Die Biotonne wird jetzt ohne Waage geleert

Die Biotonne wird jetzt ohne Waage geleert

St. Ingbert. Für Diskussionsstoff sorgen derzeit die neuen Müllgebühren, die der Entsorgungsverband Saar (EVS) am vergangenen Mittwoch bei seiner Vollversammlung in Homburg beschlossen hat. Im Fokus der Debatte um die Gebühren, die rückwirkend ab dem 1. Januar gelten, stand aber zunächst das Ident-System, also die Abrechnung nach der Zahl der geleerten Tonnen, die in St

St. Ingbert. Für Diskussionsstoff sorgen derzeit die neuen Müllgebühren, die der Entsorgungsverband Saar (EVS) am vergangenen Mittwoch bei seiner Vollversammlung in Homburg beschlossen hat. Im Fokus der Debatte um die Gebühren, die rückwirkend ab dem 1. Januar gelten, stand aber zunächst das Ident-System, also die Abrechnung nach der Zahl der geleerten Tonnen, die in St. Ingberts Nachbarkommunen wie Blieskastel oder Mandelbachtal gilt. Veränderungen bei den Preisen für die Müllabfuhr gibt es allerdings auch in der Mittelstadt, wo der Müll seit 2011 verwogen wird.Was der EVS für die "Verwiegekommune" St. Ingbert beschlossen hat, erläuterte Thomas Schoeben, Mitarbeiter der Abteilung "Umwelt und Abfallwirtschaft" im Rathaus. "Die deutlichste Änderung ergibt sich für die St. Ingberter Bürger beim Bioabfall", so Schoeben. Für die grüne 120-Liter-Tonne ist, rückwirkend ab 1. Januar, eine jährliche Gebühr von 58 Euro fällig (im Vorjahr galt hier noch eine Biotonnen-Grundgebühr von 33,84 Euro). Mit der Erhöhung verbunden ist eine grundsätzliche Änderung: Der Bioabfall in derzeit rund 8500 grünen Tonnen in der Mittelstadt wird ab sofort durch die St. Ingberter Müllautos nicht mehr verwogen. Stattdessen gelten die 58 Euro unabhängig vom Gewicht und schließen eine Abfuhr der grünen Tonne alle 14 Tage ein.

Biotonne statt Autofahrt

Der städtische Mitarbeiter verwies im Zusammenhang mit den Biotonnen zudem auf eine Möglichkeit, die viele St. Ingberter bisher nicht nutzen. "In der Biotonne kann man auch den Grünschnitt in kleinen Mengen entsorgen, für den etliche Bürger bisher oft mit dem Auto extra zur Kompostieranlage fahren, um möglichst wenig in der grünen Tonne zu haben."

Geändert wird in St. Ingbert die Abfallgebühr - ebenfalls rückwirkend fürs ganze Jahr 2012 - aber auch bei der 120-Liter-Restmülltonne. Hier wird die Mindestgebühr auf 66,78 Euro gesenkt, jedoch auch die in ihr enthaltene Menge auf 38 Kilogramm reduziert. 2011 waren in 79,37 Euro noch 95 Kilogramm Restmüll "inklusive". Schoeben: "Das neue Modell kommt den Bürger mit kleinsten Restmüllmengen zugute." Denn nach den Wiegedaten der Stadtverwaltung hatten im Vorjahr 16 Prozent der St. Ingberter Haushalte im ganzen Jahr 38 oder noch weniger Kilo in ihren grauen Tonnen. Weitere 19 Prozent der Haushalte hätten zwischen 38 und 78 Kilo Restmüll entsorgt und würden so auch 2012 mit rund 79 Euro Mindestgebühr auskommen. "Ein gutes Drittel der St. Ingberter wird also bei unverändertem Entsorgungsverhalten bei der Restmüllgebühr sparen oder gleich bleiben", rechnete Schoeben vor. Die Stadtverwaltung hat auf Basis der früheren Mindestmenge von 95 Kilo auch die alte und neue Basisgebühr für die graue Tonne verglichen: Die Erhöhung beträgt hier 5,08 Euro im Jahr. Mit 31 Cent unverändert bleibt die Gebühr für jedes weitere Kilo Restmüll.

Keinerlei Änderungen gibt es im Übrigen bei den 240-Liter-Restmülltonnen. Hier bleibt die Basisgebühr bei 135,56 Euro im Jahr, mit der bereits 236 Kilo Restabfälle abgegolten sind.

Entsorgungsverband.de/

abfall

Hintergrund

An der Abstimmung über die Gebühren des EVS hat die Stadt St. Ingbert nicht teilgenommen (wir berichteten). Warum? Das erklärte das Rathaus auf Nachfrage der SZ. Nach Angaben von Pressesprecher Peter Gaschott war der abstimmungsberechtigte Oberbürgermeister Georg Jung wegen eines anderen Termins in Homburg nicht dabei. Die Stadtverwaltung war in der Verbandsversammlung durch Gerd Lang, den Leiter der Abteilung "Umwelt und Abfallwirtschaft", vertreten. schet

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