

Bei dieser Gelegenheit berichtet Irmscher von einem Steinfund im Sengscheider Wald, bei dem es sich auch um einen Grenzstein handeln könnte. Hatte er die Grenze zur Abtei Wadgassen markiert? Ein Termin in kurzer Zeit soll das klären.

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