DDR-Hymne erklingt im Kuppelsaal

Traumstart für die St. Ingberter Kirmes: Rund um das Rathaus startete am Samstagabend die große Herbst-Sause. Vor den Imbiss-Ständen und Fahrgeschäften bildeten sich im Mondschein lange Schlangen.

Auch wenn die Temperaturen eher in Richtung Weihnachtsmarkt tendierten, elektrisierte die Kirmes die Massen. "Es ist richtig gut was los", freute sich Oberbürgermeister Hans Wagner, der am frühen Abend schon drüber spazierte und die Augenzeugen der Eröffnungsfeier an seiner Erleichterung teilhaben ließ, dass diesmal das Wetter mitspielte, was seine Vorfreude auf das Feuerwerk noch einmal ansteigen ließ. Vorher sollte er aber noch einmal im Blickpunkt stehen, als er ankündigte, das Fass mit einem Schlag anzustechen. Einen Schlag benötigte er tatsächlich nur - um dann allerdings den Zapfahn anstelle eines gefüllten Bierkruges in der Hand zu halten.

Trocken war also das Wetter, trocken war auch der Humor, mit dem der Vorsteher des Ortsteils Mitte, Ulli Meyer, die Kerweredd garnierte. Geeignete Themen zu finden, die er mit einer gesunden Portion Galgenhumor würzte, dürfte nur halb so schwer gewesen sein wie einen neuen Partner für seinen Auftritt auf der winzigen Bühne im Kuppelsaal. Denn am Samstagmorgen musste die stellvertretende Ortsvorsteherin Bärbel Klenner gesundheitsbedingt ihren Auftritt absagen. Ordnungsamts-Chef und Kirmes-Organisator Josef Matuschek nahm stattdessen Klenners Platz ein. Der Musikverein Hochscheid-Reichenbrunn begleitete die offizielle Eröffnung.

Meyer gab gleich eine Empfehlung für die nächste Kommunalwahl: "Der Schröder und die Merkel haben zugelegt, nachdem der Elbfluss über die Ufer getret'." Ähnliches müsse sich doch auch mit dem Großbach hinbekommen lassen. Erst Fluten und dann schauen, welche Partei sich für die Hochwasser-Geschädigten am meisten einsetzt.

In diesem Stil machte Meyer weiter: "Jeder Kommune geht es gut, wenn der Schornstein rauchen tut. Und sogleich gehen meine Gedanken durch die Stadt, die noch einiges zu sprengen hat. Hinter all' diesen Sprengsätzen steckt eine Vision - auferstehen aus Ruinen heißt der Plan." Kaum sprach er es aus, erklang auch schon die Hymne der früheren DDR.

Josef Matuschek brachte eine Brücke vom Rathaus zum gegenüberliegenden Landesverwaltungsamt ins Spiel - schließlich wird dort noch über den Doppelhaushalt entschieden. Diese und die weiteren angesprochenen Themen ließen Meyer und Matuschek in einem neuen Stadtwappen münden.