Die Theoretikerin der Ästhetik

Ein reizvoll komponiertes Theaterstück über eine hochinteressante Frau hat Win Wells geschrieben. Die „kleine bühne“ zeigt das Stück über Gertrude Stein erneut am kommenden Sonntag im Kulturhaus.

. Am Sonntag, 28. September, um 19.30 Uhr führt die "kleine bühne" der Volkshochschule St. Ingbert nochmals das Schauspiel "Gertrude Stein und eine Begleitperson" von Win Wells auf. Die Vorstellung findet im Kulturhaus, St. Ingbert , Annastraße 30 statt.

Die Schriftstellerin Gertrude Stein wurde 1874 in den USA geboren, sie starb 1946 in Paris . Sie stammte aus wohlhabender deutsch-jüdischer Familie, ließ sich 1902 in Paris nieder. Zusammen mit ihrem Bruder Leo wurde sie zum Mittelpunkt eines Kreises von Künstlern, darunter vor allem die Maler Pablo Picasso und Henri Matisse sowie amerikanische Schriftsteller wie J.Dos Passos oder Ernset Hemingway. Eines der berühmtesten Bilder von Picassso ist das "Bildnis der Gertrude Stein " (1906), heute im Metropolitan Museum of Art in New York. Dieses Porträt und viele andere berühmt gewordene Bilder hingen in der Kunstsammlung in Gertrude Steins Pariser Wohnung, Rue de Fleurus 27.

Als Schriftstellerin und Theoretikerin der Ästhetik besaß sie großen Einfluss auf die moderne amerikanische und europäische Literatur. Man hat sie als "Mutter der Moderne " bezeichnet. "Sie verfocht eine durch assoziative Reihung und scheinbar sinnlose Satzteilwiederholung fließende, interpunktionslose Prosa zur Wiedergabe einer kontinuierlichen Gegenwart, wobei sie gleichzeitig Genauigkeit des Gegenständlichen anstrebte. In diesem Zusammenhang ist ihr Satz "Eine Rose ist eine Rose ist eine Rose" legendär geworden. Ihre Freundin und Sekretärin Alice B. Toklas lernte sie 1907 kennen. Sie war wie Gertrude Stein eine sehr eigenwillige Persönlichkeit. Alice B. Toklas starb 1969 in Paris .

"Gertrude Stein und eine Begleitperson", das Stück von Win Wells, ist ein dramaturgisch sehr reizvoll komponiertes Theaterstück, in dem das Leben und die Bedeutung zweier Frauen in Montage- und (Rück-) Blenden-Technik porträtiert und reflektiert wird. Der Dialog ist geistvoll, kurzweilig und unterhaltsam gestaltet. Einen besonderen Reiz gewinnt das Stück auch dadurch, dass die beiden Protagonistinnen gelegentlich in die Rolle anderer Personen schlüpfen, etwa Picassos, Leo Steins, Ernest Hemingways und andere.

In der Aufführung spielen Annemarie Neuhaus und Ursula Ochs-Steinfeld die Rollen der Gertrude Stein und Alice B. Toklas. Die Bühnengestaltung hat Katrin Fischer, Regie führt Albrecht Ochs. red