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Ein 16-Jähriger startet richtig durch

Ein 16-Jähriger startet richtig durch

Bernd Schneider, Timo Bernhard, Christian Hohenadel – das Saarland hat in den vergangenen Jahren eine ganze Reihe erfolgreicher Rennfahrer hervorgebracht. Und die nächsten stehen schon in den Startlöchern. So wie Cedric Piro aus Heusweiler.

 In der Neunkircher Lakaienschäferei befindet sich der einzige Feldhockey-Platz des Saarlandes. Foto: Willi Hiegel
In der Neunkircher Lakaienschäferei befindet sich der einzige Feldhockey-Platz des Saarlandes. Foto: Willi Hiegel Foto: Willi Hiegel

Cedric Piro hat keinen Führerschein. Trotzdem fährt er künftig mit größter Freude und rund 210 Stundenkilometern auf dem Tacho auf Steilkurven zu. Der ambitionierte Rennfahrer, seit 1. Februar 16 Jahre alt, will sein Hobby zum Beruf machen und geht deshalb bald im Formelsport an den Start. Vater Erwin Piro ist selbst schon jahrelang im Motorsport aktiv und betreibt das "Team Piro sports". Das erste Rennen der "Formel Renault 1.6" findet am 20./21. April in Zandvoort (Holland) statt.

Nachdem Cedric als erster Kart-Rennfahrer drei Mal in Folge (2011, 2012 und 2013) den Bundes-Endlauf gewinnen konnte, krönte er sich im Oktober 2013 mit dem Gewinn des ADAC-Kart-Masters (Klasse KF3). Statt in die nächsthöhere Klasse KF2 oder die Schalt-Kart-Klasse aufzusteigen, wagen die Piros nun schon den übernächsten Schritt.

Und das als Familien-Unternehmen. Es gab zwar schon Kontakte zu professionellen Teams, aber "da ich selbst aus dem Motorsport komme, will ich das mit meinem Sohn selbst machen. So etwas aufzubauen und Erfolg zu haben, macht uns Spaß", stellt Erwin Piro klar. Ein teurer Spaß: "Wir arbeiten mit Sponsoren zusammen, aber man hat im Motorsport nicht das Glück, dass die alles bezahlen." Eine Saison im Kartsport kostet auf diesem Niveau über 60 000 Euro, eine Saison im Formelauto lässt sich mit über 200 000 Euro beziffern.

Natürlich kam Cedric über seinen Vater zum Motorsport. Sein erstes Rennen fuhr er mit elf Jahren. Mittlerweile muss Cedric mindestens zwei Mal pro Woche im Krafttraining schuften, am Wochenende sitzt er meistens im Rennauto. "Ich bin nicht der Beste in der Schule, aber das geht noch alles. Wenn das nicht klappen würde, dürfte ich auch nicht fahren", sagt der 16-Jährige.

"Mich reizen die Geschwindigkeit und der Kampf auf der Strecke. Dieser Sport ist eigentlich unberechenbar", schwärmt Cedric, dem die permanente Gratwanderung zwischen Glücksgefühl und Gefahr nichts ausmacht: "Ich hatte auch schon einen Unfall. Viele sind danach nicht mehr so schnell wie vorher. Bei mir war das nicht so. Ich habe gelernt, dass man den Gedanken daran, dass etwas passieren könnte, ausblenden muss."

Das gelingt überraschenderweise auch seiner Mutter: "Ich habe eigentlich keine Angst um ihn. Ich bin dann zwar aufgeregt, aber ich muss immer wissen, wo Cedric gerade ist", sagt Beatrix Piro. Ihr Mann sieht das ähnlich: "Man muss immer denken, man sei unverwundbar. Angst habe ich eher davor, dass er ausfallen oder gefoult werden könnte und dadurch eine gute Position verlieren könnte." Das scheint bei dem dreimaligen deutschen Meister und amtierenden ADAC-Kart-Masters-Gewinner allerdings recht selten der Fall zu sein.