Dengmert schreibt jetzt die Biewel ab

Dengmert schreibt jetzt die Biewel ab

Bürger sind eingeladen, sich an dem Projekt zu beteiligen.

Die Martin-Luther-Kirche hat für 2017, dem Jubiläumsjahr der Reformation, etwas ganz besonderes geplant. "Dengmert schreibt die Biewel ab" heißt das Projekt, "bei dem viele Menschen aus ganz unterschiedlichen Kontexten eingeladen sind, sich zu beteiligen", so Pfarrerin Michelle Scherer. Ideengeber Jörg Henschke, Jugendpfleger der Stadt St. Ingbert und Presbyter der Martin-Luther-Kirchengemeinde, stellte das Projekt zunächst während einer Sitzung des Presbyteriums vor. "Zur Jahrfeier der Reformation wurde in mehreren Kirchengemeinden in der Vorderpfalz je ein Buch der Bibel abgeschrieben. Mit der Aktion wird daran erinnert, dass es der Verdienst von Martin Luther war, dass die Bibel erstmals in die deutsche Sprache übersetzt wurde. Dadurch konnten auch gebildete Menschen, die kein Latein lesen konnten, den Inhalt der Bibel verstehen." Allerdings sorgte dies zunächst für Verwirrung, verstanden Scherer und Elke Doepke, stellvertretende Vorsitzende des Presbyteriums, die Anregungen Henschkes als Versuch einer Übersetzung ausgewählter Bibelstellen. "Als uns nach und nach klar wurde, um was es sich handelt, wurde die Idee zu einem Selbstläufer", erklärt Doepke. Man wolle bestimmte Textstellen abschreiben, wobei jeder der individuellen Kreativität freien Lauf lassen könne. Mundart, Sütterlin, Ergänzungen des Texts durch Zeichnungen oder Verzierungen - die Möglichkeiten seien vielfältig. "Zeichnungen sind aber nur eine Ergänzung. Wichtig ist, dass der Text vorhanden ist", betont Doepke. Scherer weist darauf hin, dass das Projekt nicht auf die Martin-Luther-Gemeinde begrenzt sei: "Es ist offen für alle Christen. Alle könne mitmachen, ohne Beschränkung. Es soll ja eine Bibel speziell für St. Ingbert werden und nicht nur für unsere Gemeinde". Es sei laut Doepke außerdem schön, wenn jeder Teilnehmer seinen Namen unter die jeweilige Abschrift notiere, so dass beispielsweise auch "die Eltern oder Großeltern sehen, was ihre Kinder kreiert haben". So haben die Konfirmanden bereits einige Textstellen abgeschrieben. Das Projekt richte sich auch an Schulen und Personen aus der Öffentlichkeit, wie den Oberbürgermeister. Des Weiteren erhoffen sich die Initiatoren, dass die Bürger sich intensiver mit der Schrift beschäftigen und der Inhalt zu weiteren Überlegungen und Diskussionen auch hinsichtlich heutiger Themen anrege. Offizieller Start ist Ostern, das vollendete Werk solle während des Gemeindefestes am 25. Juni vorgestellt werden.

Zum Thema:

Die persönliche Textstelle sowie weitere Informationen kann man in der Martin-Luther-Kirche oder im Gemeindebüro Tel. (06894) 3 46 23 erhalten. Spätester Abgabetermin ist Sonntag, 11. Juni.