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Dennis Bauer aus St. Ingbert ist Kickboxweltmeister

Kickboxen : St. Ingbert hat einen Kickbox-Weltmeister

Dennis Bauer wird in der dritten Runde auf den Ringboden geschickt – und gewinnt dennoch den WM-Titel in Nürtingen gegen den Heidelberger Max Kauthe.

Als das blaue Handtuch aus der gegnerischen Ecke auf dem Ringboden landete, brüllte Dennis Bauer seine Freude in die Nürtinger Stadthalle, spuckte seinen Mundschutz aus und sank auf die Knie. Der St. Ingberter hat am Samstagabend in Baden Württemberg den Kampf um die Kickbox-Weltmeisterschaft der WKU (World Kickboxing and Karate Union) in der Gewichtsklasse bis 90 Kilo mit einem Sieg gegen den Heidelberger Max Kauthe gewonnen.

Eigentlich hätte Bauer vom Martial Art & Sport Gym St. Ingbert in Nürtingen gegen den amtierenden Titelträger Massimo De Lorenzo antreten sollen. Weil der wegen einer Grippe passen musste, war der 20-jährige Kauthe nur einen Tag vor dem Kampf eingesprungen. Doch auch mit seinem Ersatzgegner hatte Bauer alle Hände voll zu tun, schien in der dritten und vierten Runde sogar auf die Verliererstraße zu geraten. Dabei hatte für den 30-jährigen St. Ingberter alles so gut angefangen.

Bauer begann die erste Runde mit viel Dampf in Fäusten und Beinen, ließ die zaghaften Angriffsbemühungen seines Gegners oft ins Leere laufen und punktete aus der Rückwärtsbewegung mit den klareren und kraftvolleren Aktionen. Einzige Ausnahme: Mitte der Runde landete eine harte Rechte an der Schläfe von Bauer. Und dennoch: Der Auftakt ging klar an den St. Ingberter. Und auch den zweiten Durchgang sicherte sich der achtfache Amateurweltmeister deutlich. Zwar agierte Bauer defensiv etwas zu offen, kassierte den einen oder anderen Treffer. Doch spätestens als ein mörderischer Kick gegen Kauthes Bauch dem Heidelberger die Luft raubte, hatte der Saarländer Oberwasser. Kauthe taumelte nach dem Gong in seine Ringecke, das Ende schien zu diesem Zeitpunkt nur noch eine Frage der Zeit. Doch der Schein trog. Mit dem Mute der Verzweiflung rannte Kauthe in der dritten Runde an – und hatte damit Erfolg. Der Heidelberger deckte Bauer mit Rechts-Links-Kombinationen ein. Als Mitte der Runde ein Knie-Kick am Kopf von Bauer einschlug, versuchte der St. Ingberter den Treffer zwar wegzulächeln – doch er war angeschlagen. Kauthe stellte Bauer an den Ringseilen. Der St. Ingberter feuerte zwar aus allen Rohren zurück, ging aber nach einem Tritt seines Gegners in die Bauchpartie zu Boden. Bauer wurde angezählt, war aber sofort wieder auf den Beinen.

„Ich neige dazu, mir manchmal harte Dinger geben zu lassen. Zum Teil weil ich es mag, zum Teil um dem Gegner die Ausdauer zu nehmen“, sagte Bauer nach dem Kampf dem saarländischen Rundfunk. Doch sein Gegner zeigte zunächst keine Ermüdungserscheinungen. Kauthe dominierte auch den Beginn der vierten Runde, zwischenzeitlich verlor Bauer sogar seinen Mundschutz. Zwar ging dem Heidelberger gegen Ende der Runde etwas die Luft aus – doch auch den vierten Durchgang gewann er deutlich. „Jetzt geht es darum, wer den größeren Willen, den größeren Biss hat. Wer kann die letzten Körner mobilisieren“, fragte der Kommentator des Senders, der das Gefecht auf dem Internetsender fights24.de übertrug. Und mehr Körner hatte Dennis Bauer. „Ich wusste, dass ich die Reserven habe, noch eine Runde zu gehen“, sagte er.

Der St. Ingberter deckte seinen Gegner in der finalen fünften Runde mit starken Kombinationen ein und stellte seinen Gegner an den Seilen. Nach einem Tritt gegen dessen Bauch sackte Kauthe auf dem Ringboden zusammen. Wenige Sekunden später flog das blaue Handtuch zum Zeichen der Aufgabe aus der Ecke des Heidelbergers. Der Rest war der langgezogene Schrei der Freude von Titelträger Dennis Bauer.