Echte Liebe braucht keine Worte

Die Kinowerkstatt St. Ingbert schließt in diesen Tage ihre französischen Filmtage ab. Als letzte Produktion läuft „Verstehen Sie die Béliers?“ um eine gehörlose Familie. Außerdem steht eine Dokumentation über die Partnersuche im Programm.

Passend zum Valentinstag läuft in der Kinowerkstatt St. Ingbert am Sonntag und Montag, 14. und 15. Februar, jeweils um 18 Uhr "Match me! " (Deutschland, Österreich 2014) - eine lebensfrohe Doku der jungen Regisseurin Lia Jaspers ("You Drive Me Crazy") über die verschiedenen Wege, wie heutzutage junge Menschen als Partner zueinander finden. Die Regisseurin begleitet ein Jahr lang drei sehr unterschiedliche junge Menschen, die auf der Suche nach ihrem Traumpartner sind. Dabei konzentriert sie sich bewusst auf Protagonisten, die abseits der bekannten Pfade suchen. Da wäre zum Beispiel Johanna aus Deutschland, die nur dafür nach Irland reist, um sich mit einem professionellen Matchmaker zu treffen, der sie mit dem idealen Kandidaten zusammenbringen soll. Anderswo in Europa geht die Wienerin Sarah auf eine Reise zu einem italienischen Yoga-Camp. Über gemeinsame Interessen und Gruppenübungen hofft sie, einen Partner mit ähnlichen Leidenschaften zu finden. Der introvertierte Finne Sampsa bevorzugt schließlich etwas schrägere Methoden. Zusammen mit einer Dating Agentur veranstaltet er Motto-Dates, die auf bekannten Filmen und anderen Rollenspielen basieren. In der unterhaltsamen Dokumentation "Match Me!" werden einsame Seelen auf der Suche nach ihrem Glück behutsam beobachtet.

Finale der Frankreich-Filmtage

Als letzten Film der diesjährigen (20.) französischen Filmtage, wiederholt die Kinowerkstatt, diesmal in der deutschen Fassung, "Verstehen Sie die Béliers? - La famille Bélier" (Frankreich 2015) Regie: Eric Lartigau mit Louane Emera, Karin Viard, François Damiens am Montag, 15. Februar, um 20 Uhr. Auch hier steht das diesjährige Thema "Kommunikation" im Mittelpunkt: Die 16-jährige Paula Bélier (Louane Emera) lebt gemeinsam mit ihrer Familie auf einem Bauernhof. Das Besondere an der Familie Bélier ist, dass alle bis auf Paula - Mutter Gigi (Karin Viard), Vater Rodolphe (François Damiens) und Bruder Quentin (Luca Gelberg) - gehörlos sind. Daher fallen dem Mädchen auch alle organisatorischen Aufgaben zu wie etwa der Kontakt mit der Bank oder der Verkauf der Farmerzeugnisse auf dem Markt. So lebt sie ihr Leben als Vermittlerin zwischen ihren Liebsten und der Welt der Hörenden.

Doch eines Tages möchte Paula einem Jungen, in den sie sich verliebt hat, näherkommen, und beschließt daher, dem Schulchor beizutreten. Unverhofft offenbart sie eine beeindruckende Gesangsstimme, die ihr Musiklehrer natürlich nicht ungefördert lassen will. Er schlägt Paula vor, zur weiteren musikalischen Ausbildung nach Paris zu gehen. Das würde allerdings die Trennung von ihrer Familie bedeuten, die doch auf sie angewiesen ist.

kinowerkstatt.de