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Eberhard sorgte für Dauereinsatz in St. Ingbert – Feuerwehrmann verletzt

Bilanz der Feuerwehr : Zwei Verletzte während Sturm Eberhard

Zwei Verletzte, leichte Sachschäden: Das ist die Bilanz, die Feuerwehr und Polizei nach den Einsätzen am Wochenende ziehen.

Das Sturmtief „Eberhard“ hat am Sonntag die Feuerwehren im Saarland über Stunden beschäftigt, auch die Einsatzkräfte in St. Ingbert waren ab dem frühen Nachmittag im Dauereinsatz (wir berichteten). Jetzt hat die Einsatzleitung Bilanz gezogen. Insgesamt 39 Mal mussten die zeitweise 80 eingesetzten Helfer bis etwa 20 Uhr am Sonntagabend ausrücken.

Koordiniert wurden die Einsätze aus einer eigens dafür eingerichteten Einsatzleitung im Gerätehaus der Feuerwehr St. Ingbert, da „abzusehen war, dass der Sturm zu einem erhöhten Einsatzaufkommen führt“, wie es in einer Pressemitteilung der Feuerwehr heißt. Von dort aus wurden alle Löschbezirke per „Vollalarm“ in Bereitschaft versetzt. Unterstützung kam vonseiten des Technischen Hilfswerks (THW), das mit einer Fachgruppe vertreten war.

Die Helfer mussten vor allem eine Vielzahl von umgestürzten Bäumen von Straßen beseitigen. Besonders betroffen waren die Landstraßen zwischen Hassel und Niederwürzbach (L 111) sowie zwischen St. Ingbert und Oberwürzbach (L 235). Letztere wurde durch die Polizei dauerhaft gesperrt, da eine Beseitigung der Sturmschäden durch die Feuerwehr am Abend zu gefährlich gewesen wäre.

In Rohrbach knickten zwei 15 Meter hohe Tannen an der Rohrbachhalle um und drohten, auf einen Parkplatz zu fallen. Hier half der THW bei der Beseitigung der drohenden Gefahr. Die freiwilligen Helfer befestigten ein Seil an den beiden Bäumen. Mit Hilfe einer Seilwinde wurden diese beim Fällen in eine Richtung gelenkt, in der sie keinen Schaden anrichten konnten. Doch die Helfer sahen sich noch weiteren Widrigkeiten ausgesetzt. Der Sturm hatte eine solche Kraft, dass er einzelne Bäume nicht bloß abknickte, sondern entwurzelte. Deswegen war deren Standsicherheit nicht länger gewährleistet. Auch hier griffen die Feuerwehrleute ein.

Im Stadtgebiet mussten die Helfer weitere Gefahrenstellen räumen. Der Wind wehte Schilder durch die Straßen, in der Poststraße fiel ein ganzer Baustellenzaun um und blockierte den Gehweg und die Fahrbahn. Auch Dachziegel und Verblendungen lösten sich und mussten unter Zuhilfenahme der Drehleiter von den Einsatzkräften entfernt werden.

Zwei Personen kamen während des Sturms zu Schaden. Auf der Rückfahrt von einem Einsatz fanden Feuerwehrleute einen Mann in der Kaiserstraße, der gestürzt war und stark blutete. Ob die Verletzungen eine Folge des Sturms waren, konnten die Helfer vor Ort nicht klären. Die Einsatzkräfte leisteten eine Erstversorgung und betreuten den Verletzten, bis der Rettungsdienst eintraf.

Ein Feuerwehrmann zog sich bei einem Einsatz eine Verletzung zu. Die Helfer wollten einen umgestürzten Baum von einer Straße entfernen. Noch bevor sie damit beginnen konnten, fiel ein weiterer Baum auf die Straße. Nur durch einen Sprung gelang es dem Mann, dem Stamm auszuweichen. Dabei fiel er zu Boden und verletzte sich leicht.

Auch am Montagmorgen dauerten die Aufräumarbeiten fort. Ab etwa zehn Uhr war die Feuerwehr St. Ingbert-Mitte wieder im Einsatz. In der Marienstraße entfernten die Einsatzkräfte einen abgebrochenen Ast von einem Dach. Im Grubenweg und an der Zufahrt zum Kaufland mussten mehrere Bäume gefällt und entsorgt werden, da sie aufgrund des Sturms umzustürzen drohen.

Das THW unterstützt die Feuerwehr bei einem Einsatz an der Rohrbachhalle. Zwei Tannen drohten auf den Parkplatz zu fallen. Foto: Christina Reiß

Auch die Polizei meldet wetterbedingt ein erhöhtes Einsatzaufkommen. Es sei allerdings nur zu „leichten Sachschäden“ gekommen, wie es in einer Pressemitteilung der Polizeiinspektion heißt.