Hund macht Ärger: Diskussion um Hund erhitzt die Gemüter

Hund macht Ärger : Diskussion um Hund erhitzt die Gemüter

Das Gespräch im BüRo in Rohrbach zwischen den Besitzern eines auffälligen Vierbeiners und Betroffenen verlief durchaus angespannt.

Rohrbach scheint einen Problemhund zu haben. Das zumindest musste vermuten, wer vor kurzem in einer Bürgerversammlung im BüRo anwesend war, in der sich alles um einen Hund und dessen Verhalten gegenüber Mensch und Tier drehte. „Hier geht es nicht um Denunzierung, sondern die Leute erzählen, was sie erlebt haben. Es geht uns um das Verhalten des Hundes nicht um Personen“, stellte Ortsvorsteher Roland Weber klar. Von Bissen ist die Rede, Scheinangriffen, die das Tier sogar auf dem Gelände der Jugendverkehrsschule führte und Attacken auf andere Hundebesitzer und deren Tiere. Alle Betroffenen haben Angst vor ihm. Einige Rohrbacher berichteten, dass der über 80-jährige Hundeführer das Tier nicht im Griff habe, ihn nur selten an die Leine nehme und der Hund keine Regeln kenne. Es war auch davon die Rede, dass der Senior den Hund geschlagen habe, provokativ auf Hundebesitzer zugehe und sie sogar verfolge.

Wie seine Tochter, die Hundehalterin, bei der Zusammenkunft sagte, höre ihr Vater schwer. Das erkläre, warum er das Knurren seines Hundes nicht vernehme. Dies, wie einige der rund 15 Teilnehmer des Treffens sagten, rechtfertige aber seine aggressive Art nicht. Ein Gespräch mit dem Halter habe nichts gebracht. Deshalb wandten sich einige Betroffene in der Vergangenheit an die Polizei. „Auch ich habe das Ordnungsamt schon aufgefordert, in dieser Sache tätig zu werden, jedoch scheinbar erfolglos“, sagt Roland Weber. Dort habe man ihm gesagt, dass das den Ortsvorsteher nichts angehe. Er drängt auf eine Lösung, denn mittlerweile gebe es ein ärztliches Attest infolge des Hundeangriffs und entsprechende Bilder, die dem Ordnungsamt bekannt seien.

Nach Aussagen der Leiterin einer Hundeschule würde dieser Hund den Wesenstest nicht bestehen, weshalb sie gegenüber dem Ortsvorsteher äußerte, dass dem Hund eine Maulkorbpflicht auferlegt werden müsse. Um welche Rasse es sich bei dem etwa kniehohen Hund handelt, ist umstritten. Dem Hundeführer wirft man in einem Schreiben an die Ortsverwaltungsstelle unsachgemäßen Umgang mit dem Tier vor. Das bestreitet seine Tochter als Hundehalterin, die von einem lieben Familienhund spricht, der mit Kindern groß geworden sei. Sie argumentiert, dass er bisher noch nichts getan habe, was die Anwesenden aufbrachte. Sie verstanden auch nicht, warum das Ordnungsamt noch nicht tätig geworden sei, zumal das Tier immer noch unangeleint sein Umfeld terrorisiere.

Wie Christoph Scheurer vom Geschäftsbereich Bürgerservice und Ordnung mitteilte, stehe in der „Polizeiverordnung über die Aufrechterhaltung der Sicherheit und Ordnung in der Mittelstadt St. Ingbert“, dass innerhalb der bebauten Ortslage Hunde an der Leine zu führen sind, sofern nicht durch Beschilderung straßen-, anlagen- oder quartierbezogene Ausnahmen zugelassen sind. Wer Hunde mit sich führt, hat dafür zu sorgen, dass diese weder Personen noch Tiere schädigen, gefährden, belästigen oder unzumutbar verängstigen. Weiter heißt es, dass sich Hunde (…) jederzeit im Sicht- und Einwirkungsbereich des Hundehalters beziehungsweise des Hundeführers befinden müssten. Nähern sich Personen oder andere Hunde, seien sie sofort an die Leine zu nehmen.“ Bei der Verwaltung werde die weitere Vorgehensweise geprüft, ein Bußgeldverfahren sei anhängig. Während der erhitzt geführten Diskussion verließ der Hundeführer den Saal, da er sich ungerecht behandelt fühlte. „Wir sind nicht bei Gericht und ich kann keine Urteile fällen“, sagte Roland Weber, der die Veranstaltung moderierte. Er appellierte an die Hundehalterin, ihren Hund selbst auszuführen und sich ein Bild von seinem Verhalten zu machen. „Nehmen Sie es ernst und reagieren Sie. Lassen Sie es nicht so weit kommen, dass jemand geschädigt wird.“