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Die Borkenkäfer-Schäden werden im Frühjahr deutlich sichtbar

Interessante Neuigkeiten aus dem Saarforst Landesbetrieb : Der Borkenkäfer und seine Zerstörungswut

Revierförster beantwortet Fragen rund um den Wald zwischen St. Ingbert, der Saar-Uni, Dudweiler und Sulzbach bis nach Elversberg.

Mit Rückblick aufs vergangene Jahr haben wir uns auch und vor allem daran erinnert, dass in unserer Region viele Fichten der Motorsäge zum Opfer fielen. Aufgrund der lang anhaltenden Trockenheit hatte nämlich der Borkenkäfer leichtes Spiel (wir berichteten ausführlich). Da jedoch in den vergangenen Wochen viel Nässe von oben kam, haben wir mit Förster Nils Lesch geredet über den Zustand der Bäume im Saarforst. Leschs Revier geht quasi von der Saar-Universität über Sulzbach und den Stadtbezirk Dudweiler bis nach Eversberg unmittelbar an den Grenzen der St. Ingberter Reviere. Wir wollten von ihm wissen, ob Regen und Kälte das Borkenkäfer-Problem vermindert haben.

Ein Bodenaushub von etwa 1,5 Metern Tiefe, erklärt Lesch, habe dem Saarforst Landesbetrieb vor zwei Wochen gezeigt, dass der Regen der vergangenen Wochen nicht ausreichend war, um tiefere Schichten mit Wasser zu versorgen. Dementsprechend habe man derzeit noch immer ein Problem mit dem Wasserangebot in den Waldböden, das sich jedoch momentan aufgrund der „Winterruhe“ der Bäume als nicht allzu gravierend darstelle. Nils Lesch wörtlich: „In Anbetracht des bisweilen milden Winters setzen die vergangenen frostigen Tage dem Borkenkäfer keinesfalls zu.“

Im kommenden Jahr könne man weiterhin mit starken Schäden durch den Borkenkäfer rechnen. Viele Fichten, die sich derzeit als vital und gesund darstellen, seien bereits von dem Schädling befallen. „Sobald es im Frühjahr wärmer wird und der Käfer mit dem Fraß und der Brut beginnt, werden die Schäden erst sichtbar. Im Moment kann man an diesen Fichten bestenfalls kleinste Einbohrlöcher vom Borkenkäfer erahnen.“ In den kommenden Jahren, so der Revierförster mit Sitz in Sulzbach, „werden sich auch die Schäden an anderen Baumarten zeigen, die durch das extrem trockene und heiße Jahr 2018 entstanden sind, beispielsweise Schleimfluss an der Buche. Es wird einige Zeit dauern, bis sich der Wald von dem Trockenjahr erholt hat.“

Vom Fachmann wollten wir überdies wissen, wie es die Tiere des Waldes schaffen, den Winter zu überleben In diesem Jahr, erklärt er, „gab es gebietsweise viel Mast von früchtetragenden Baumarten, ganz besonders Eiche und Buche, die den Wildtieren als Nahrungsquelle zur Verfügung stehen. Die Tiere konnten sich einiges an Reserven zulegen und finden noch immer Eicheln und Bucheckern unter dem gefrorenen Laub.“ In Gebieten jedoch, in denen es übermäßig viele Wildtiere gebe, könne es schwierig werden, wenn der Lebensraum nicht den Mehrbedarf an Nahrung zur Verfügung stellen kann: „Gerade das Reh macht uns dabei viel Arbeit zunichte, wenn es die Triebe von gepflanzten und natürlich gewachsenen kleinen Bäumen frisst.“ Und: „Frisst das Reh über einen längeren Zeitraum hinweg beispielsweise die Triebe von Eichen ab, haben diese gegenüber der Buche keinen Wachstumsvorsprung mehr und gehen uns in der folgenden Waldgeneration verloren.“

Noch eine Frage: Hilft der Forst den Tieren, die auf Nahrungssuche sind, dass sie überleben? Oder greift man nicht in die natürlichen Prozesse ein? Die Wildtierfütterung sei im Saarland verboten, stellt der Revierförster klar, lediglich in Notzeiten dürfe nach Anordnung durch die Behörden gefüttert werden. Allerdings sei Wildfütterung in Notzeiten lediglich für Rotwild im Hochgebirge sinnvoll, dessen Sommer- und Winterquartiere etwa durch Straßenverkehr abgetrennt sind.

Nils Lesch: „Fallen in einem Winter viele Wildtiere, hauptsächlich Wildschweine, dem Wetter zum Opfer, so ist auch dies ein Zeichen dafür, dass der Lebensraum nicht an ausreichender Kapazität für die Überzahl von Tieren verfügt. So konnte man zum Ende des vergangenen Winters eine punktuell leicht erhöhte Sterblichkeitsrate bei Wildschweinen feststellen, da durch den Spätfrost 2017 die Blüten der Eiche abstarben und somit eine Mast ausgeblieben ist. Der hohen Überzahl an Wildschweinen stand ein geringes Nahrungsaufkommen zur Verfügung.“ Dies sei ein ganz natürliches Phänomen, das sich schon seit Jahrhunderten auf die Wildtierpopulationen auswirke und keiner zusätzlichen Steuerung des Menschen bedürfe.