Deutsch-griechische Lesung mit eigenem Charme

St. Ingbert. Wie oft kommt es denn im Leben vor, dass man bei einer Lesung auf Griechisch begrüßt wird? Eben, so gut wie nie. Doch die Besucher der ersten von drei Soireen der Volkshochschule (VHS) St

 Ursula Ochs-Steinfeld und Albrecht Ochs bei ihrer Homer-Lesung im St. Ingberter Kulturhaus. Foto: Jörg Martin

Ursula Ochs-Steinfeld und Albrecht Ochs bei ihrer Homer-Lesung im St. Ingberter Kulturhaus. Foto: Jörg Martin

St. Ingbert. Wie oft kommt es denn im Leben vor, dass man bei einer Lesung auf Griechisch begrüßt wird? Eben, so gut wie nie. Doch die Besucher der ersten von drei Soireen der Volkshochschule (VHS) St. Ingbert konnten am Sonntag im Kulturhaus in der Annastraße "aufatmen": Albrecht Ochs, der die Homer-Lesung mit griechischen Originaltexten eröffnete, ging kurz danach wieder zum Deutschen über und man konnte ihm wieder folgen. Einen gewissen Charme hatte die Veranstaltung in der Villa Martin aber deshalb gleich von Anfang an. Seine Frau, Ursula Ochs-Steinfeld, übersetzte die Begrüßung ihres Mannes.

Und dennoch: Die Originalsprache war ab und an im Laufe des Abends immer wieder Gegenstand des Vortrages und sozusagen das "Salz in der literarischen Suppe". Doch wie nähert man sich dem Werk, welches zu den ältesten und einflussreichsten Dichtungen der abendländischen Literatur zählt? Das ist - angesichts einer Sprache, mit der gerade junge Leute sicherlich heute kaum etwas anfangen können - gar nicht so einfach. Die Lösung liegt zum einen in der Auswahl der Texte und zum anderen im abwechselnden Vortrag. Dazu eignet sich die vor rund 2700 Jahren entstandene Odyssee wie kaum ein anderes Epos von Homer. Sieht man einmal von der Ilias ab. Dabei strotzen die Passagen aus den bekannten Irrfahrten und der Heimkehr des Odysseus nur so von Wortspielen und schmückenden Beiwörtern, die mit Spannung und Fantasie garniert sind.

Da drängt sich irgendwann auch die Frage auf, wer dieser Homer denn überhaupt war? Da müssen sich die Besucher auf den kommenden Sonntag, bis zur zweiten Soiree, gedulden. Beim zweiten Teil, so Albrecht Ochs, wird der Dichter selbst Schwerpunkt des Abends sein. Dennoch wird auch der 24. Februar kein reiner Vortrag über Homer sein, vielmehr wird die Odyssee im Mittelpunkt stehen. Das sei auch die Intention Homers, so Ochs weiter. Fünf Übersetzungen hat das Ehepaar genutzt. Die Textauswahl hingegen sei subjektiv. 24 Gesänge, gleichsam Bücher, die aus 12 200 Hexameterversen bestehen, stellen das Werk dar. Die Universität Alessandria, damals wegen ihres großen Ansehens, sozusagen die "Harvard University" der Antike, hat diese Einteilung vorgenommen.

Albrecht Ochs und Ursula Ochs-Steinfeld widmeten sich am Sonntag beispielsweise dem Gesang eins bis vier: Der Götterrat beschließt, Odysseus die Heimkehr zu ermöglichen. Die Göttin Athene überredet, in Gestalt des Mentes, dessen Sohn Telemachos seinen Vater Odysseus, den König der Insel Ithaka zu suchen. Dieser hat lange Irrfahrten hinter sich und befindet sich zu diesem Zeitpunkt in der Gewalt der Nymphe Kalypso. In den Gesängen fünf bis zwölf schildert Odysseus die erlebten Irrfahrten und Abenteuer.

Weitere Termine: Sonntag, 24. Februar und Sonntag, 3. März jeweils 17 Uhr im Kulturhaus St. Ingbert, Annastraße 30. Eintritt: fünf, ermäßigt drei Euro.