Die Musenbolde waren sprachlos

Die Jugendtheatergruppe der Pfarreien Herz Mariae und St. Hildegard, besser als Musenbolde bekannt, führten in der Stadthalle das Märchen „Die Wörterhexe“ auf. Das Theaterstück des Piff-Paff-Puppentheaters begeisterte Erwachsene und Kinder.

. Was gibt es an einem regnerischen Donnerstag Besseres, als ein trockenes Plätzchen in einem Blumengarten. Den gab es bei der Aufführung des Märchens "Die Wörterhexe" durch die Musenbolde in der St. Ingberter Stadthalle auf der Bühne zu erleben. Dass Blumen sprechen, gefiel den Kindern, die die Aufführung besuchten, besonders gut. Doch so rosig, wie es rein optisch aussah, ging es den Blümelein nicht, denn sie hatten ein Problem. Die gute Fee Amaryllis (Alexandra Feichtner), die sich um die blumige Pracht kümmerte, muss einmal im Jahr auf Reisen gehen, um neue Samenkörner zu sammeln. Doch die Blumensitterin, die Mume (Inge Thull), hat das Zipperlein und ist nicht einsatzbereit. Trotz einer Morgentaugabe der Spinne (Johannes Becher) wird es nicht besser und die Lösung für das "Pflegeproblem" rückt in weite Ferne. Doch der quirlige Waldschrat Hutzelfutzel (Jörn Michaely) bietet sich an, den Part zu übernehmen und die Blumen zu gießen, ihnen die Schnecken und Läuse vom Leib zu halten und sie vor der Wörterhexe zu beschützen.

Kein leichtes Unterfangen, zumal sich die Pflanzen gegen Hutzelfutzel wehren, weil er sie ärgert und allerlei Schabernack mit ihnen treibt. Die Wörterhexe (Louise Marschall) freute es, dass der etwas liederliche Waldschrat als Hüter des Gartens zurückblieb, denn so konnte sie erfolgreich auf Wörterfang gehen. Alte, neue, bezaubernde, wunderbare, aber auch böse Worte fing sie mit ihrem Kescher ein und konnte aus dem Vollen schöpfen. Hutzelfutzel lispelte und als der mit einem Sprachfehler behaftete Weltenbummler Salama (Daniel Roschy) auftauchte, wuchs die Wortausbeute der Hexe sogar noch um ein Vielfaches. Als die Fee einen Tag später wiederkam, waren die Pflanzen am Verdursten und Verhungern, die anwesenden Blumen und Beteiligten ihres Wortschatzes beraubt und sprachlos. "Was für ein Satz", freute sich die Hexe, wirbelte herum und hatte wieder ein neues Opfer für ihr Wortgefängnis, das mit einem Eisentor gesichert war. Davor hockte der Rabe Professor Silbentreu (Fabian Roschy), der die Wörter liebt, aber von der Hexe gefangen genommen wurde. "Wörter sind Musik. Hört nur wie sie klingen", ruft er den aus dem Blumengarten Zugereisten zu, die die Wörter befreien wollen. Er zählt viele Wörter auf, die umherschwirren und als er "küssen" den guten Wörtern zuordnet, ist von den kleinen Zuschauern ein "Äääh" zu hören. Nicht jeder konnte sich wohl mit dem Gedanken daran anfreunden, aber mit dem Märchen schon.

Gemeinsam mit den kleinen Zuschauern sangen die Schauspieler die Tonleiter, denn wenn es eines gibt, was die Wörterhexe hasst, dann ist es Gesang. Das Unterfangen führte zum Erfolg - und das Stück fand damit sein Ende. "Geht es nicht weiter?", fragte ein Steppke. Und das sprach eindeutig für eine tolle Leistung der jungen Truppe.