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Drei Stollen und ein Bunker bieten eine Zuflucht im Fall der Fälle

Drei Stollen und ein Bunker bieten eine Zuflucht im Fall der Fälle

St. Ingbert. Unter St. Ingberts Straßen befinden sich zurzeit drei ausgebaute öffentliche Stollen und ein Bunker, die im Fall der Fälle kurzfristig als Schutzraum für die Bevölkerung zur Verfügung stehen. 110 Plätze befinden sich unter dem Rentrischer Kindergarten, 600 unter der Albert-Weisgerber-Allee, 400 in der Rohrbacher Finkenstraße und 182 in Hassel unter der Rittershofstraße

St. Ingbert. Unter St. Ingberts Straßen befinden sich zurzeit drei ausgebaute öffentliche Stollen und ein Bunker, die im Fall der Fälle kurzfristig als Schutzraum für die Bevölkerung zur Verfügung stehen. 110 Plätze befinden sich unter dem Rentrischer Kindergarten, 600 unter der Albert-Weisgerber-Allee, 400 in der Rohrbacher Finkenstraße und 182 in Hassel unter der Rittershofstraße. Entstehung und Entwicklung der also insgesamt knapp 1300 Bürgern Platz bietenden Anlagen sahen in den Kriegsjahren ähnlich aus: "Nachdem Privatleute vor 1942 die Stollen gruben, wurden sie im Zweiten Weltkrieg zu Wehrmachtsanlagen ausgebaut und dienten dem Bevölkerungsschutz", erklärt Franz Anders von der Stadtverwaltung. In den 70er Jahren sollten die Stollen, die bis zum 120 Meter langen Stollen als Schutzräume für eine friedensmäßige Nutzung ausgebaut werden. Im Einvernehmen mit dem Bundesamt für den Zivilschutz wurde 1982 mit ihrem Ausbau begonnen. Die sich damals im Rohbau befindlichen und in festem Bundsandstein stehenden Anlagen wurden mit 10 Zentimeter dickem Spritzbeton gesichert, bevor erst 1986 der Endausbau und die Einbringung der Einrichtungsgegenstände erfolgte. "Ein Drittel Liegen und zwei Drittel Sitzplätze bieten 182 Personen heute unter Hassel Platz", erläutert Anders an diesem Beispiel. Für die Frischluftversorgung sei die Schutzanlage mit einem Schutzbelüftungsgerät ausgestattet, das sowohl für Normalluft als auch für Schutzluft bei der durch Drucktüren geschlossenen Anlage sorgt. Die Anlage verfügt heute über einen Wasseranschluss, eine Notküche, Werkzeuge und Abortzellen. Die Ausbaukosten lagen bei etwa 130000 Euro, die, wie auch die Bewirtschaftungskosten hauptsächlich vom Bund getragen wurden. Heute sieht das anders aus: "Zurzeit sind Leistungen des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe für Inspektionen und Wartungen ausgesetzt. Lediglich geringe Pauschalbeträge für Strom und Reinigung werden noch erstattet", bedauert der Stadtangestellte. Denn jetzt zahlt die Stadt ihre Unterhaltung. Langfristig wird diese Pflichten wohl entfallen, nicht zuletzt, auf Grund der heute längeren Vorwarnzeiten im Verteidigungsfall. Zwölf weitere, ausgesonderte Stollen und ein alter Eisenbahntunnel liegen außerdem noch unter den Häusern und Straßen von St. Ingbert. Sie gehören zum Teil der Stadt, zum Teil wurden sie auch an Bürger übereignet. Unklarheit herrscht über die langfristige Verwendung dreier weiterer Stollen, die zwar nicht ausgesondert wurden, für die im Moment jedoch von der Bundesregierung keine Mittel für Ausbaumaßnahmen zur Verfügung gestellt werden. Bekanntester Stollen ist der Rischbachstollen, der zu Besichtigungszwecken regelmäßig geöffnet wird. Grundsätzlich sind alle Anlagen so gesichert, dass ein Zugang für Unbefugte nicht möglich ist. < Ende der Serie