„Die Rose“ forderte Beifall heraus

„Die Rose“ forderte Beifall heraus

Zwar litt der Besuch unter dem Wetter, aber wer die Josefstaler und ihren Partnerchor aus Radebeul hörte, bereute nicht, gekommen zu sein. Ein Höhepunkt war die Version des Bette-Middler-Klassikers „The Rose“.

. Mit dem Motto einer Veranstaltung ist es ja immer so eine Sache. Oft passt es nicht, weil man bei der Wahl daneben griff. Dann passt es, aber der Inhalt entwickelt sich am Ende anders. Die zweite Variante traf auf das Chorkonzert des Männergesangvereins (MGV) Josefstal 1821 St. Ingbert zu, welches am Sonntag in der Stadthalle stattfand. "Es zogen auf sonnigen Wegen", war die Veranstaltung übertitelt. Mit Sonne war an diesem regnerischen Tag bekanntlicherweise nichts. Und deshalb zogen, obwohl sogar der St. Ingberter Partnerchor aus Radebeul das Programm mitgestaltete, auch nicht allzu viele Konzertbesucher auf den Wegen in den Saal.

So machte denn auch Uwe Meisenheimer, der neue MGV-Vorsitzende, das Wetter als Grund für den überschaubaren Besuch aus. "Es tut uns gut, wenn wir heute für Sie singen", bekannte Meisenheimer dennoch in seiner Begrüßungsrede. Den Kontakt zum Lößnitzchor Radebeul habe man bereits seit 2003, als man erstmals in der "Dengmerter Partnerstadt" zu einer Konzertreise war. So lobte auch Oberbürgermeister Hans Wagner den Chor, der vier Tage in der Mittelstadt weilte. "Sie sind das Zeichen gelebter Partnerschaft", lobte das Stadtoberhaupt die Gäste. Bei den Radebeuler Sängern waren die Frauen in der Überzahl. Nur zwei Herren komplettieren die Sängerriege.

Unter der Leitung von Eric Weisheit gaben die Gäste Werke zum Besten wie "Cuccú", was sie teilweise auch auf Italienisch sangen. Beim St. Ingberter Publikum kam aber auch die kleine Gruppe des Lößnitzchors an (Leitung: Lore Weise), die etwa das lettische Lied "Schwalben singen in den Eichen" zum Besten gab. Auch bei "Dat du min Leevsten büst", das bekannteste niederdeutsche Lied, war das nicht anders. Hier hatte Carmen Hempel ihr Solo. Man könne bei "Die Rose" gerne seinen Gefühlen freien Lauf lassen, hatte Moderatorin Renate Tschentscher das Publikum vorab aufgefordert. Da war durchaus was dran. Denn die deutsche Version von "The Rose" hatte es angesichts des Solos von Anita Benicke in sich, wie sich am Applaus des Konzertpublikums ableiten ließ.

Bei einem Besuch in der Partnerstadt durfte die Liebeshymne auf Radebeul, das Lößnitzlied, nicht fehlen. Auch der MGV (Leitung/Klavier: Friedel Hary) hatte sich mit seinen Liedern von Freddy Quinn etwas einfallen lassen. Ob "Heimat (Schön war die Zeit) ", "Die Gitarre und das Meer" oder "Sie hieß Mary Ann": Ein Männerchor ist prädestiniert für Lieder, die nicht nur einen Ohrwurm darstellen, sondern auch für Titel, die von Fernweh und Sehnsucht künden. Gar nicht wenige der Menschen im Parkett ließen sich da in den Bann des Gesanges ziehen und sangen leise mit oder trauten sich zumindest leise mitzusummen.

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