Dorffest und Kirmes auf Bries-aux-Forges-Platz in Rentrisch

Zufriedene Gesichter Zufriedene Gesichter Zufriedene Gesichter : Schwung für Kirmes auf der Berg- und Talbahn

Organisatoren konnten sich beim Dorffest in Rentrisch am vergangenen Wochenende über einen guten Besuch freuen.

„Schneller, schneller, schneller!“ rufen die Kinder und Patrick Körbel tut ihnen den Gefallen. Der Schausteller betreibt einige Stände, die am vergangenen Wochenende in Rentrisch aufgestellt waren. Neben einer Schießbude, einem Stand mit Süßwaren und einem Greifautomaten gehört ihm auch die Berg- und Talbahn, auf der es die jungen Besucher hin- und her wirbelt. Mittels Schalter kann er die Bahn vor- oder rückwärts drehen, mit einem Drehregler die Geschwindigkeit steuern. Das kommt bei den Kindern sichtlich gut an.

„Diese Bahn ist einmalig in Deutschland“, sagt Körbel, während er die Geschwindigkeit im Auge behält. Denn der gelernte Elektriker aus Merchweiler, der später das Fahrgeschäft seines Vaters übernahm, hat die Berg- und Talbahn aus einem ehemaligen Kinderkarussell selbst gebaut, wie er stolz erzählt. Noch immer lohne es sich, auf Kirmessen in der Region aufzuschlagen. Zwar sei ein Rückgang der Besucherzahlen nicht zu leugnen, aber: „Kirmes und Dorffest in Rentrisch laufen noch.“

Und so zog es von Freitag bis Sonntag einige Hundert Besucher auf den Bries-aux-Forges-Platz, wie Dieter Schörkl schätzte. Der Ortsvorsteher ist gleichzeitig stellvertretender Vorsitzender des veranstaltenden Heimatvereins und erläuterte auch, weswegen der geplante Umzug am Freitag zur Eröffnung kurzfristig abgesagt wurde: zu viel Regen. „Das war nicht zu verantworten“, erklärte er. Zufrieden zeigten sich er und der vor wenigen Wochen neu gewählte Vorsitzende des Heimatvereins, Marc Braun, mit dem Besucheraufkommen. Zumal man die Organisation innerhalb von wenigen Wochen umsetzen musste.

Zudem war es wieder gelungen, einige Vereine mit an Bord zu nehmen. Der Turn- und Sportverein, der Heimatgeschichtliche Arbeitskreis, der RCV die Holzhauer und der Musikverein kümmerten sich um das leibliche Wohl und das Bühnenprogramm. Dort traten neben dem Musikverein selbst auch noch die Bavarian Brass Bandits und die Pfarrkapelle Kirrberg auf. Erstere kamen dank eines Mitgliedes aus St. Ingbert extra aus Würzburg und Letztere mussten ohne Dirigent auskommen. Genauso übrigens wie der Rentrischer Musikverein. „Der ist gerade auf Hochzeitsreise“, sagte Marc Braun schmunzelnd.

Die Pfarrkapelle Kirrberg sorgte am Sonntag für musikalische Untermalung. Foto: Stefan Bohlander

Nachmittags konnten die Gäste noch eine besondere Führung wahrnehmen: Unter anderem Karl-Heinz Dewald zeigte Gruppen den nahen Westwall-Bunker Wh 337, dem „einzigen Kleinst-B-Werk in Deutschland“, wie der Rektor a.D. erklärte. Die Anlage wurde 1937 erbaut und sollte später, im Kalten Krieg, bei einem nuklearen Angriff rund 140 Menschen Schutz bieten. Der ehemalige Bunker zeigt sich als Magnet für geschichtlich interessierte Menschen, wie Dewald erzählte. Viele Besucher aus Belgien oder Lothringen würden sich melden und Besichtigungen vereinbaren. „Wir hatten schon Jahre, da haben wir mehrere Hundert Menschen durchgeschleust.“ Am Samstag, 31. August, besteht im Übrigen erneut die Möglichkeit zur Besichtigung – dann feiert man in Rentrisch die Premiere des „Bunkerfestes“, einer Wiederauflage des ehemaligen Waldfestes.

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