Die Burg erwacht

Kirkel. Das Erlebniswochenende ist gerade jüngste Geschichte, das Ferienprogramm für Jung und Alt läuft gerade - und am kommenden Wochenende lockt Open-Air-Kino hinauf zu geschichtsträchtiger Stätte: Ohne Zweifel, in diesen Tagen ist auf der Kirkeler Burg richtig was los

Kirkel. Das Erlebniswochenende ist gerade jüngste Geschichte, das Ferienprogramm für Jung und Alt läuft gerade - und am kommenden Wochenende lockt Open-Air-Kino hinauf zu geschichtsträchtiger Stätte: Ohne Zweifel, in diesen Tagen ist auf der Kirkeler Burg richtig was los. So auch am vergangenen Samstag und Sonntag, als das jährliche Erlebniswochenende samt Burgolympiade dem nicht ganz einfachen Wetter trotzte. Mal kamen die großen und kleinen Gäste im Handwerkerdorf ins Schwitzen, mal wurden sie bei der Burgolympiade ruckzuck klitschnass. Doch weder den Veranstaltern der Gemeinde Kirkel, unterstützt vom Förderkreis Kirkeler Burg, noch den Mittelalterfans machten die Wetterkapriolen wirklich etwas aus. Und so zeigten sich Sarah Guthor und Dominik Hochlenert vom Amt für Kultur und Tourismus der Gemeinde am Sonntag entsprechend entspannt. Guthor: "Wir hatten 30 Übernachtungsgäste in der Nacht von Samstag auf Sonntag. Unser Schlafhaus war also vollständig ausgebucht. Insgesamt haben wir rund 70 bis 80 Teilnehmer am Erlebnistag, dem Samstag, gehabt." Dies sei keine ausgesprochen hohe Zahl, so Guthor, doch sei dies dem "zu schönen" Wetter geschuldet gewesen.Aber gerade der eher verhaltene Besuch am ersten Tag des Erlebniswochenendes hätte für die Teilnehmer deutliche Vorteile gebracht. Warum? "Man konnte sich sehr intensiv den einzelnen Handwerken widmen. Und auch für die Dozenten war es mit den kleineren Gruppen ein schönes Arbeiten." Und dieses schöne Arbeiten klang am Abend aus mit Mitmach-Tänzen, Märchenerzähler, Feuerspucker und "zum ersten Mal einer Planetenreise." Für die zeichnete der Förderkreis in Person von Markus Weirich verantwortlich. Er hatte auf der Burganlage, ausgehend von der Sonne, maßstabsgetreu das Sonnensystem abgebildet und zu jedem Planeten eine entsprechende Kurzinformation hinzugefügt.

Diese Planetenreise vom Samstag wurde als Planetenquiz am Sonntag Teil der traditionellen Burgolympiade. Da standen, neben Fragen zum Sonnensystem, vor allem Geschicklichkeit, Zielgenauigkeit und auch ein bisschen Kraft im Mittelpunkt: Armbrustschießen, Axtwerfen, Bogenschießen, Hufeisenwerfen, Schlag den Nagel und Schweinewerfen (natürlich mit Holzschweinen) wollten als Disziplinen erfolgreich absolviert werden.

Parallel zum zweitägigen Spektakulum gab es auf der Kirkeler Burg am vergangenen Wochenende aber noch mehr: David Kossmann aus Urexweiler, der jüngste berufsmäßige Bogenbauer Deutschlands, hatte einen Workshop angeboten. Und das Engagement der Teilnehmer verblüffte Kossmann sichtlich. "Eigentlich sollte Abends um 18 Uhr Schluss sein. Aber es wurde bis tief in die Nacht gearbeitet."

Diesen "Hunger" stillte Kossmann mit einem beeindruckenden Angebot: "Wir haben alle gängigen historischer Bögen nachgebaut, vom englischen Langbogen bis hin zum dänischen Holmegaard-Bogen, dem ältesten, bekannten Bogen." Kossmanns Urteil über seine Schützlinge: "Eigentlich sollte das ein Grundkurs sein. Aber die Teilnehmer sind so gut, dass eigentlich schon das Niveau eines Fortgeschrittenen-Kurses erreicht wird."

 Russell Crowe spielt die Hauptrolle des Ridley-Scott-Streifens "Ein gutes Jahr", der an der Burg gezeigt wird. Foto: Filmverleih/SZ
Russell Crowe spielt die Hauptrolle des Ridley-Scott-Streifens "Ein gutes Jahr", der an der Burg gezeigt wird. Foto: Filmverleih/SZ

Und wie geht's weiter auf der Kirkeler Burg? Sommerlich! Am kommenden Samstagabend soll mit der zweiten Auflage des Sommernachtskinos ein bisschen Hollywood ins alte Gemäuer einziehen: Ab 22 Uhr (Einlass um 20 Uhr) gibt es "Ein gutes Jahr" mit Russel Crowe und Marion Cotillard in den Hauptrollen, verfilmt von Regisseur-Legende Ridley Scott.