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Die Feuerwehr musste anrücken wegen Rauchentwicklung in der Stadtbibliothek St. Ingbert

Rauch in Stadtbibliothek : Feuerwehreinsatz in der Stadtbibliothek

Laute Sirenen schallen heute gegen 11 Uhr durch die St. Ingeberter Innenstadt. Grund dafür ist Rauch, der aus der Stadtbibliothek kommt. Feuerwehr und Polizei sind sofort zur Stelle.

Kurz nach dem Sirenenalarm rückt die Feuerwehr St. Ingbert-Mitte mit zwei Löschfahrzeugen und einer Drehleiter an. Insgesamt 25 Feuerwehrmänner sind heute im Einsatz. Polizeihauptkommissar Torsten Towae vermutet zunächst einen brennenden Mülleimer. Klar ist bis dahin nur, dass der Qualm aus der Damentoilette kommt. „Vielleicht jemand der heimlich dort geraucht hat“, mutmaßt Towae zunächst. Mehrere Einsatzkräfte der Feuerwehr rennen mit Atemschutzmaske durch den Eingang hinauf in den ersten Stock, um erst mal sicher zu stellen, dass der Rauch nicht in die gesamte Bibliothek strömt. Dafür wird ein Rauchschutzvorhang an der Tür des Raums angebracht. „So kommt man noch rein, aber kein Rauch mehr raus“, weiß der Feuerwehrmann Alexander Weber. Schon zehn Jahre ist er im Einsatz, hat das mobile Be- und Entlüftungsgerät, welches erst später in das Gebäude gebracht wird, bisher aber nur in Übungen benutzt.

Kaum zehn Minuten nach dem Alarm ist auch Oberbürgermeister Ulli Meyer (CDU) am Einsatzort, obwohl er aktuell im Dauereinsatz wegen Corona ist. In beruhigendem Ton lobt er die „super Truppe“ in St. Ingbert: „Feuerwehr und Polizei arbeiten vorbildlich. Hier zeigt sich, dass wir in St. Ingbert auch in schwierigen Zeiten wie dieser auf unsere Einsatzkräfte zählen können.“ Eine kleine Menschenmenge hat sich indes um die Einsatzwagen herum versammelt und beobachtet das Treiben.

Mittlerweile steht ein sehr lautes, kleines Gerät mit einem Schlauch an den göffneten, gläsernen Eingangstüren der Bibliothek. „Der Überdruckbelüfter bläst Luft in das Gebäude, damit Rauch, der aus der Toilette entweichen konnte, nach oben durch die geöffneten Fenster abziehen kann,“ erklärt Alexander Weber. Zusätzlich wird über die Drehleiter einer der Feuerwehrmänner ganz nach oben, bis über das Dach der Bibliothek gefahren. „Er muss sichern, dass da oben nichts brennt und der Rauch abzieht.“ Der Lärm des Belüfters kann nicht übertönen, dass nun auch feststeht, dass ein Motorteil der Lüftung in der Decke der Übeltäter war. Dieser war wohl durchgeschmort und ist dann von der Decke der Damentoilette auf das Waschbecken gestürzt, hat dieses zertrümmert und dabei stinkenden, schwarzen Rauch abgesondert. „Zum Glück ist nur das Gerät kaputt gegangen und es kam keiner zu Schaden“, kommentiert Margret Junk, Mitarbeiterin der Stadtbibliothek. Die Toilette ist voll mit Ruß und der dreckige Rauch muss nun aus dem Raum abgesaugt werden. Dafür kommt ein Rüstwagen der Feuerwehr zum Einsatz. „Da wir den Strom der Bibliothek vorsorglich abgeschaltet haben, muss nun Strom von unserem Wagen in den Einsatz-Raum. Dort liegt unser Entlüftungsgerät, das aussieht wie ein großer, schwarzer Schlauch. Damit wird der Qualm, der noch in der Toilette eingeschlossen ist, durch das Fenster aus dem Gebäude geleitet“, erklärt Feuerwehr-Einsatzkraft Weber. Das riecht man dann auch sofort. Einige der beobachtenden Passanten husten deshalb – immerhin nicht wegen des Corona-Virus.

Ein Feuerwehrmann wird bis über das Dach der Stadtbibliotek gefahren, um zu überprüfen, ob es noch an anderen Stellen qualmt. Foto: Alexander Weber

Nach zirka 1,5 Stunden packen die Feuerwehrleute zusammen. Sichtlich zufrieden sagt der Einsatzleiter Markus Strauß: „Es hat alles sehr gut geklappt“ und bestätigt damit die lobenden Worte des Oberbürgermeisters. „Später kommt noch das Landesamt für Umweltschutz, um zu messen wieviel Rußrückstände geblieben sind. Vorerst wird die Toilette jedenfalls nicht benutzbar sein“, sind die abschließenden Worte von Feuerwehrmann Alexander Weber.