Die Zukunft gehört den Azubis

Anfang der Woche wurden beim Homburger Bosch-Werk einige Zahlen auf den Tisch gelegt. Noch ist keine Krise in Sicht, auch wenn die Verkaufszahlen von Diesel-Fahrzeugen zurückgehen. Zeitarbeitsverträge gibt es bei Bosch aber derzeit nicht mehr.

Wird weltweit Diesel gefahren, geht es Bosch in Homburg gut. Auf diese einfache Formel lässt sich die Zukunft der derzeit 4780 Mitarbeiter des Homburger Bosch-Werkes bringen. Denn an der Bexbacher Straße werden bekanntlich Dieselpumpen angefertigt, deren Spektrum von einfachen Reihenpumpen bis zur neuesten Generation der Hochdruckinjektoren reicht. Sorge bereitet derzeit der deutliche Rückgang von rund sieben Prozent bei Neuzulassungen von Pkw und Nutzfahrzeugen in Südeuropa. Doch bisher, betonte der kaufmännische Direktor, Franz Folz, gehe es dem Homburger Werk gut. Allerdings habe man mit dem Auslaufen der Zeitverträge keine neuen Zeitarbeitskräfte mehr angefordert. "Derzeit arbeitet bei Bosch die Stammbelegschaft", sagte Folz. Dazu zählen auch 163 Auszubildende, auf die besonderes Augenmerk gelegt wird, denn "sie sichern die Zukunft." Bosch ist mit seinen 52,5 Milliarden Euro Umsatz (2012) und seinen 306 000 Mitarbeitern der weltweit größte und technisch führende Zulieferer von Kfz-Technik. Eine Stellung, die an allen Standorten verteidigt werden muss, nicht zuletzt auch in Homburg. "Die Auszubildenden haben bei uns alle Aufstiegsmöglichkeiten", erklärt Folz. Das heißt, wer bei Bosch eine Lehre abschließt, kann später durchaus eine Fachhochschul-Ausbildung anschließen, ohne dass dabei seine Arbeitsstelle verloren ginge, im Gegenteil: "Wir unterstützen Fort- und Weiterbildung ausdrücklich."

Im August beginnt wieder das neue Ausbildungsjahr, 54 frisch gebackene Azubis werden dann in Homburg ihren ersten Arbeitstag antreten, die meisten im technisch-gewerblichen Bereich. Elf Plätze werden an Studenten vergeben, die an der Berufsakademie eine parallele Ausbildung machen. Da die Nachfrage nach einer Ausbildung bei Bosch groß ist, stehen diesmal an zwei Tagen die Türen für Schüler offen: am 13. und am 14. September. Der ehemalige Vorstandsvorsitzende von Bosch, Franz Fehrenbach, hatte im Jahr 2008 vorgegeben, den CO2-Ausstoß aller Bosch-Werke bis zum Jahr 2010 um 20 Prozent zu reduzieren, ein ehrgeiziger Plan, an dem auch das Homburger Werk arbeitet: Maschinen werden ausgestellt, sobald sie nicht mehr gebraucht werden, Abwärme wird genutzt, Druckluft nur für notwendige Prozesse eingesetzt. Es gibt im Werk Ost sogar eine kleine Energie-Erlebniswelt, anhand derer sich die Mitarbeiter darüber informieren können, wo und wie sie Energie einsparen können. Denn der positive Effekt der Energieersparnis ist Kostensenkung - und damit auch Standortsicherung, wie der technische Leiter, Thomas Gönner, erklärte.

 Auszubildende bei Bosch an einer Drehmaschine.
Auszubildende bei Bosch an einer Drehmaschine.

Zum Thema:

Auf einen BlickBosch verteilt sich im Saarland auf mehrere Standorte. Die beiden größten sind in Homburg angesiedelt: Bosch Diesel Systems mit 4780 Mitarbeitern sowie Bosch Rexroth (Drive & Control Technology) mit 770 Mitarbeitern. Hinzu kommen die Firma Moehwald in der Michelinstraße und in St. Ingbert mit 110 Mitarbeitern (Montageanlagen und Sondermaschinen) und in Neunkirchen die BESG (Bosch Emissions Systems), die demnächst auf 250 Mitarbeiter anwachsen soll. In Homburg werden im Jahr 2013 voraussichtlich 6,9 Millionen Common-Rail Injektoren für Pkw und 3,6 Millionen für Nutzfahrzeuge hergestellt. Die Einspritzdrücke werden immer höher, von einst 1350 bar auf heute 2500 bar, was hohe Ansprüche an Material und Oberflächen stellt. Kein Wunder, dass allein in der Entwicklungsabteilung bei Bosch 43 000 Mitarbeiter weltweit forschen. maa