Die Sieger des Kurzfilmfestivals in St. Ingbert stehen fest

Ein tolles Wochenende für junge Cineasten in St. Ingbert : „Es war überwältigend und berührend“

Die Biosphärenstadt im Zeichen des Kurzflims: Das Bundesfestival junger Film rollte zum zweiten Mal den grünen Teppich aus.

Filmemacher bis 29 Jahre, Werke mit maximal 29 Minuten. 20 Preise im Wert von über 20 000 Euro, über 100 Werke und 6097 Besucher: das ist „filmreif!“ in Zahlen. Es kamen so viele mehr als wir erwartet haben“, sagte Jörn Michaely, künsterlischer Leiter von „filmreif!“. „Es war überwältigend und berührend.“Aus ganz Deutschland reisten junge Filmemacher in die Biosphärenstadt, um ihre Werke im Wettbewerb zu präsentieren. Gedrehte Streifen fanden in insgesamt zwölf Filmblocks von Donnerstag bis Samstag in der Filmwerkstatt und im Open Air Kino auf dem Marktplatz ihre Bühne. Dort wurden am Samstag Abend auch die Musikvideos der Kategorie „jungerChlip!“ gezeigt. Drehbücher, „Filme in Embryonalstellung“, wie Moderator Oliver Hottong es formulierte, traten im Waschhaus gegeneinander an. Für alle Teilnehmenden die Chance zu zeigen, was sie können. Es ist aber auch eine Möglichkeit, Kritik zu ernten und sich auszutauschen – innerhalb der Branche wie mit den Zuschauern. Auch diejenigen, die keine Preise gewannen, konnten von neuen Begegnungen profitieren.

Neben den Aufführungen bot „filmreif!“ zudem ein breites Rahmenprogramm. Zum Beispiel den „FilmTalk!“, bei dem die Macher in Gesprächsrunden zu ihren Werken Rede und Antwort standen. Oder die gemeinsame „FilmParty!“ im Anschluss an den offiziellen Teil, bei der bis in die Nacht gefeiert wurde. Ein weiteres Highlight war der „Mondo Trashfilm“. Hier nahmen die beiden Experten-Kritiker Serge Immanuel Pocken und Dr. Harbert Stofeles von der „Sparte 4“ des Saarländischen Staatstheaters zur Belustigung des Publikums Werke unter die Lupe. Und sogar eine eigene Minigolfbahn aus Filmrequisiten nannte das Festival sein Eigen. Für das leibliche Wohl war auf der Festivalmeile auch gesorgt. Hier lag der Schwerpunkt, passend zum grünen Teppich, auf nachhaltigen und regionalen Projekten junger Unternehmer.

Die Preisverleihung fand am Sonntagnachmittag in der Stadthalle statt. Los ging es mit dem Minigolfpreis, den das Team „Captain Gaza“ mit nach Hause nahm. Danach ging es an die Auszeichnung der Filme.

Themen wie Familie, Liebe und Beziehung standen im Fokus, aber auch Umwelt, Zukunft und die Entwicklung der Technik. Drei Jurys mit insgesamt 14 Mitgliedern vergab ihre Stimmen ebenso wie die Zuschauer. Den Publikumspreis über 2500 Euro, gestiftet vom Verein zur Förderung der sozialen und kulturellen Belange in St. Ingbert, gewann der Film „La Bestia“ von Manuel Inacker, der vom bekannten Frachtzug erzählt, mit dem viele Reisende versuchen, die mexikanische Grenze zu erreichen. Mit dem Preis für den „besonders gesellschaftlich relevanten Film“ wurde Inacker ebenfalls ausgezeichnet. Den Musikvideopreis gewann mit dem Clip „Nach Hause“ Anastasija Kretzschmar.

Der „beste Film“, dotiert mit 2500 Euro, gestiftet von den Stadtwerken St. Ingbert, ging an „Am Cu Ce“ von Hannah Weissenborn. Ihr Werk greift ein aktuelles wie wichtiges Thema auf. Es beleuchtet den risikoreichen Alltag von Fernfahrern. Der Spagat zwischen einzuhaltenden Fahrzeiten und genügend Verdienst ist in vielen Fällen schwierig und bringt gravierende Probleme mit sich. Der Titel leitet sich von einem rumänischen Sprichwort ab, das so viel heißt wie: „Alles, was ich brauche“. Dazu erhielt der Film einen der beiden Nachhaltigkeitspreise.

Aber nicht nur Geld- sondern auch Sachpreise von namhaften Firmen aus der Filmindustrie gab es zu gewinnen. So zum Beispiel beim Stoffentwicklungspreis „jungerPitch!“, den Anna Matthey mit ihrem Projekt „Noctem“ erhielt.

Insgesamt wurden 20 Preise vergeben, und eines haben alle Auszeichnungen gemein: Sie sollen junge Filmschaffende bei zukünftigen Projekten unterstützen und sie auf ihrem Weg bestätigen.

Gemeinsam mit Fabian Roshy (rechts) kamen alle Gewinner des Filmfestivals zu einem Gruppenbild vor der Sponsorenwand zusammen. Foto: Selina Summer

Eine Frage fiel sehr oft: Findet „filmreif!“ weiterhin in St. Ingbert statt? Der organisatorische Leiter, Fabian Roshy, sieht positiv in die Zukunft. „Wir führen bereits produktive und konstruktive Gespräche und hoffen, das Festival langfristig in St. Ingbert etablieren zu können.“ Michaely stimmt ihm zu. „Wir hoffen, nächstes Jahr weiter machen zu können.“