Diskussion um CISPA im Pumpenhaus St. Ingbert

Kostenpflichtiger Inhalt: Entwicklung des IT-Standorts St. Ingbert : Eine Jahrhundertchance für St. Ingbert

Im Pumpenhaus wurden die Chancen durch das Cispa Helmholtz Center an der Universität Saarbrücken für die Mittelstadt diskutiert. Ulli Meyer sieht genügend Platz und Infrastruktur für die neuen Mitarbeiter des Zentrums.

In dem neuen Cispa Helmholtz Center for Information Security Institut an der Universität in Saarbrücken sieht der neue St. Ingbert Oberbürgermeister Ulli Meyer (CDU) eine „Jahrhundertchance für St. Ingbert“. „Wir als Stadt sehen uns in der Lage, Platz und Infrastruktur für das neue Zentrum und seine Mitarbeiter bereitzustellen“, betonte Meyer am Montagabend bei einer Podiumsdiskussion im Pumpenhaus. Und er fügte an „Wir wollen und werden diese Chance ergreifen.“ Schließlich habe man in St. Ingbert immer schon die richtigen Trends erkannt und so auch den Strukturwandel bewältigt.

Im vollbesetzten Pumpenhaus diskutierte der St. Ingberter Oberbürgermeister Ulli Meyer mit Cispa-Direktor Professor Michael Backes, Nico Ganster, dem Vorsitzenden des Vereins Handel & Gewerbe, und Philipp Gross, dem Geschäftsführer von Peter Gross Bau in St. Ingbert. Das Fazit nach knapp zwei Stunden: Alle Vier sind der Überzeugung, dass Cispa und St. Ingbert sehr gut zusammenpassen. Auf die Frage von Moderatorin Nelly Theobald – die Journalistin moderierte das Ganze – warum das denn so sei, erklärte Nico Ganster: „St. Ingbert ist eine lebens- und liebenswerte Stadt mit einem tollen Umfeld und einer hohen Wohnqualität.“

Für Philipp Groß passen „Geschwindigkeit und Vitalität von Cispa und Stadt zusammen“. Professor Michael Backes meinte: „St. Ingbert bietet eine hohe Lebensqualität.“ Und genau diese würden die Cispa Mitarbeiter suchen. Für den St. Ingberter Oberbürgermeister war die Antwort einfach: „In St. Ingbert kann man gut leben. Hier sind nette Menschen.“

Welche Chancen und Veränderungen bringt das Cispa Helmholtz Center für das Saarland? Wie kann St. Ingbert hiervon profitieren? Was kann St. Ingbert zum Erfolg des Cispa beitragen? Das waren Fragen, mit denen sich die Diskussion beschäftigte. Gleich zu Beginn betonte OB Meyer, dass er in der Verwaltung im Bereich der Wirtschaftsförderung eine Cispa-Serviceagentur mit einem Englisch sprechenden Mitarbeiter einrichten werde. Dieser solle den Cispa-Forschern, die sich in St. Ingbert ansiedeln wollen, bei alltäglichen Dingen, wie etwa der Anmeldung oder der Suche nach Kindergärten und Schulen, behilflich sein. Weiterhin will der OB innerhalb der Stadtverwaltung Strukturen schaffen, die die Entwicklung des Cispa-Centers begleiten. In der IT sieht Meyer „die Lebensader der modernen Gesellschaft“ und die „Wachstumsbranche der Zukunft“. Professor Backes machte deutlich, dass die Digitalisierung die Welt in einem rasenden Tempo verändere. Die Cyberkriminalität bezeichnete er als größte Gefahr des 21. Jahrhunderts.

Nach Angaben von Backes arbeiten in seinem Institut zurzeit 200 Menschen. Ziel sei es, diese Zahl von Spitzenforschern aus aller Welt in rund zehn Jahren auf 1000 zu erhöhen. Und diese suchten Wohnraum im unmittelbaren Umfeld des Centers, beispielsweise in St. Ingbert. Backes fasste das so zusammen: „Diese Menschen bringen Wertschöpfung, Kaufkraft und Leben in die Stadt.“ Er wohne selbst in St. Ingbert und fühle sich sehr wohl. Backes wies zudem darauf hin, dass aus dem Center heraus mit jährlich 10 bis 20 sogenannten Ausgründungen, also Firmenneugründungen, zu rechnen sei. Diese bräuchten Platz und stellten auch selbst wieder Mitarbeiter ein. Weiter rechnete der Professor vor, dass auf jeden IT-Arbeitsplatz bis zu fünf weitere Arbeitsplätze im Handwerk und im Dienstleistungsbereich dazu kämen. Backes sprach von einer „riesigen Wertschöpfung“.

Philipp Gross machte deutlich, dass die Stadt auf die IT-Technologie aufspringen müsse. Er betonte aber auch, dass es hierfür eine effiziente, moderne und vor allem digitale Verwaltung brauche. Nach Ansicht von Nico Ganster hat St. Ingbert viele Standortvorteile. Die Stadt biete ein angenehmes Wohnumfeld mit viel Grün, aber auch viel Kultur. Und: In St. Ingbert könne man sicher wohnen. Ganster mahnte aber auch an, dass die Stadt einen Masterplan Entwicklung für die Bereiche Verkehr und Wohnungsplanung brauche und außerdem Gewerbeflächen entwickeln müsse. Auch OB Ulli Meyer hob die weichen Standortfaktoren von St. Ingbert, wie Wohnen und Wohnumfeld oder eine unternehmensfreundliche Verwaltung sowie ein gute Ausstattung mit Kindergärten und Schulen hervor. Wenn es nach dem neuen Oberbürger geht, dann soll St. Ingbert zum „Herz der IT-Wirtschaft im Saarland werden“.

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