Sternsinger: Die Sternsinger ziehen durch die Straßen

Sternsinger : Die Sternsinger ziehen durch die Straßen

Unter dem Motto „Gemeinsam gegen Kinderarbeit in Indien und weltweit“ sind am Wochenende wieder viele „Könige“ unterwegs.

An diesem Wochenende kommen die Sternsinger. Die drei Weisen aus dem Morgenland, Casper, Melchior und Balthasar, ziehen mit einem Stern voran durch die Straßen, klingeln an jeder Haustür und tragen ein Lied oder ein Gedicht vor. Mit dem Kreidezeichen „C-M-B“ bringen sie den Segen „Christus segne dieses Haus“ (Christus mansionem benedicat) und sammeln für Not leidende Kinder in aller Welt. Dieses Jahr unter dem Motto „Gemeinsam gegen Kinderarbeit in Indien und weltweit“.

Ein langer Weg liegt vor den Kindern und Jugendlichen. Bis zu sieben Stunden sind sie gemeinsam mit ihren Betreuern in mehreren Gruppen im gesamten Stadtgebiet unterwegs. In der Pfarrei St. Hildegard-St. Barbara beteiligen sich dieses Mal rund 25 Kinder, erklärt Pfarrsekretärin Garbiele Metzger. Dabei ist das Dreikönigssingen für die diesjährigen Kommunionkinder Pflicht. Um 9 Uhr an diesem Samstag besuchen die Sternsinger zunächst das Altenzentrum St. Barbara und die Kindertagesstätte. Anschließend laufen sie bis 17 Uhr durch die Straßen. Um die Mittagszeit gibt es ein Mittagessen zur Stärkung, so Metzger. Am Sonntagmorgen findet um 10 Uhr ein Gottesdienst statt, und ab 13 Uhr machen sich die Kinder erneut auf den Weg. Den Abschluss bildet um 17 Uhr der Neujahrsempfang im Pfarrsaal St. Hildegard. „Bleibt nur zu hoffen, dass das Wetter mitspielt“, betont Metzger.

Bereits im Dezember veranstaltete die Pfarrei in Kooperation mit Herz Mariae einen Vorbereitungskurs zur Sternsinger-Aktion und dem diesjährigen Motto. Zunächst schauten die Kinder einen Film von Willi Weitzel, um zu verstehen, was Kinderarbeit überhaupt bedeute. „Das war schon sehr bedrückend“, sagt Metzger. Anschließend gab es ein Quiz, um zu zeigen, wie viel die Sternsinger verstanden haben und wo noch Erklärungsbedarf bestand. Auch in weiteren Workshop wurde das Thema und die Kenntnis über Indien vertieft. So konnten sie Schlüsselanhäger basteln oder Elektroschrott recyceln, und dabei diskutieren, was Kinderarbeit ausmache. Bei Reis mit Hühnchen-Curry lernten die Kinder Indien auch kulinarisch kennen.

Als Könige verkleidet laufen die Kinder von Haus zu Haus und bringen einen Segen, wie hier im letzten Jahr in Oberwürzbach. . Foto: Albert

Das Kindermissionswerk, das Kinderhilfswerk der katholischen Kirche, organisiert das Dreikönigssingen. Kinderarbeit ist seit langem ein großes Anliegen. So heißt es auf der Internetseite des Missionswerk: „Laut Angaben der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) müssen 152 Millionen Kinder weltweit regelmäßig mehrere Stunden täglich arbeiten – mehr als die Hälfte davon sogar unter gefährlichen und ausbeuterischen Bedingungen, zum Beispiel in Steinbrüchen oder auf Plantagen. Diese Kinder müssen arbeiten, weil ihre Familien arm sind und die Eltern kein gesichertes Einkommen haben. In der Regel verhindert die Arbeit der Kinder einen regelmäßigen Schulbesuch.“ Ausbeuterische Kinderarbeit bedeutet beispielsweise laut Unicef, wenn Kinder zu früh einer Vollzeitbeschäftigung nachgehen müssen, ihre Arbeitszeiten zu lang sind, die Arbeit nicht angemessen bezahlt wird, den Kindern zu viel Verantwortung aufgebürdet wird oder das Arbeitsumfeld gefährlich ist. Das Kindermissionswerk verfolgt konkrete Ziele, die unter anderem durch den Erlös des diesjährigen Dreikönigssingen gefördert werden: „die Begleitung von Kinderrechtegruppen, Vergabe von Kleinkrediten, Stärkung von (Solidar-) Gemeinschaften, Bereitstellung von Bildung und Informationen, eine garantierte warme Mahlzeit in der Schule, entsprechende Regierungsprogramme, die kostenlose Schulbildung aktiv einfordern“.

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