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Der SRC Wiesental hat Chancen auf den Titel in der Regionalliga

Squash beim SRC Wiesental St. Ingbert : Für den SRC ist sogar noch der Titel drin

Wird die Saison in der Squash-Regionalliga fortgesetzt, kann sich der SRC Wiesental noch Chancen auf den Titel ausrechnen. Doch selbst wenn die Meisterschaft gelingt – Aufsteigen möchte der Verein nicht.

Und plötzlich waren die Wiesentaler Squash-Spieler heimatlos. Mitte März musste das Fitness- und Gesundheitszentrum flipflop in Rohrbach schließen. Da war der Ligenbetrieb für die Regionalliga-Mannschaft des SRC Wiesental St. Ingbert bereits unterbrochen. Komplett abgebrochen ist die Runde allerdings noch nicht. Das wäre auch schade für das Team, das beim Stopp der Spielzeit Platz drei belegte und sich noch Chancen auf die Meisterschaft ausrechnen durfte.

Mit dem bisherigen Saisonverlauf in der Regionalliga zeigt sich der erfahrene Wiesentaler Spieler Tobias Baab „bis auf einen kleinen Einbruch im Dezember“ zufrieden. Momentan dürften außer Spitzenreiter SFI Boasters Germersheim (31 Punkte) mit dem SC Rhein-Neckar (30 Zähler), Wiesental (29) sowie den SF Idar-Oberstein (28) noch vier Mannschaften auf Rang eins schielen. „Wir hätten sogar noch in den direkten Duellen gegen Germersheim und Rhein-Neckar aus eigener Kraft Meister werden können“, betont der Wiesental-Akteur, der beim Squash-Landesverband Rheinland-Pfalz/Saar auch Pressewart ist. Den Aufstieg wahrnehmen würde der Verein aber selbst im Falle der Meisterschaft nicht. Dazu seien die Spieler privat und beruflich „zu stark eingespannt“.

Ein Bundesliga-Comeback wird es für den Verein, der 1981 im Tennis- und Squash-Center Wiesental in Dudweiler als 1. SRC Wiesental gegründet wurde, also nicht geben. Der Verein war damals der erste Squash-Club im Stadtverband Saarbrücken. Der Umzug nach Rohrbach erfolgte Ende der 1990er Jahre. Nach der Fusion mit dem SC St. Ingbert begann der Durchmarsch von der Oberliga bis in die 1. Bundesliga. Der SRC Wiesental St. Ingbert war damit der erste erstklassige saarländische Squashclub. Insgesamt gehörten die Saarländer sechs Jahre lang der höchsten deutschen Spielklasse an. Der bislang größte Erfolg der Vereinsgeschichte wurde in der Saison 2004/05 mit dem Einzug in die Play-offs um die Deutsche Meisterschaft erreicht. Erst der spätere Titelträger Paderborner SC stoppte im Halbfinale mit einem 4:0-Erfolg den Höhenflug des Außenseiters. Nach der Spielzeit 2007/08 zogen sich schließlich die Wiesental-Squasher trotz des sportlichen Klassenverbleibs aus Personalgründen aus der 1. Liga zurück. Tobias Baab hat die Bundesligazeiten der Wiesentaler noch auf dem Court miterlebt und hält dem Verein bis heute die Treue. Er hat noch Resthoffnung, dass die laufende Saison zumindest in der Liga zu einem regulären Abschluss gebracht werden kann. „Die Fortführung des Saarlandpokals wurde bereits abgesagt. Man hat klar kommuniziert: Wenn es noch einmal irgendwann weitergehen kann, liegt der Fokus auf dem Ligaspielbetrieb“, weiß er.

Spätestens am 15. Juni soll eine Entscheidung darüber fallen, wie weiter verfahren wird. Es gäbe noch keine eindeutigen Tendenzen, wie das Prozedere bei einem Abbruch bezüglich des Auf- und Abstiegs aussähe. „In unseren Landesverbänden wird es auch vor dem Herbst keine Turniere geben. Die Einzelmeisterschaften sollen im Herbst oder Winter nachgeholt werden – sofern dies möglich ist“, sagt Baab.

Die Corona-Pandemie habe die Squashspieler genauso getroffen wie alle anderen Sportarten auch. „Uns erging es in den vergangenen Wochen nicht anders als allen anderen. Wegen der Beschränkungen habe ich von den anderen Jungs lange niemanden persönlich gesehen. Wir haben eben über Social Media Kontakt gehalten“, erzählt Baab.

Personalplanungen für die kommende Saison sind bei den Wiesntalern im Grunde kaum notwendig. Man setze bei den Aktiven in der nächsten Runde „im großen und ganzen auf einen identischen Kader“, sagt Baab. Das gilt auch für die zweite Mannschaft, die zum Zeitpunkt der Unterbrechung in der Oberliga Rang neun belegte und noch um den Klassenerhalt kämpft.

Simon Krewel (rechts) lief für den SRC Wiesental bereits in der Squash-Bundesliga auf. Auf diesem Archivbild aus dem Jahr 2008 ist er im Spiel gegen den SSC Koblenz im Einsatz. Krewel spielt wie Tobias Baab auch heute noch für den SRC. Foto: Michael Schanding

Auch wenn die Wiesentaler die Saison gerne zu Ende spielen würden, „mittelfristig geht es uns einfach darum, wieder in Rohrbach in den Court zurückkehren zu können“, sagt Baab. Das würde nämlich bedeuten, dass die Mannschaft des SRC Wiesental nicht mehr heimatlos ist.