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Denkmalpreis für Unternehmen aus Hassel

Denkmalpreis für Hasseler : Gutes Handwerk kann Denkmäler retten

Die Hasseler Rebmann und Gehring GmbH hat für die Sanierung eines Bauernhauses in Saarbrücken einen Bundespreis bekommen.

„Vorher wussten wir von gar nichts“: Umso erfreuter war Thomas Rebmann nach der Bekanntgabe. Der Geschäftsführer der Rebmann und Gehring GmbH aus Hassel nahm Mitte November in der Staatskanzlei in Saarbrücken eine tolle Ehrung entgegen. Das Unternehmen wurde für die Mitarbeit an einem Objekt in St. Arnual mit dem „Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege“ ausgezeichnet. Genauer gesagt erhielten die Bauherren des Anwesens Arnulfstraße 21 einen mit 5000 Euro dotierten Preis, die daran beteiligten Handwerker wurden je mit einer Urkunde geehrt. „Das war überraschend und schön“, sagt Thomas Rebmann. Denn immerhin fanden die Arbeiten an dem Bauernhaus bereits 2013 und 2014 statt. Der Preis wird aber nur alle acht Jahre in je zwei Bundesländer vergeben. Neben dem Saarland war diesmal Baden-Württemberg dabei.

Die Rebmann und Gehring GmbH startete 1973 als normale Dachdeckerfirma. So wurde an dem Haus in St. Arnual, von dem Teile noch aus dem Dreißigjährigen Krieg stammen, das Dach erneuert und das Gebälk ertüchtigt und, wo nötig, ergänzt. „Das wurde von den Bauherren mit dem Architekten Igor Torres alles minutiös geplant“, erklärt Thomas Rebmann. Das Dachgebälk, größtenteils Eichenholz, war in einem desolaten Zustand. Eine Zwischendecke wurde entfernt und in einem anderen Bereich unter Verwendung der alten Deckenbalken neu aufgebaut. In Zusammenarbeit mit dem Architekten und dem Statiker gelang es, mit teilweise traditionellen handwerklichen Verbindungen und ergänzend mit modernen Elementen, die Tragkonstruktion zu retten beziehungsweise zu stabilisieren. „Wir wurden unter anderem auch prämiert, weil wir das Dach im alten Zustand belassen konnten“, erklärt er. Das umfasse beispielsweise, dass sowohl am Haupthaus als auch an den beiden Anbauten die Dachführung nicht begradigt wurde. So bleibt der Ursprungscharakter als Bauernhaus mit erhalten.

Das Unternehmen wurde bereits mehrfach ausgezeichnet. So erhielt es 2002 ebenfalls den Bundespreis für die Dacharbeiten an der Arbeitersiedlung Alte Schmelz. Ein Jahr später erhielt es eine Anerkennung beim Saarländischen Denkmalpflegepreis für das Engagement an Denkmälern im Saarpfalz-Kreis. Andere denkmalpflegerische Objekte, an denen das Unternehmen arbeitete, sind beispielsweise das Kreisständehaus in Saarbrücken, eine Direktorenvilla in Carling, die Möllerhalle in St. Ingbert („Da war alles krumm und schepp“) und die Brebacher Kirche. Dort war die Herausforderung, dass an den seitlichen Dachabschlussgiebeln Walzblei mit anspruchsvoller Schweiß- und Verlegetechnik verarbeitet wurde. „Dafür belegten wir extra einen Kurs bei einem Fachbetrieb in der Eifel“, so Thomas Rebmann. Er führt das Unternehmen seit 1992 in der zweiten Generation. Sein Vater Karl und dessen Geschäftspartner Edwin Gehring hatten es einst gegründet. Gehring übergab 2001 die Führung komplett an den jetzigen Chef. Gehrings Neffe, Thomas Brück, wiederum übernimmt den Betrieb in diesem Jahr. Zwischen vier und sechs Mitarbeiter beschäftigt die GmbH und ist somit laut Eigenwerbung „ein prosperierender Kleinbetrieb“. Eine große Expansion war laut Rebmann aber auch nie geplant. „Dafür gehe ich viel zu gerne selbst mit raus auf die Baustelle“, erklärt er.

Von Hause aus ist Thomas Rebmann Dachdeckermeister und Diplom-Ingenieur Fachrichtung Architektur. Zu den wichtigen Kunden gehören unter anderem in der Denkmalpflege arbeitende Architekturbüros, die Firma Festo, die Stadt St. Ingbert und Saarstahl. Und natürlich viele Privatkunden, wo neben Hausdächern auch Dächer von Garagen gedeckt und Arbeiten wie Rinnenreinigung ausgeführt werden. Facharbeiter seien tatsächlich schwer zu finden, deswegen sucht auch er derzeit nach Verstärkung im Team.