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Deutsch-Rumänischee Freundschaftskreis aus Bildstock hilft Kindern.

Saarländer helfen : Wenn der Weihnachtsmann aus dem Saarland kommt

Der landesweit aktive Deutsch-Rumänische Freundschaftskreis füllt gerade sein Lager in Klarenthal für die nächste Hilfsaktion.

Willi Gehring ist in diesen Tagen viel unterwegs. Er muss 4300 Weihnachtsgeschenke besorgen. So viele Geschenktüten wollen er und seine Helferinnen und Helfer vom Deutsch-Rumänischen Freundschaftskreis jedenfalls in diesem Winter ins Partnerland bringen. Seit gut drei Jahrzehnten legt sich der Verein, dessen Vorsitzender Gehring ist, für arme Menschen in Rumänien, vor allem für Kinder, ins Zeug.

„Rumänien ist arm. Sehr arm. Daran hat auch die Aufnahme Rumäniens in die europäische Staatengemeinschaft nichts geändert. Man erkennt zwar an vielen Orten, dass sich in der Entwicklung des Landes etwas tut. Das zeigt sich allerdings vor allem in Metropolregionen und in Ballungsräumen Rumäniens. Je weiter man von diesen Regionen ins umliegende Hinterland fährt, umso deutlicher eröffnet sich dem Besucher die scharfe Armut. Noch immer sind Menschen, die etwa 30 Kilometer von einer Stadt entfernt in den ländlichen Gebieten Rumäniens leben, praktisch von der Welt abgeschlossen“, beschreibt der Verein die Notwendigkeit seiner Arbeit. „Die Armut dort zu bekämpfen, wo sie ihr Zuhause hat, in der Heimat der armen Menschen, ist besser als Armutswanderung. Wir helfen armen Menschen, in ihrer Heimat eine Perspektive aufzubauen“, erklärt Willi Gehring.

Zurzeit sammeln der Bildstocker und die anderen Aktiven des Freundeskreises in ihrem Lager im Saarbrücker Stadtteil Klarenthal die Geschenke, die Mitte Dezember nach Rumänien gebracht werden sollen. 13 000 Tafeln Schokolade geht Gehring zum Beispiel in den kommenden Tagen in einem Süßwarenwerk abholen. Bezahlen wird er sie mit Spenden, die der Verein für die Weihnachtsaktion beiseitegelegt hat. „Wir hoffen, dass wir dann bald neue Spenden bekommen“, sagt der Vorsitzende. Wobei der Verein nicht nur auf Geldspenden angewiesen ist. Schokoladentafeln, Gebäck, Bonbons und andere Süßigkeiten werden ebenso entgegengenommen wie Malblocks, Buntstifte, nicht elektronisches Spielzeug, Puzzles und gewaschene Plüschtiere. Kleidung und Schuhe könne man allerdings nicht annehmen, betont der Verein.

Die Arbeit im Lager läuft unter erschwerten Bedingungen. Wie überall, wo Menschen zusammenkommen, muss auch dort so gearbeitet werden, dass sich niemand mit dem Coronavirus ansteckt. Das mache die Arbeit mühsamer, sagt Gehring. Aber die eigentliche Herausforderung wird das Verteilen der Geschenktüten in Rumänien. Der Verein garantiert nämlich, dass die Geschenke auch wirklich bei den Armen ankommen. Die Ehrenamtlichen in Rumänien haben ein Hygienekonzept für die Verteilung erarbeitet, das den Auflagen der rumänischen Behörden entspricht, sagt Gehring. Das werde klappen. Die Kinder werden ihre Geschenke bekommen. „Für die eigene Seele und das eigene Herz“ der Helfer werde es in diesem Jahr schwierig, weiß Gehring: „Wir können uns nicht frei bewegen und als Nikolaus rumlaufen, nicht in die Klassen gehen und die Kinder umarmen.“

Kontakt zum Deutsch-Rumänischen Freundschaftskreis; E-Mail gehwi@aol.com oder heiner.eschenbach@t-online.de, www.drfk.de