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Der Obelisk steht wieder in St. Ingbert

Der Obelisk steht wieder in St. Ingbert

Seit einem Jahr laufen die Vorbereitungen für das filmische Großereignis in St. Ingbert: Nach Dortmund im vergangenen Jahr ist die Mittelstadt Schauplatz der 74. Deutschen Filmfestspiele „Obelisk 2016“. Vom 26. bis 29. Mai laufen insgesamt rund 800 Filmminuten aus verschiedenen Sparten bei diesem Festival des Kurzfilms.

Vom 26. bis 29. Mai wird ganz Deutschland auf St. Ingbert schauen, zumindest diejenigen Menschen im Land, die sich für gute Filme interessieren. Denn der Bundesverband Deutscher Film-Autoren (BDFA) veranstaltet in St. Ingbert die 74. Deutschen Filmfestspiele "Obelisk 2016". Seit 1937 wird die Veranstaltung immer in einer anderen deutschen Stadt ausgerichtet, im vergangenen Jahr war sie in Dortmund, 2017 wird sie in Radolfzell zu Gast sein.

Bereits 1957, 1977 und 1987 richtete der Landesverband des BDFA das Ereignis im Saarland aus, nun bereits zum wiederholten Male in St. Ingbert . "Die Stadt bringt sich bei der Vorbereitung kräftig mit ein", so Festivalleiter Jürgen Baquet, "denn das Allerwichtigste zum Ausrichten ist eine entsprechende Halle, die auch finanzierbar ist. Da haben wir mit der Stadthalle bereits gute Erfahrungen gemacht." Dort gebe es auch genügend Park- und gute Übernachtungsmöglichkeiten. "Mich hat ein älteres Ehepaar aus Lübeck angerufen, das lange nicht auf den Festspielen war. Als die beiden gehört haben, dass sie diesmal in St. Ingbert stattfinden, haben sie ihr Kommen zugesagt, denn sie erinnern sich gern an ihren letzten Besuch", so Baquet, der dies als Kompliment an die Stadt verstanden wissen will.

Dies hörte Oberbürgermeister Hans Wagner gern, der neben der Ministerpräsidentin die Schirmherrschaft übernommen hat. Bei diesem Kurzfilmfestival sind die Beiträge im Schnitt zwischen 12 und 14 Minuten, jedoch maximal 20 Minuten lang. Dabei werden in St. Ingbert die besten nichtkommerziellen Filme gezeigt, denn was hier über die Leinwand läuft, hat bereits drei Wettbewerbsebenen durchlaufen. Bei den jeweiligen Bundesfilmfestivals wurden die Streifen zuvor nominiert.

Ausgezeichnet mit Edelmetall

Meist sind es mit Edelmetall ausgezeichnete Filme, so dass sich die besten Filmer verschiedener Sparten in der Stadthalle versammeln. Insgesamt werden in drei Tagen 60 Filme in acht Blöcken gezeigt, so dass rund 800 Filmminuten zusammenkommen. Nach jedem Filmblock werden drei Experten in Sachen Film über die Filme sprechen, von denen jeder zwei Obeliske als Preis vergeben kann. Außerdem gibt es noch einen Ehren-Obelisk und einen Publikumspreis, der mit 500 Euro dotiert ist. Beim achten Filmblock, dem Minuten-Cup am Festivalsamstag, laufen nur Filme mit maximal 60 Sekunden Länge, bei dem immer zwei Filme im Duell gegeneinander antreten. In St. Ingbert wird auch der Beitrag ausgewählt, der beim Weltfilmfestival UNICA in diesem Jahr in Rumänien gezeigt wird. Alle Filmemacher bekommen für ihre Teilnahme eine Urkunde und eine Medaille, die am Sonntag bei der Abschlussveranstaltung von Nachwuchsfilmern übergeben werden. "Dies ist eine Wertschätzung der Leistung der jugendlichen Filmer, von denen es im Saarland viele gute gibt", so Baquet. Die auswärtigen Gäste erwartet ein Ausflugsrahmenprogramm, und auf der Stadthallen-Bühne werden Überraschungen mit Lokalkolorit und saarländischem Flair geboten.

Solch ein Ereignis bedeutet viel Organisation. Seit einem Jahr laufen die Vorbereitungen, an denen sich rund 30 Helfer beteiligten. Einige der ausrichtenden Filmclubs seien schon an der finanziellen Last einer solchen Veranstaltung zerbrochen, wie der Festivalleiter auf der Pressekonferenz am Donnerstag sagte. Diese Angst habe er nicht, dank Sponsoren und Fördergeldern kamen 10 000 Euro zusammen, die eine solide finanzielle Basis bilden. Der Eintritt ist frei.

obelisk2016.de