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Kunstraum Doris T. in St. Ingbert: Doris. T. zeigt jetzt „auf-LÖSUNGEN“

Kunstraum Doris T. in St. Ingbert : Doris. T. zeigt jetzt „auf-LÖSUNGEN“

Im „Kunstraum“ in der Rickertstraße in St. Ingbert sind ab Samstag Werke der Künstlerinnen Sabine Berhard und Erika Hönig zu sehen.

Eine Ausstellung mit Werken von Sabine Berhard und Erika Hönig wird am kommenden Samstag, 1. Februar, um 11 Uhr im Kunstraum Doris T. in der Rickertstraße in St. Ingbert eröffnet. Berhard und Hönig sind Mitglieder der Künstlergruppe „Steinberg“. Sie zeigen unter dem doppeldeutigen Titel „auf-LÖSUNGEN“ Bilder, in welchen der Mensch zentrales Thema ist. Dabei reichen die angewendeten Techniken von der reinen Acrylmalerei über Collage und Transfertechniken bis zur Grafik mit Monotypie und Holzschnitt.

In Sabine Berhards Malerei wird die Auflösung der menschlichen Figuren durch Teilübermalungen deutlich. Die verbleibenden farbigen Ausschnitte erlauben gerade noch den Blick auf die vorangegangene Malebene. In ihrem weißen Umfeld wirken sie wie leuchtende Kleinode. Manche Figuren werden durch eine dünne dunkle Umrisslinie wieder komplettiert, die gleichzeitig die Funktion hat, die Ausschnitte untereinander zu vernetzen. So ergeben sich unterschiedliche Form- und Farbkontraste, die das Bild beleben.

Berhard hält ihre Beobachtungen in vielen Skizzen fest, die die Grundlage für die weitere Arbeit liefern und zur sukzessiven Vereinfachung der Figuren führen. Sie dienen teilweise als Schablonen, die in einem mehrschrittigen Arbeitsprozess immer wieder mit leichter Verschiebung auf die Leinwand gelegt und mit der Farbwalze überarbeitet werden. Es entsteht der Eindruck einer Bewegungsunschärfe, die optisch zur Auflösung der Figur führt, da das Auge sie nicht eindeutig fixieren kann.

Auch die Holzschnitte im Café sind so entstanden. Durch die Verdichtung der Menschen ergeben sich dort teilweise witzige Bezüge zwischen den farbigen Figuren und den grauen, die man als Schatten lesen möchte. Da kann es schon mal vorkommen, dass sich eine Person mit einem Schatten unterhält.

Erika Hönigs Zeichnungen von Stadtmenschen setzen eine genaue Beobachtung voraus. Ihre Schwarz-Weiß-Zeichnungen verweisen auf die schnelle Linie des Urban Sketching und durch die flächige Farbgestaltung auf die Pop-Art, der es nicht auf eine illusionistische Malerei ankommt, genau so wenig wie den Graffiti-Künstlern, die sich auf Wänden verewigen. Tatsächlich gibt es in der Ausstellung sogenannte „Betonbilder“, auf deren grauer Betonfarbe Porträts aus mehreren Perspektiven zu sehen sind. In der Schichtung der transparenten Malebenen wird das prozesshafte Arbeiten erkennbar, das hin und wieder einzelne Details betont. Gleichzeitig ergibt sich ein dreidimensionaler Bildraum, in welchem vor allem in den Krakenbildern die Ebenen zu einer Einheit verschmolzen scheinen. Dagegen sind die Wolken mit ihrer ausgearbeiteten Plastizität und der gleichbleibenden Tiefenschärfe schon dem Hyperrealismus nahe.

Durch die akademische Feinmalerei mit ihren transparenten Lasuren und den weichen Farbübergängen verschwindet der Pinselduktus und es entsteht die Illusion eines genauen Abbildes, sei es eine Schönwetterwolke, ein gewittriger Wolkenturm, kuscheliges Fell, weich fallende, glänzende Seide oder harte Folie. Bei den Kissenbildern weicht die Illusion. Das Dargestellte ist selbst zur Wirklichkeit geworden und tatsächlich mit den Fingern begreifbar.