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Die Fastnacht verabschiedet sich mit Wintersonne

Die Fastnacht verabschiedet sich mit Wintersonne

Hassel. Für das verdient schöne Ende, das die Dengmerter Straßenfastnacht am gestrigen Nelkendienstag wieder traditionell beim Umzug durch Hassel fand, hatten die Narren alle zur Verfügung stehenden Mittel genutzt. "Ich han heit Morje extra um gudd Wedder gebät", sagte Zugleiter Albert Zitt. Das Stoßgebet war nicht umsonst, Petrus hatte endlich ein Einsehen mit der Faasenacht

Hassel. Für das verdient schöne Ende, das die Dengmerter Straßenfastnacht am gestrigen Nelkendienstag wieder traditionell beim Umzug durch Hassel fand, hatten die Narren alle zur Verfügung stehenden Mittel genutzt. "Ich han heit Morje extra um gudd Wedder gebät", sagte Zugleiter Albert Zitt. Das Stoßgebet war nicht umsonst, Petrus hatte endlich ein Einsehen mit der Faasenacht. Die einzigen Schneeflocken, die gestern auf Hassels Straßen auszumachen waren, waren aus Popcorn und dienten als Wurfmaterial der KCH-Schneeköniginnen im Zug, den bei wärmender Wintersonne tausende, gut gelaunter Besucher säumten.Für beste Stimmung in Hassel, wo schon in Stunden vor dem Zug rund um den Marktplatz mächtig los war, sorgte nicht zuletzt der Umstand, das ein Großteil der insgesamt 17 teilnehmenden Gruppen närrische Eigengewächse aus dem Stadtteil waren. So waren nicht nur die Ata-Girls, seit dem Rathaussturm ohnehin die heimlichen Herrscherinnen in Hassel, mit von der Partie, sondern auch die örtliche Feuerwehr. Sie verwandelte mit Dutzenden Pippi Langstrumpfs den Stadtteil in ein "Taka-Tuka-Land". Hassel war zudem fest in Hand von Gruppen, die sich der Flower-Power verschrieben hatten. Ob "Sexy-Crazy" bei der Jugend der SG Hassel oder Kind und Kegel bei KCH. Hauptsache bunt. Ganz grün liebten es hingegen die Damen der Wander- und Naturfreunde mit ihren belaubten Kostümen. Grün-schwarz-gelb waren schließlich die Farben der Wahl beim DPSG-Stamm Hassel. Hatten die Pfadfinder mit ihrem Motto "Jamaika an der Saar" doch das politische Thema der Stunde fantasievoll auf den Punkt gebracht.

Närrische Heimatliebe hin oder her, der lautstarke Ruf Hassels blieb aber auch in den Orten der Nachbarschaft nicht unerhört. Aus Rohrbach kamen die um ihre Kerb trauernde KG "Dann wolle ma emol" und ein närrische Boot voller "Geierfrauen", aus Rentrisch die Blaskapelle des Musikvereins, aus Kirkel wieder ein große, farbenfrohe Abordnung der dortigen "Burgnarren", aus Oberwürzbach das "Schweinegrippe"-Kommando des DRK und der stimmungsvolle Musikverein Hochscheid-Reichenbrunn. "Natürlich" auch dabei der "Biosphären-Wagen" des St. Ingberter Rathauses, der sogar mit OB Georg Jung als Anführer seines Wurfbataillons glänzte. Auswärtige Verstärkung fand der Hasseler Zug schließlich auch mit der Garde aus "Kaltnaggisch" und den Wolfsteufeln, die zum Mitfeiern sogar wieder aus Waldkirch-Kollnau im Schwarzwald angereist waren.