Grüne Geschichte : Besondere Grünanlagen in der Saarpfalz

Unter dem Begriff „Gärten mit Geschichte“ bringt der Saarpfalz-Kreis jetzt eine Broschüre mit Veranstaltungen heraus.

Es ist nicht ganz neu, das Gartenthema in der Saarpfalz. Vor drei Jahren dürften in vielen Haushalten zwischen Peppenkum und Jägersburg der Bexbacher Blumengarten, der St. Ingberter Elstersteinpark oder der Barockgarten des Edelhauses von Schwarzenacker die Wand geschmückt haben - in Form eines Kalenders. Denn 2016 brachte die Saarpfalz-Touristik zusammen mit der Kreissparkasse Saarpfalz den alljährlichen Kalender heraus, der den Titel „Gärten mit Geschichte“ trug.

Nun kommt Gutes bekanntlich wieder, denn die Saarpfalz-Touristik hat den schönen Slogan „Gärten mit Geschichte“ erneut aufgegriffen und mit Leben erfüllt. In diesen Tagen wird ein 50-seitiger Veranstaltungskalender herauskommen, der alle Führungen, Radtouren oder Ausflugsmöglichkeiten zu den saarpfälzischen Gärten auflistet.

Das Thema ist breit gefächert. Dass der ehemals prachtvolle Park des im 18. Jahrhundert in Homburg residierenden Herzogs Karl II August auf dem damaligen Buchenberg ein historischer Garten ist, steht außer Frage. Auch wenn vom Garten nicht mehr viel übrig ist, weswegen das Gelände auch heute „Wald Park Schloss Karlsberg“ heißt und in der Tat eher ein Waldstück ist, das mit einem Weiher, Ruinen und zwei aus Cortenstahl rekonstruierten Becken bestückt ist. Aber eine Geschichte hat dieses Gelände allemal.

Doch gilt das auch für den Bexbacher Blumengarten? Hat der auch eine Geschichte? Hat er. Und zwar eine Nachkriegsgeschichte, als im Saarland noch die Kohle- und Stahlindustrie florierte und viele Bürger in dunklen und ungesunden Häusern oder Wohnungen lebten, weil das Wirtschaftswunder noch nicht so wirklich bis Bexbach gekommen war. Nach 1949 wurden auf dem Gelände des heutigen Blumengartens „Musterhäuser für den sozialen Wohnungbau“ errichtet, ergänzt durch verschiedene Gartenformen, seien es Schreber-, Nutz- und Ziergärten, auch Wochenendgärten, Staudenwiesen und Teichgärten wurden hier gezeigt. Und aus diesen ersten Formen eines Schaugartens entwickelte sich der Blumengarten, von Anfang an ein „Volksgarten“, zu dem jeder freien Zutritt hatte. Der Bergbau ist zwar längst weg aus Bexbach, aber die Spuren sind bis heute sichtbar, wobei der Blumengarten nur ein Teil davon ist. Der Barockgarten der Blieskasteler Orangerie gehört ebenso zu den Gärten mit Geschichte wie der Garten des Kulturlandschaftszentrums Haus Lochfeld im Bliesgau. > Bericht folgt

Eine Figurengruppe im Blieskasteler Klostergarten. Foto: Wolfgang Henn/WolfgangHenn
Blick auf den Niederwürzbacher Weiher. Foto: Wolfgang Henn/WolfgangHenn

Eine geführte Wanderung im Rahmen der „Gärten mit Geschichte“ beginnt bereits am kommenden Sonntag, 14. April, um 10.30 Uhr, Treffpunkt: Elstersteinpark, Elversbergerstraße 51, gegenüber des St. Ingberter Kreiskrankenhauses. Es handelt sich um einen zweistündigen Spaziergang mit vielen Informationen durch den ehemaligen „Schlosspark“ und künftigen Wald- und Bürgerpark Elsterstein unter Führung des Experten Hans-Werner Krick. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.