Initiative Alte Schmelz: Die Alte Schmelz braucht einen Manager

Initiative Alte Schmelz : Die Alte Schmelz braucht einen Manager

Die Initiative Alte Schmelz bittet die Stadt, zusammen mit dem Kreis eine Koordinierungsstelle für Mint-Projekte zu finanzieren.

Die Initiative Alte Schmelz bemüht sich seit Jahren, das Gelände der Alten Schmelz wiederzubeleben. Vortragsreihen, Besichtigungen, offene Jugendwerkstatt, die Liste der Projekte ist lang. So initiierte sie auch den Mint-Campus-Verein, von dem die leerstehenden Gebäude der Tradition der Schmelz entsprechend für Zwecke der Naturwissenschaft, Mathematik, Informatik und Technik genutzt werden soll. Doch die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Vereine stoßen an ihre Grenzen. Im Hinblick auf die Baumaßnahmen hat die Stadt einen Lenkungsausschuss gegründet und mit Raffaella Del Fa eine Quartiersmanagerin für die Bauvorhaben eingestellt.

Im Rahmen des Städtebaulichen Denkmalschutzes erhielt die Stadt 2014 rund 1,3 Millionen Euro Zuschuss, um die unter Denkmalschutz stehenden Gebäude zu sanieren und so das Projekt Mint-Campus zu unterstützen. Die Arbeiten verzögern sich allerdings. Die Fördermittel werden der Stadt nur zu teil, wenn sich die Gebäude auch in ihrem Besitz befinden. Das technische Büro aber zum Beispiel, genauso wie das Grundstück auf dem es steht,  gehört der GGE GmbH, die nicht förderungsberechtigt ist. Im Mai dieses Jahres beschloss der Stadtrat, dass die Kommune das Gebäude samt Grundstück von der GGE kaufen soll. „Der Aufsichtsrat der GGE hat nun über die Kaufsumme zu entscheiden“, so Del Fa. Auch das Konsumgebäude befindet sich noch im Besitz der Wohnungsbaugesellschaft Albrecht Herold. Ein Verkehrswertgutachten ist in Aufstellung, erst wenn dieses vorliegt, könne die Stadt mit den Eigentümern in Verhandlungen treten. Ein Antrag auf Förderung der Umbaumaßnahmen des ehemaligen Laborgebäudes zu einem Schülerforschungszentrum liege laut Del Fa dem Innenministerium vor, eine Zustimmung sei noch nicht erfolgt.

Viele Projekte der Initiative sind aber bereits angelaufen und sollen auch dringend weitergeführt werden, trotz der baulichen Verzögerungen. Obwohl für die Baumaßnahmen eine Stelle geschaffen wurde, fehlt eine fachliche Koodinierung der Mint-Aktivitäten. Da vor allem die Jugendarbeit im Vordergrund stehe, „brauchen wir eine Managementkraft mit sozialpädagogischer Kompetenz, die uns professionell unterstützt“, so Francis Martin, Vorsitzender der Initiative Alte Schmelz und stellvertretender Vorsitzende des Mint-Campus-Vereins. Daher stellte die Initiative nun erneut einen Antrag an den Stadtrat, im kommenden Haushalt 25 000 Euro zur Kofinanzierung einer gemeinsam mit dem Saarpfalz-Kreis zu schaffenden Stelle zur Verfügung zu stellen, dass über die Möglichkeiten des Ehrenamtes hinaus die Mint-Projekte in Zukunft professionell koordiniert werden. Bereits 2013 empfahl der Sozialausschuss dem Kreistag, 50 000 Euro als Mittel für solch eine Koordinierungsstelle im Haushalt bereit zu stellen.

Nach einer interfraktionellen Absprache beschloss der Kreistag, diese Aufwendung im Haushalt zu berücksichtigen, sofern 50 Prozent der Forderung von der Stadt St. Ingbert kofinanziert wird. Da dies bis heute nicht erfolgt ist, Landrat Theophil Gallo allerdings mitteilte, im Rahmen der kommenden Haushaltsberatungen die Bezuschussung erneut in die Diskussion einbringen zu wollen, erhielten die St. Ingberter Stadträte und Oberbürgermeister Hans Wagner Mitte September erneut den Antrag der Initiative. Denn der Einsatz einer Vollzeitkraft sei unabdingbar. Auf Nachfrage der SZ erklärte die Stadtverwaltung, der Stadtrat in dieser Woche über den Antrag entscheiden werde.

Des Weiteren plant die Initiative alle Projekte, die den Mint-Bereich betreffen, in die Verantwortung des Mint-Campus-Vereins zu übergeben, sobald dort eine angemessene Strukturierung gegeben ist. Der Verein solle dann als eine Art Dachorganisation fungieren. Das Wissenschaftsforum wurde bereits dem Mint-Campus-Verein übergeben. Mit der Förderung des Mint-Gedankens grenzt die  Initiative Alte Schmelz an die Inhalte ihre Satzung (Denkmalschutz, geschichtliche Zusammenhänge, Bedeutung der Schmelz für die Identität St. Ingberts). Daher wolle man, so Martin, sich zukünftig wieder diesen Projekten widmen, beispielsweise einem Archiv oder einer großen geschichtlichen Dokumentation, auch in Kooperation mit dem Bliesgau.

Die Privatinitiative von Alfons Blug hinsichtlich der Gründung eines FabLabs (wir berichteten) erachtet die Initiative Alte Schmelz und der Mint-Campus-Verein als „durchaus interessant“, so Martin, sei aber weder mit der Initiative Alte Schmelz noch dem Verein abgesprochen. Zwar könne man sich vorstellen, dass sich das FabLab zu einer Abteilung der Dachorganisation Mint-Campus-Verein entwickeln könnte, aber die Ressourcen und räumlichen Kapazitäten der Vereine seien zur Zeit „bei Weitem nicht ausreichend, ein solch ambitioniertes Vorhaben umzusetzen“.