Der Ingo-Taler kann in den Stadtteilen nicht ausgegeben werden

Der Ingo-Taler kann in den Stadtteilen nicht ausgegeben werden

Ingotaler für Alters- und Ehejubilare? Die Ortsräte Oberwürzbach und Rentrisch sind, zumindest was die Stadtteile angeht, dagegen. Denn dort können die Jubilare, die ja meistens schon älter sind, die Taler nicht ausgeben.

. Der Verein Handel & Gewerbe hat im Dezember in Zusammenarbeit mit der Kreissparkasse Saarpfalz den Ingo-Taler auf den Weg gebracht. In einem Flyer der Sparkasse heißt es: "Ein Zahlungsmittel , das nur in St. Ingbert ausgegeben werden kann, lässt die Kaufkraft dort, wo sie der Stadt am meisten nutzt - in den zahlreichen Geschäften in St. Ingbert. Damit wird der Ingo-Taler zu einer prima Geschenkidee." Das fand auch die CDU-Fraktion im Stadtrat, die in einer Sitzung des Ausschusses für Finanzen, Wirtschaft und Biosphäre darum warb, die Geldpräsente der Ehe- und Altersjubiläen sowie des Willkommensgeldes in der Stadt auf eben jene Taler umzustellen. Anreiz dafür sollte sein, einen entsprechenden Grundumsatz zu generieren, so dass leicht ein Gesamtvolumen von mehrere zehntausend Euro in den Geschäften erreicht werden könne.

In den Erläuterungen der Verwaltung an die Ortsräte von Oberwürzbach und Rentrisch wurde darauf hingewiesen, dass Alters- und Ehejubilare in der Kernstadt Biosphärenkisten, also Sachzuwendungen, erhalten und nur in den Stadtteilen Geldpräsente gewährt werden. Deshalb regte die Stadt an, die Änderung über die Gratulationspraxis den Ortsräten zu überlassen. Sie strebt jedoch eine einheitliche Handhabung an, da aufgrund begrenzter Kapazitäten im Standesamt ein zu hoher Verwaltungsaufwand entstehe.

Doch der gut gemeinte Vorschlag zur Vereinheitlichung der Geschenke und Ankurbelung des Umsatzes stieß bei den Mitgliedern der Ortsräte Oberwürzbach sowie Rentrisch nicht auf Gegenliebe. Wurde der Ingo-Taler prinzipiell auch als gute Idee empfunden, sprachen sich doch beide Ortsräte gegen eine Umstellung aus. Grund sind in beiden Fällen, dass der Ingo-Taler in den Geschäften der Stadtteile nicht ausgegeben werden könne. Das zeigt auch ein Blick in die Liste der beteiligten Läden, die den Mitteilungen zu den Ortsratssitzungen beigefügt war. Noch nicht einmal bei der Sparkasse in Oberwürzbach gibt es die Möglichkeit, die Taler in Bares umzutauschen, um es dann vor Ort auszugeben.

"Sollten wir uns dafür entscheiden, hätten die Leute ein Säckchen mit Talern, das sie hier nicht ausgeben können", so Rentrischs Ortsvorsteher Dieter Schörkl (CDU ), "wir haben ja nicht mal eine Wirtschaft." Gerade den hochbetagten Jubilaren wolle man es nicht zumuten, zum Ausgeben der Taler nach St. Ingbert zu fahren. "Dann landen die Ingos bei den anderen Familienmitgliedern der Jubilare, das kann es ja auch nicht sein", so ein Rentrischer Ortsratsmitglied. "Wir wollen die Selbstständigkeit, was wir schenken, auch nicht aus der Hand geben", so Nadine Müller (CDU ), "schließlich kennen wir die Jubilare am besten und können gezielt schenken."