1. Saarland
  2. Saarpfalz-Kreis
  3. St. Ingbert

Drei Neuzugänge auf dem Wertstoffhof: zwei Abrollkipper-Fahrzeuge und ein Walzenverdichter

Abfallentsorgung : Neueste Technik und schwere Maschinen

Drei „massive“ Neuzugänge auf dem St. Ingberter Wertstoffhof: Zwei Lkw zum Transport großer Container und ein Walzenverdichter.

Große Geräte in Form eines Walzenverdichters und zwei riesiger Lkw stehen am Dienstag Mittag in der prallen Sonne auf dem Wertstoffhof St. Ingbert. Eine Investition, die sich mehrfach lohnen soll. Bezahlt hat die beiden Abrollkipper-Fahrzeuge im Wert von jeweils um die 140 000 Euro der Baubetriebshof und der Abfall-Bewirtschaftungs-Betrieb St. Ingbert (ABBS). Ab Juli soll der Transport des Abfalls in St. Ingbert von diesen in Eigenleistung stattfinden. Das schafft mehr Unabhängigkeit, von den externen Firmen, die dies vorher finanziert haben. Und ist eine sinnvolle Investition in die Zukunft des städtischen Entsorgungsbetriebes.

Nicht nur das – auch mehr Sicherheit während der Fahrt kann so durch die neuste Technik, die in den beiden Lkw verbaut wurde, generiert werden. Denn neben der neusten Motorausstattung, die es aktuell gibt, haben die beiden massiven Fahrzeuge auch einen hochmodernen Abbieger-Assistenten, in Form einer Kamera, die mit Licht- und Audio-Signal darauf hinweist, wenn sich im „toten Winkel“ ein Hindernis befindet. „Es piepst direkt sehr laut, ein rotes Lichtsignal an der Kamera leuchtet auf. Selbst wenn der Fahrer die Kamera mal nicht im Auge hat, kann ihm das Warnsignal praktisch nicht entgehen“, erklärt der Werkstattleiter des Wertstoffhofes, Michael Treichel, vom Fahrersitz aus. „Gerade Fahrradfahrer oder Fußgänger an der rechten Flanke des Lkw sind von der Fahrerkabine aus nicht sichtbar.“ Mit der Kamera werde das Risiko eines Unfalls aufs Minimalste reduziert. Neugierig besteigen auch der Bürgermeister Markus Schmitt und OB Ulli Meyer die kleine Kommandozentrale im Lkw. Testweise nähert sich Christoph Anstadt, Leiter des Baubetriebshofes, der Gefahrenzone auf der rechten Seite. Sofort geht der Alarm-Ton los, es blinkt rot auf – das Warn-System funktioniert also bestens.

Noch interessanter ist die riesige Walze aus blauem Metall, die in einem 38 Kubikmeter großem Container hin und her schwenkt und dabei mit gewaltigem Druck den Sperrmüll im Inneren zusammenpresst. „Eine Verdichtung von 30 bis 40 Prozent lässt sich damit erreichen“, erklärt Gerd Lang, welcher den ABBS leitet. Mit 25 000 Euro war auch dieses neue Gerät nicht gerade günstig. Aber lohnen soll es sich nach Schätzung von Gerd Lang spätestens in zwei Jahren. „Der Müll wird so verdichtete, dass man natürlich auch viel weniger Transportkosten hat. Man muss einfach weniger Fahren, denn so zusammengepresst passt ja viel mehr in einen Container. Wir hoffen, dass diese Einsparungen in zwei Jahren so hoch sind, dass sich der Rollpacker dann praktisch selbst finanziert hat, durch das was so gespart werden kann.“ Beeindruckend klein kriegt der stachelige Walzkopf die Holzteile schon beim Vorführen. Ein echtes „Männerspielzeug“ sagt der OB schmunzelnd.

Der neue Walzenverdichter schafft eine Verdichtung von 30 bis 40 Prozent des Sperrmülls und damit deutlich weniger Tarnsportkosten. Foto: Sarah Tschanun
Innenansicht des Abrollkippers. Foto: Sarah Tschanun

Über 100 Fahrzeuge hat der ABBS insgesamt zur Verfügung. Diese müssen natürlich gewartet, repariert und manchmal eben auch – wie jetzt – ausgetauscht werden. Das wird in der eigenen Werkstatt gemacht, direkt im Wertstoffhof-Gelände. Vier Mitarbeiter hat Michael Treichel, der Leiter der Werkstatt hier: „Wir müssen ja nicht nur die großen Lkw fit halten. Es gibt ja auch noch unzählige Kleinfahrzeuge, die praktisch ständig repariert werden müssen. Da gibt es immer was zu tun.“ Nach einer Viertelstunde beendet der Rollpacker seine Walzarbeit am Holz für diesen Durchgang. Das Material ist dicht zusammengepresst. Die St. Ingberter können nun mit den nächsten Sperrmüll-Ladungen anrücken, und sicher sein, dass ihre Abfallgebühren in „guten Händen“ sind.