Die kalte Schulter der "Vernünftigen"

Die kalte Schulter der "Vernünftigen"

Das "Bündnis der Vernunft" - St. Ingberts neue gestaltende Kraft - ringt noch mit sich und seiner Linie. Kaum ein Mitglied der politisch bunten Truppe, das in den vergangenen Jahren nicht vehement transparente und demokratische Spielregeln eingefordert hätte im kommunalpolitischen Reigen. Jetzt, im Gefühl der Macht, zeigen einzelne Vertreter schon mal die kalte Schulter

Das "Bündnis der Vernunft" - St. Ingberts neue gestaltende Kraft - ringt noch mit sich und seiner Linie. Kaum ein Mitglied der politisch bunten Truppe, das in den vergangenen Jahren nicht vehement transparente und demokratische Spielregeln eingefordert hätte im kommunalpolitischen Reigen. Jetzt, im Gefühl der Macht, zeigen einzelne Vertreter schon mal die kalte Schulter. Uwe Reyinger, Freie Wähler, verhinderte per Geschäftsordnungsantrag in der jüngsten Sitzung des Stadtrates, dass die CDU-Alt um Markus Hauck ihre Position in der Werbeaffäre formulieren konnte. Roland Körner, Familien-Partei, wollte diese Woche im Ortsrat-Mitte ebenfalls per Geschäftsordnungsantrag gleich vier Tagesordnungspunkte, darunter die Ingobertus-Diskussion, abbiegen. Auch in Sachen Ingobertus hatte der CDU-Mann und Ortsvorsteher Ulli Meyer etwas zu sagen, einen vermittelnden Vorschlag einzubringen. Sollte er das nicht dürfen?In solchen Situationen wirken Mitstreiter der Vernunft(!)-Koalition merkwürdig verkrampft und gar nicht so transparenz- und diskussionsfreudig wie noch zu Zeiten ihrer Oppositionsrolle. Offensichtlich gibt es viel verbrannte Erde im Umgang untereinander, womöglich will der ein oder andere den alten Kräften zeigen, wo der Hammer hängt, den politischen Gegner so mundtot machen, wie er sich selbst lange gefühlt hat. Schmutzige Wäsche zu waschen ist gewiss nötig. Aber man möchte die Bekleidung doch später auch wieder tragen.

Kurios wird es im Fall des Ortsrates. Hätte das Gremium Körners Antrag bejaht, wären ihm Themen wie Grünschnitt und Zuschussverteilung geblieben. Da war es doch vernünftiger, über das zu reden, was in der Stadt derzeit ansteht.

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