Denkmalschutz bremst den Umbau

Die Arbeiten an der alten Baumwollspinnerei in St. Ingbert dauern an. Der Denkmalschutz und die Verschiebung der Verantwortlichkeiten bremsten aus, erklärt Mediator Dieter Quack im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt.

Noch immer können die "Weisgerber" nicht ins Museum der Alten Baumwollspinnerei in St. Ingbert einziehen. Zwar wird an dem alten Industriebau gearbeitet, aber man sei mit dem Bauzeitenplan "völlig hintendran", wie Margret Welsch von der Abteilung Stadtentwicklung sagte. Runde neun Monate, um genau zu sein. Geschichte ist wohl damit auch die noch bei einer Pressekonferenz vor einem Jahr von Walter Eberhardt von der Ottweiler Baugesellschaft (OBG) gemachte Aussage, dass eine Fertigstellung im Frühjahr 2016 denkbar ist. Denkbar ist es, realistisch ist es nicht. Das dachte bei der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt nicht nur jeder, das wurde so auch in aller Deutlichkeit von Mediator Dieter Quack und vor allem von Margret Welsch gesagt. Zwar seien im Inneren neben einigen anderen vorbereitenden Maßnahmen die Mauerwerkswände im Unter- und Erdgeschoss verputzt, und man arbeite nun im zweiten Obergeschoss, wo das Museum seine künftige Heimat finden soll, doch der Denkmalschutz bremse die Arbeiten aus. Denn die Abstimmung mit dem Landesdenkmalamt (LDA) bezüglich der Fenster- und Fassadeninstandsetzungsarbeiten dauerten noch an.

"Es ist nicht so, dass die Arge nicht will", so Quack auf die Frage von Dominik Schmoll (Wir für St. Ingbert ), ob diese, was die Aktualisierung des Bauzeitenplanes betrifft, nicht wolle oder könne. "Aber nicht geklärte Fragen beim Denkmalschutz und die Verschiebung der Verantwortlichkeiten bei den Beteiligten sorgen für Verzögerungen", äußerte Quack gegenüber dem Ausschuss, "und wenn gestritten wird, geht es darum, ob eine Sache Gegenstand des Vertrages ist oder ob es sich um einen Nachtrag handelt." Dies alles bedarf der Abstimmung, bevor es weitergehe. Die Beantragung von Bundesmitteln für die historischen Fenster über das LDA dauere bereits ein Jahr und stelle ein Hemmnis für den Bau dar. "Wenn das Dach gemacht ist und die Fassade, dann lässt sich das Bauvorhaben nicht mehr stoppen", so Rechtsanwalt Quack. Wie Margret Welsch sagte, kommen die Dachträgerarbeiten voran, was vor dem Winter wichtig sei. Wenn im Inneren der Spritzputz fertig sei, der in rund zwei Wochen aufgetragen werde, könne anschließend mit der Montage der Technik begonnen werden. Das sei der nächste Meilenstein. "Die Stadt oder ich sind da nicht Herren des Geschehens, deshalb können wir auch keine Zeiten nennen", bedauerte Welsch. Aber genau die wollten die Sitzungsteilnehmer hören. Da die Arge bisher noch keinen neuen Bauzeitenplan vorgelegt habe, müsse man Mitte nächsten Jahres als Fertigstellungstermin annehmen. "Den 30. August 2016 werden wir nicht schaffen, diese Prognose wage ich abzugeben", so Margret Welsch.

Dann wurde es doch noch konkreter: Die Haustechnik ist bestellt, der Aufzug war eingelagert und wird nun eingebaut, die Lüftungsanlage ist bereits vorgefertigt.