Caritas Saarpfalz: Die Caritas Saarpfalz hilft Wohnungslosen

Caritas Saarpfalz : Die Caritas Saarpfalz hilft Wohnungslosen

Manche Wohnungslose sind jung, sogar unter 25 Jahre alt. Das Team der Caritas-Sozialberatung gibt ihnen Unterstützung und eine Adresse.

Das Caritas-Zentrum Saarpfalz hat Bilanz zu seiner Arbeit im vergangenen Jahr gezogen. Das Team der Allgemeinen Sozialberatung im Caritas-Zentrum Saarpfalz ist erste Anlaufstelle für alle, die Hilfe benötigen. Einzigartig im Saarpfalz-Kreis: Wohnungslose können das Zentrum als Postadresse angeben. Dies sichert ihnen eine Meldeadresse – auch ohne festen Wohnsitz.

Betroffen waren im vergangenen Jahr laut neuem Jahresbericht allein in Homburg 134 Menschen – 2016 waren es noch 85 und 2013 nur 47. Davon waren etwa 45 Wohnungslose in Homburg unter 25 Jahre alt.

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Zwei Beispiele aus dem vielfältigen und breit gefächerten Alltag der Allgemeinen Sozialberatung im Caritas-Zentrum Saarpfalz. „Wir sind zentrale Anlaufstelle für sehr viele Menschen in Not“, sagt Einrichtungsleiter Andreas Heinz. “Meine Mitarbeiterinnen in diesem Bereich kümmern sich, hören zu, bauen Vertrauen auf, bevor möglicherweise eine andere Stelle in unserem Zentrum die konkrete Fallberatung übernimmt. Das ist etwa bei der Schuldnerberatung so. In Sachen Sozialrecht kennt sich aber niemand so gut aus wie das Team der Allgemeinen Sozialberatung.“ Das macht immer wieder Fortbildungen notwendig.

Oder gezielte interne Schulungen durch den ehrenamtlich tätigen Klaus Heib, den früheren, langjährigen Leiter des Amtes für soziale Sicherung im Saarpfalz-Kreis. Die Caritas versteht sich als Anwalt aller, die Rat und Hilfe suchen – und zwar kostenfrei. „Wenn nicht die Caritas, wer sonst?“, fragt Carmen Gasper vom Standort St. Ingbert. „Wenn jemand in Schwierigkeiten geraten ist, helfen wir – egal wem und in welcher Lage“, ergänzt Doris Lehmann vom Standort Homburg.

„Das spüren die Betroffenen und merken es sich. Viele kommen und sagen, sie hätten von Freunden oder Bekannten von uns erfahren. Andere wiederum kommen Jahre später wieder – mit einem neuen Anliegen.“ Und das kann nicht nur ein finanzielles oder sozialrechtliches Problem sein. Viele kommen auch in schwierigen persönlichen Lebenssituationen zur Allgemeinen Sozialberatung, die gemeinsam mit dem Hilfesuchenden nach Licht im Tunnel sucht. „Ich habe schon Leute bei mir gehabt, die kommen mit einer großen Tüte, in der sich ihre Post befindet“, berichtet Christine Blass vom Standort Homburg. „Sie kommen mit den vielen Briefen einfach nicht mehr zurecht. Gemeinsam öffnen wir dann die Briefe und schauen, was zu tun ist.“

Eine Besonderheit der Sozialberatung bezieht sich auf die Arbeit mit Wohnungslosen. Diese können das Caritas-Zentrum bei Behörden als Postadresse angeben. Damit ist jeder Wohnungslose im Melderegister erfasst – Grundvoraussetzung für den Bezug von Leistungen bei Behörden. In der Kreisstadt Homburg hat die Zahl der Postadressen für Wohnungslose 2017 laut Geschäftsbericht überdimensional von 85 auf 134 zugenommen. „Besonders problematisch ist die Entwicklung, dass in Homburg im vergangenen Jahr 34 Prozent und in St. Ingbert 22 Prozent der Wohnungslosen mit Postadresse unter 25 Jahre alt waren.“ 60 Prozent haben zwar einen Schulabschluss, aber nur 20 Prozent eine abgeschlossene Ausbildung.

„Die Postadresse ist unser Schlüssel, um mit den jungen Menschen in Kontakt zu kommen und ihr Vertrauen zu gewinnen. Nötig wäre eine weitergehende, enge Begleitung.“ Darüber hinaus ist die Sozialberatung für verschiedene Ehrenamtsprojekte zuständig – und zwar für den Behindertenfreizeit-Treff, das Seniorenmobil und für die Weihnachtsfeier für Alleinstehende an Heiligabend.

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