Der Winter kann ruhig kommen

Laut Plan werden in dieser Wintersaison 24 Kraftfahrer und 60 Handstreuer in der Mittelstadt St. Ingbert unterwegs sein. 800 Tonnen Salz lagern in St. Ingbert, nochmal 800 in einem Außenlager in Perl. Der Winterdienst der Stadt St. Ingbert bekommt täglich Wettermeldungen vom Wetterdienst.

Dieser Tage mussten Autobesitzer, deren Fahrzeuge nicht in einer Garage stehen, morgens in unserer Region erstmals Eis kratzen. Grund genug, beim Winterdienst der Stadt St. Ingbert mal nachzufragen, ob man startklar ist. "Ja", lautet die Antwort von Christoph Anstadt vom städtischen Betriebshof der Stadt St. Ingbert. Er sagt im Gespräch mit unserer Zeitung: "Das Lager ist noch nicht ganz voll, aber wir bekommen derzeit täglich Lieferungen." Es kann also losgehen. Eis und Schnee können kommen. Anstadt erklärt, dass die Stadt Ende nächster Woche 800 Tonnen Salz auf Lager haben wird. "Damit ist unser Lager dann voll", so Anstadt weiter. Weitere 800 Tonnen Salz lagern abrufbar in Perl in einem Außenlager. Anstadt: "Mit dieser Menge sollten wir über den Winter kommen." Letzten Winter, der bekanntlich hart war, hat die Stadt St. Ingbert 1637 Tonnen Salz benötigt. Derzeit bezieht die Stadt das Salz für 85 Euro pro Tonne. Mitten in der Saison sind die Preise dann um ein Vielfaches höher. Vor allem spielt laut Anstadt auch die Qualität des Salzes eine Rolle: "Es gibt unterschiedliche Tauwirkungen."

Laut Plan werden in dieser Saison 24 Kraftfahrer und 60 Handstreuer unterwegs sein. Soweit die Theorie. In der Praxis sieht es laut Anstadt derzeit so aus, dass es einige krankheitsbedingte Ausfälle gibt. "Aber es wird funktionieren", sagt der Stadtmitarbeiter zuversichtlich.

Der Winterdienst der Stadt St. Ingbert erhält täglich Meldungen vom Wetterdienst. "Wir bekommen eine 7-Tage-Vorschau. Dort finden wir Temperaturen, etwaigen Eisregen und so weiter", so Anstadt weiter. Auch mittels Radio und Videotext verfolgen die Stadtmitarbeiter die Wetterprognose.

Der Betriebshof-Leiter weist darauf hin, dass die Stadt St. Ingbert mit einem abgestuften Streusystem arbeite. "Zuerst streuen wir die Hauptverkehrsstraßen. Da haben wir auch eine Verpflichtung gegenüber dem Landesamt für Straßenbau", erklärt er. In einem zweiten Schritt werden Busstrecken und Zubringerstraßen geräumt. Als letztes geht es dann in die reinen Wohngebiete. Anstadt: "Es kann auch schon mal sein, dass die ganz ruhigen Seitenstraßen erst einen Tag später an der Reihe sind." Der Gesetzgeber sieht Winterdienst auf den Straßen vor, bei denen die Fahrbahn gefährlich und vor allem verkehrswichtig ist. "Wir machen viel über die gesetzliche Verpflichtung hinaus", betont Anstadt.

Über Nacht ruht der Dienst Die Stadt St. Ingbert hat sieben Streufahrzeuge und drei Traktorenschlepper im Einsatz. Um 4 Uhr morgens geht es los. Anstadt: "Der Handstreudienst ist bis maximal 20 Uhr unterwegs, die Fahrbahnen werden bis spätestens 22 Uhr geräumt." Zwischen 22 und 4 Uhr gibt es keinen Winterdienst. Außer, die Polizei alarmiert den städtischen Winterdienst in besonders dringenden Fällen. Die Autobahnen werden 24 Stunden lang geräumt. Aber damit hat die Stadt nichts zu tun.

Im Winter 2012/2013 hatte die Stadt St. Ingbert 167 000 Euro Materialkosten und 323 000 Euro Personalkosten. "Das Personal war 8100 Stunden im Einsatz, die Fahrzeuge 3950 Stunden", erklärt Anstadt. Es habe allerdings auch schon Winter gegeben, da sei der Winterdienst kaum im Einsatz gewesen. Den Bürgern rät der Stadtmitarbeiter, sich auf die winterlichen Verkehrsverhältnisse einzustellen, die Autos nur mit Winterreifen zu nutzen und Vorsicht walten zu lassen.