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Die Pläne für den neuen Radweg bei Oberwürzbach

Ortsrat Oberwürzbach : Die Pläne für den neuen Radweg bei Oberwürzbach

Eine Lücke in der Verbindung St. Ingbert-Blieskastel sowie im Radwegenetz zwischen Hassel und Niederwürzbach soll geschlossen werden.

Radwege sind in St. Ingbert meist Stückwerk. So auch in Oberwürzbach, wo man sich schon lange eine zusammenhängende Verbindung nach Blieskastel und Hassel wünscht. Ein straßenbegleitender Radweg endet bisher in Rittersmühle. Die Planung und der Neu- sowie Ausbau des Radwegenetzes entlang von Landesstraßen liegen im Zuständigkeitsbereich des Landesbetriebes für Straßenbau (LfS). Dessen Planungen zum Neubau eines Rad- und Gehwegs entlang der L 235 haben begonnen, die notwendigen Voruntersuchungen sind abgeschlossen, und eine Vorzugsvariante wurde herausgearbeitet. Um diese vorzustellen, waren am vergangenen Mittwoch zwei Vertreter dieser Behörde zum Ortsratstermin ins Dorfgemeinschaftshaus gekommen.

„Wir haben einen Planungsstand erreicht, bei dem die Umsetzung in greifbare Nähe rückt“, sagte LfS-Mitarbeiter Jochen Hahn. Man sei gerade dabei, Genehmigungen zur Vorplanung in Saarbrücken einzuholen. Bei der Variantensuche für die Ausführung und Lokalisierung des Weges habe man die Wirtschaftlichkeit und den Naturschutz im Auge behalten müssen, sodass sich eine Variante besonders empfehle. Andreas Deutsch vom Fachbereich Sonderplanung des LfS erläuterte diese anhand von Plänen. „Besonderes Hemmnis ist, dass der Querschnitt der L 235 relativ schmal ist. Doch eine separate Infrastruktur für Radfahrer und Fußgänger ist wichtig. Denn ein Mischverkehr mit allen Verkehrsteilnehmern ist hier gefährlich.“ Auch der „Knoten“, also der Übergang zur L 111, sei geometrisch ungünstig gelegen und zu beachten, dass der Radweg, würde er linksseitig der L 235 von Rittersmühle Richtung Niederwürzbach geführt, ein Naturschutzgebiet berührt. Dieses NSG Ritterstal mit relevantem Flora-Fauna-Habitat sei eine Tabufläche, sodass das Augenmerk der Radwegplanungen nun auf der rechten Seite, der Südseite der Landstraße 235 liegt.

Auf der zu planenden rund einen Kilometer langen Strecke müssten demnach mehrere Aufschüttungen sowie Hangabtragungen erfolgen. Demnach würde der kombinierte Rad- und Gehweg später 2,50 Meter breit sein, 1,75 Meter Abstand zur Fahrbahn haben und von dieser durch einen Grünstreifen getrennt sein. „Somit entfallen weitere Sicherungsmaßnahmen wie Leitplanken“, hebt Deutsch einen Vorteil hervor. Die Variante habe auch einen Wermutstropfen, denn durch die Anbindung des bestehenden Radwegs, der auf der anderen Straßenseite liegt, müssten Querungshilfen eingebaut werden. Das Gleiche gelte für die Anbindung im Bereich des Kreuzungspunktes zur L 111. Um die Verkehrssituation in diesem Begegnungsraum aller Verkehrsteilnehmer zu entschärfen, würde die Geschwindigkeitsregelung angepasst werden müssen. Außerdem würde die Einmündung der L 235 in die L 111 anders gestaltet werden, um eine bessere Straßeneinsicht zu gewähren.

Läuft alles nach Plan, dann könne das Baurecht bis Ende 2022 erteilt werden und die Umsetzung für rund eine Million Euro Gesamtkosten spätestens im Sommer 2023 erfolgen. Vorausgesetzt, alle vom Bau betroffenen Grundstückseigentümer „spielen mit“.