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Der Wintereinbruch hat viele St. Ingberter kalt erwischt

Der Wintereinbruch hat viele St. Ingberter kalt erwischt

Der Schneefall in den Morgenstunden ging gestern mit einigen Unfällen und Staus auf der Autobahn und den Landstraßen sowie Verspätungen im Busverkehr einher. Zumindest in St. Ingbert und seiner nächsten Umgebung. Das Bliestal blieb hingegen verschont.

Ihren ersten Einsatz in diesem Winter hatten gestern in dem Morgenstunden die Räum- und Streufahrzeuge auf den Straßen in und um St. Ingbert., hier in der Ensheimer StraßeFoto: Carlo Schmude Foto: Carlo Schmude
Am späten Vormittag hatte sich die Lage auf den Straßen, wie hier auf der L 111 bei Hassel, wieder entspannt: Die Fahrbahn geräumt, die Bäume vom Schnee weiß gepudert. Foto: Cornelia Jung Foto: Cornelia Jung

Der Wintereinbruch in unserer Region hat gestern früh auch die Experten kalt erwischt. "Am Dienstag hatte der Wetterdienst, der uns tagtäglich informiert, die Wahrscheinlichkeit für Schnee noch mit 30 Prozent beziffert. Außerdem sollte der Schnee erst ab 360 Meter Höhe fallen", berichtete Christoph Anstadt, der Leiter des St. Ingberter Baubetriebshofes. Doch für alle, die räumen und streuen müssen, gelte aus Erfahrung: Vertrauen auf Vorhersagen ist gut, Kontrolle ist besser. "Seit Monatsanfang ist unser Winterdienst in Bereitschaft und ab 4 Uhr ist nicht nur die städtische Kehrmaschine unterwegs, sondern auch unser Straßenkontrolleur." Als der gegen 4.30 Uhr die ersten verschneiten Fahrbahnen sichtete, lief die Wintermaschinerie in St. Ingbert an. "Sieben Streufahrzeugen nahmen ab 5.30 Uhr die Straßen in Angriff, beim Räumen der Gehwege wurden sie von 40 Handstreuern unterstützt", so der Bauhof-Chef.

Bis 10.45 Uhr waren nach dessen Angaben in der Mittelstadt alle Straßen der Stufe 1 (Haupt- und Ausfallstraßen) sowie Stufe 2 (Buslinienstrecken) abgefahren. "Es blieb dann sogar noch Zeit, im einen oder anderen Wohngebiet den Schnee zu räumen. Das machten wir auch ein bisschen aus Eigennutz, weil dann am Folgetag unsere Müllabfuhr bessere Bedingungen hat", sagte Anstadt.

Solche Gelassenheit teilten aber längst nicht alle. Während gegen 9.30 Uhr ein Akkordeonspieler in der St. Ingberter Fußgängerzone im Takt der Schneeflocken bereits "Jingle Bells" anstimmte, herrschte bei der St. Ingberter Polizei noch große Hektik - angesichts einer Verkehrslage, von der es nur "Land unter" hieß. In den Morgenstunden lahmte der Berufsverkehr, auf vielen Landstraßen herrschte Stillstand. Vor allem aber auf den Autobahnen rund um die Mittelstadt hatte das erste Schneechaos dieses Winters die Einsatzkräfte schon ganz früh gefordert. Gegen 2.40 Uhr hatte ein Lkw-Fahrer auf der A 6 kurz vor der Anschlussstelle Homburg bei starkem Schneefall die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren. Der Sattelschlepper stand dann quer. Zwei folgende Lkw mussten scharf bremsen, berührten einander, einer rauschte in die Mittelleitplanke. Bis nach 10 Uhr folgten Sperrungen, Bergungsarbeiten und Staus.

Verkehrsunfälle in Serie ereigneten sich gestern Morgen auch auf der Landstraße 244 zwischen St. Ingbert und Schnappach. Gegen 7 Uhr war zunächst ein Pkw auf schneeglatter Straße in den Graben gerutscht. Anschließend gab es auf gleicher Strecke drei weitere Unfälle. Weil auch der Abschleppdienst zunächst keine Chance hatte, sich auf Sechs Eichen vorzukämpfen, gab es hier für Autofahrer rund zweieinhalb Stunden kein Durchkommen.

Massive Störungen behinderten gestern auch den morgendlichen Busverkehr. Nach Angaben der Saarpfalz-Bus mussten ab 7.30 Uhr alle Ingobus-Linien wegen Schnee und Straßenglätte vorübergehend eingestellt werden. Auf der Unibus-Linie sowie auf den Regionalverbindungen kam es bis 10 Uhr ebenfalls zu erheblichen Verspätungen, teilweise sogar zu Ausfällen. Zwischen Oberwürzbach und Reichenbrunn schlitterte ein Linienbus gegen 7.15 Uhr in den Straßengraben, glücklicherweise wurde dabei niemand verletzt.

Anders als rund um St. Ingbert begleiteten den Wintereinbruch im Blies- und Mandelbachtal gestern kaum gravierende Folgen. Die Schneemengen blieben gering, die Straßen waren meist frei. Schon am Vormittag sprach die Polizeiinspektion Blieskastel dann auch von einer "relativ entspannten Lage". "Bis zum Mittag hat es in unserem Zuständigkeitsbereich keinen einzigen Unfall gegeben", bilanzierte einer der Beamten.