Bürger-Symposium: Die CDU St. Ingbert plant ein Bürgersymposium

Bürger-Symposium : Die CDU St. Ingbert plant ein Bürgersymposium

Pascal Rambaud betrachtet es als Chance mit großem Potenzial, die Bürger frühzeitig in die Stadtplanung einzubeziehen.

(aub) Wenn es um die Entwicklung der Stadt St. Ingbert geht, dürfen nach Ansicht von Pascal Rambaud die Bürger nicht fehlen. Im Gegenteil: Sie sollten stärker mit einbezogen werden, noch bevor Tatsachen geschaffen sind – gerade in Fragen und Prozesse der Stadtentwicklung. Der CDU-Kreisgeschäftsführer und Vorsitzende des CDU Stadtverbands in St. Ingbert gibt sich beim CDU-Sommergespräch mit seiner Stellvertreterin im Stadtverband, Carina Münzebrock, und der Referentin für Öffentlichkeitsarbeit, Christa Strobel, entspannt aber ebenso bestimmt: „Wir wollen ein Bürgersymposium ins Leben rufen“, sagt Rambaud. Es gelte die Bürger zu informieren und gleichzeitig das kreative Potenzial der St. Ingberter zu nutzen.

„Ja, es ist ein Experiment“, sagt Rambaud, „aber ich habe die Hoffnung dass es klappt, weil nur die wenigsten einen destruktiven Kurs fahren.“ Man müsse allerdings noch über das „wie“ diskutieren, sagt er. Doch im Grunde ist es lediglich die Schlussfolgerung einer langen Reihe an Informationsveranstaltungen, die nicht nur die CDU in den vergangenen Monaten regelmäßig organisiert hat. Ob bei der Bürgerversammlung des Ortrates St. Ingbert-Mitte, um die Sengscheider über die Planungen des Neubaus der Grumbachtalbrücke im Juni des vergangenen Jahres oder bei den Ortsterminen des Ortsrates mit den Bürgerinitiativen etwa an der Pfuhlwiese, der ehemaligen Stadtgärtnerei, am Elstersteinpark oder am Klébergelände in dieser Woche. Veranstaltungen, bei denen die CDU schlichtweg das Gefühl hatte, dass von Seiten der Bürger Gesprächs- und Informationsbedarf besteht.

Dies betrifft vor allem die zahlreichen Bürgerinitiativen, die sich in den vergangenen Monaten gebildet haben, weil Bebauungsprojekte öffentlich geworden sind, ohne vorher mit den Bürgern zu sprechen. „Das führt dann eben zu einer gewissen Verdrossenheit“, sagt Rambaud, „dass die Politik die Bürger vor vollendete Tatsachen stellt“. Es gehe darum, nicht erst mit dem Erklären anzufangen, wenn die Pläne schon in der Schublade liegen. Eine klare Kritik in Richtung Oberbürgermeister Hans Wagner „für seine Heimlichtuerei“, obwohl dieser immer von Transparenz spricht. „Die Pflicht“, sagt Rambaud ist, „alle Bürger mit in die Stadtentwicklung einzubeziehen. Die Kür wäre, wenn die Initiativen den Blick auch weiter richten, als bis zur ihrer Gartentür.“

Deshalb die Idee eines Stadtentwicklungssymposiums. Um die Kreativität der Bürger, die sich in ihren Initiativen vor ihrer Haustüre engagieren für die ganze Stadt und ihr Potenzial nutzen zu können. Ob es die mögliche Bebauung an der Pfuhlwiese oder der ehemaligen Stadtgärtnerei betrifft. „Diese Menschen machen sich Gedanken und ihre Ideen und Vorschläge bergen ein unwahrscheinliches kreatives Potenzial, das wir einbinden müssen“, sagt Rambaud, „das ist eine Chance.“ Freilich immer mit der Biosphäre im Blick. „Wir wollen vermeiden dass der Eindruck entsteht, unser eigenes Ding zu machen“, sagt Rambaud.

Für ihn und die CDU in St. Ingbert Gründe genug, um über neue Formate nachzudenken, mit den Menschen in Kontakt zu treten und sie bewusst mit einzubeziehen, auch ohne sich einer Partei anschließen zu müssen. Denn vielleicht erreichen sie die Bürger nicht mehr über ein Engagement in einer Partei, sondern vielmehr projektbezogen. Hier herrsche seiner Meinung nach ein großes Bedürfnis, sich einzubringen. Mut gemacht hat Rambaud eine von ihm initiierte Facebook-Diskussion um den gelben Sack. Weil sie zum einen völlig frei von Polemik geführt worden sei und andererseits „eine große Gruppe an Menschen zwischen 30 und 35 Jahren erreicht hat, und das sehr schnell“, sagt er.