Wanderhütten rund um St. Ingbert : Das Zentrum eines starken Vereins

Die Edelweiß-Wanderer treffen sich mitten in einem Wohngebiet Rohrbachs. Ihre Hütte ist inzwischen eine Dorfwirtschaft geworden.

Als vor rund sechzig Jahren der Spatenstich zur Edelweißhütte vorgenommen wurde, mussten die Rohrbacher einen Ausflug in den Wald unternehmen, um dabei zu sein. Heute steht die Hütte mitten im Wohngebiet. Trotzdem mit großem Freigelände im Außenbereich, mit schönem Biergarten und tollem Kinderspielplatz.

„Das gute Verhältnis zur Nachbarschaft ist uns ungeheuer wichtig“, so Hubert Morawietz, Schriftführer des Wanderclubs Edelweiß. Immerhin ist die Hütte, erst recht, nachdem sie 1998 angebaut wurde, florierendes gesellschaftliches Zentrum des Vereins. Der Wanderclub hat immerhin 650 Mitglieder. Sie kommen aus ganz St. Ingbert und den Nachbargemeinden.

„Der Verein braucht die Hütte, um sich zu finanzieren. Wir machen viele Vereinsveranstaltungen, die Geld kosten, und wir geben auf unterschiedlichste Art das erwirtschaftete Geld wieder an die Mitglieder zurück. Ohne die Hütte wäre das bei einem sehr bescheidenen Mitgliedsbeitrag nicht möglich“, so der Schriftführer. Die Hütte selbst ist zur Rohrbacher Dorfwirtschaft geworden. An normalen Hüttentagen sind es beileibe nicht nur Vereinsmitglieder, die in den Gutenbergring kommen. Mittwochs, samstags und sonntags trifft man sich hier, um gemütlich beim Bier oder Wein zu plauschen, vergangene Wanderungen Revue passieren zu lassen und neue Wanderungen zu planen. Eine Hüttenküche gibt es nicht, nur die Möglichkeit, einen Imbiss zu bereiten. So beschränkt sich das Speisenangebot meist auf kleine Gerichte und selbst gebackenen Kuchen.

In der Edelweißhütte gibt es noch den klassischen Hüttendienst, wie ihn Wandervereine organisieren. Regelmäßig trifft man sich, um festzulegen, wer an welchem Tag ehrenamtlich hinter der Theke steht, und wer den Service übernimmt. „Da haben sich feste Teams gebildet, die seit Jahren toll und engagiert zusammenarbeiten“, berichtet Hubert Morawietz. Auch die Wanderplanung funktioniert bestens. Kathie Kohler und Bernd Wartenphul sind die Wanderwarte des Vereins. Sie sind derzeit dabei, das Programm, das coronabedingt ausgefallen ist, wieder in Schwung zu bringen. Zur ersten Wanderung Ende Juli hatten sich auch schon etliche Mitglieder angemeldet.

In normalen Jahren sind es ein gutes Dutzend Wanderungen, dazu eine Vereinsfahrt, die organisiert werden müssen. Hinzu kommen noch etliche Gelegenheiten, am Grillplatz auf dem Hüttengelände zu feiern. Den können Vereinsmitglieder übrigens auch für ihre privaten Feste mieten, und sogar die Hütte kann dann genutzt werden.

Wie viele traditionelle Vereine hat auch der Wanderclub Edelweiß inzwischen ein Problem mit der Altersstruktur. Die überwiegende Zahl der Mitglieder hat die sechzig überschritten. Und Nachwuchs ist rar. Trotzdem hoffen die Rohrbacher Edelweiß-Wanderer, vom derzeitigen Wandertrend zu profitieren und Verein wie Wanderhütte präsent im gesellschaftlichen Leben St. Ingberts zu halten.

Edelweißhütte, Am Gutenbergring 2, Rohrbach: Geöffnet Mittwoch, Samstag und Sonntag ab 14 Uhr, nach Ende der Corona-Beschränkungen sonntags ab 11 Uhr; Tel. (06894) 5 35 98.

www.wanderclubedelweiss.de