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Die „Schermscha“ aus St. Ingberter haben große Pläne

Neuer Verein : St. Ingberts „Schermscha“ haben große Pläne

Der erst vor wenigen Monaten gegründete Verein hat sich Fastnacht aber auch soziales Engagement auf die Fahnen geschrieben.

„Ausnahmezustand“ – so könnte man die aktuelle weltweite Situation auch beschreiben. Bei dem neu gegründeten St. Ingberter Verein „Schermscha“ ist der „Ausnahmezustand“ allerdings eine gemischte Schautanzgruppe für junge und junggebliebene Menschen ab 16 Jahren. Mitte des letzten Jahres hat sich der Verein gegründet und ist ganz frisch seit Dezember im Vereinsregister eingetragen.

„Wir sind kunterbunt und offen für jung und alt. Als Hobby- und Freizeitverein wollen wir aber nicht nur zum Karneval, sondern das ganze Jahr über aktiv am Geschehen in unserer Lieblingsstadt teilnehmen“, erzählt die erste Vorsitzende Angie Bousonville. Mit etwa 20 Gründungsmitgliedern, die alle langjährige Erfahrungen im karnevalistischen Bereich einbringen können, freut sich der Verein darauf, zu wachsen. „Mittlerweile ist unsere Gemeinschaft schon auf rund 50 Mitglieder angewachsen. Ob als Mitglied in einer der bestehenden Tanzgruppen oder lieber hinter den Kulissen, hier ist jeder herzlich willkommen“, betont die gut gelaunte St. Ingberterin. „Wir haben außerdem noch eine Männertanzgruppe für Herren ab 18 – die Dengmerter Buwe – und eine Kindertanzgruppe für drei- bis sechsjährige Vorschulkinder – die Knirpse.“ Letztere sind sogar beitragsfrei. Größere Kinder zahlen einen Jahresbeitrag von 24 Euro und Erwachsene von 30 Euro.

Aber es wird nicht nur getanzt in dieser fröhlichen Gemeinschaft mit dem regenbogenbunten Schirm im Logo. „Wir wollen auch anderweitig kreativ und karitativ tätig sein. So gibt es beispielsweise unseren Social Media Club für Jugendliche unter erwachsener Anleitung. Diese Gruppe verarbeitet Ideen rund um ihre Heimatstadt, aktuelle Themen oder sonstiges Zeitgeschehen in kleinen Video- und Foto-Sequenzen für Instagram oder TikTok – stets mit einem Augenzwinkern und viel Spaß. Außerdem machen wir unsere Outfits selbst, gestalten Bühnenbilder, kochen gemeinsam und vieles mehr“.

Angie Bousonville ist Vorsitzende der „Schermscha“. Foto: Petra Pabst

Zuletzt brachten sich die Mitglieder des Vereins ins Gespräch, als sie kurz vor Weihnachten die Aktion „St. Ingbert hilft“ unterstützten. Dieses Projekt sprang in der Zeit ein, als die Tafeln aufgrund von aktuellen Auflagen vorübergehend schließen mussten. Die Initiatoren hatten in der Vorweihnachtszeit die Bevölkerung aufgerufen, Lebensmittel oder Dinge des täglichen Bedarfs zu spenden, die sie dann an Bedürftige verteilte. „Das haben wir gelesen und Sammelaktionen unter unseren Mitgliedern und im Umfeld gestartet, um diese tolle Aktion unserer Lieblingsstadt zu unterstützen und möglichst vielen ein sorgenfreies Fest zu ermöglichen. Insgesamt vier große Autos voll gepackt mit Lebensmitteln aber auch Spielsachen, Kleider- und Geldspenden konnten wir zusammentragen und zur Stadthalle bringen, von wo aus die Sachen dann weiter verteilt wurden“, berichtet Angie Bousonville nicht ohne Stolz. „Bedanken möchten wir uns neben allen Spendern vor allem bei den ehrenamtlichen Mitarbeitern der Initiative.“ „Die Spendenbereitschaft der St. Ingberter Bürgerinnen und Bürger hat mich einfach nur überwältigt“, resümierte damals Christina Wieth, ehrenamtliche Beauftragte für Soziales und Integration, voll Freude.

Der allgemeine Lockdown verhindert zwar aktuell größere Aktivitäten und das Gruppentraining. Aber dennoch sind die Vereinsmitglieder nicht untätig und schmieden bereits Pläne für die kommenden Wochen und Monate. „Wir wollen zu allen möglichen Festen und Märkten in der Stadt und im Kreis aktiv werden. Die nächste Aktion haben wir gerade mit dem Ordnungsamt abgestimmt. Sie soll Mitte Februar zu Karneval steigen und nennt sich ,Die Schermscha retten die Faasend – zumindest kulinarisch’“. Der Verein werde einen Abhol- und Lieferservice mit selbst eingelegten Heringen und Omas hausgemachter Kartoffelsuppe anbieten. „An drei Standorten in St. Ingbert, die wir noch veröffentlichen werden, kann man dann die selbstgemachten Köstlichkeiten nach Vorbestellung abholen.“ Der Erlös hieraus fließt dann zur Hälfte in die Vereinskasse. Die andere Hälfte soll an die saarländische Krebshilfe gespendet werden.

Das Vereinslogo. Foto: Schermscha

Wie der Vereinsname zustande kam, kann die Vorsitzende nur zum Teil erklären. „Allgemein werden im regionalen Sprachgebrauch die St. Ingberter Einwohner so genannt (siehe auch Infokasten). Warum das allerdings so ist, konnte noch niemand im Verein herausfinden. Das ist eine gute Frage, die wir gerne an die Bevölkerung weiter geben. Wer etwas darüber weiß und uns Hinweise darüber geben kann, warum die St. Ingberter „Schermscha“ genannt werden, ist herzlich aufgefordert, uns etwas darüber zu erzählen“, fordert sie lachend auf.

Weitere Infos zum Verein und Vorbestellungen für Heringe und Kartoffelsuppe bei Angie Bousonville: Tel. (0173) 9 52 86 32.