Das Wetter bestimmt die Nachfrage

St. Ingbert. Die Einzelhändler in der Innenstadt trennen sich zu Schleuderpreisen von T-Shirts, kurzen Hosen, Kleidern oder Bademoden. Preisnachlässe bis zu 70 Prozent sind keine Seltenheit in diesen Tagen. Es ist Sommerschlussverkauf. "Die Bestände an Sommerkleidung sind hoch, der Sommer war ja nix", sagt Woolworth-Filialleiter Michael Simon

St. Ingbert. Die Einzelhändler in der Innenstadt trennen sich zu Schleuderpreisen von T-Shirts, kurzen Hosen, Kleidern oder Bademoden. Preisnachlässe bis zu 70 Prozent sind keine Seltenheit in diesen Tagen. Es ist Sommerschlussverkauf. "Die Bestände an Sommerkleidung sind hoch, der Sommer war ja nix", sagt Woolworth-Filialleiter Michael Simon. In dem Kaufhaus an der Kaiserstraße hat der Sommerschlussverkauf am Montag erst begonnen, Aussagen über die Resonanz konnte Simon deshalb noch nicht treffen. So viel ließ er aber dann doch durchblicken: "Ich denke schon, dass der Kunde das ein oder andere Schnäppchen machen kann."Ein Stück in Richtung Fußgängerzone ist der Schlussverkauf schon etwas weiter. Beim Textildiscounter Zeeman läuft der SSV bereits in der dritten Woche. "Wenn das Wetter mitspielt, nehmen die Kunden unsere Angebote auch an", sagt Filialleiterin Cornelia Uth. Sprich: Wird's warm, dann wird gekauft. Ein Ende der Schnäppchenwochen hat sie noch nicht ins Auge gefasst, denn auch bei Zeeman sind die Bestände an Sommerkleidung ungewöhnlich hoch. Uth: "Man merkt, dass es lange Zeit zu kalt war."

Sportgeschäft-Inhaberin Gabi Reichrath hat hauptsächlich Wanderbekleidung, auf die es 50 Prozent gibt, Bademode und T-Shirts im Preis heruntergesetzt. Den überwiegend feucht-kalten Sommer bekam sie nicht zu spüren. "Badesachen gehen eigentlich immer gut", sagt sie. Logisch: Ist es fürs Freibad zu kalt, geht man ins Hallenbad. Die Badehose muss mit. Oder die St. Ingberter kaufen vor der Urlaubsreise noch schnell eine neue Badehose.

Schnäppchenjäger sollten auch die Modeboutique CBR Companies auf dem Zettel haben. Auch hier ist der Preis für Frühjahr und Sommerware um bis zu 70 Prozent eingebrochen - auch wenn die Inhaberin, die nicht genannt werden möchte, ihren Ausverkauf an Saisonkleidung gar nicht als klassischen Sommerschlussverkauf sieht: "Im Angebot haben wir immer etwas. Deshalb haben wir uns auch kein Ende gesetzt."

Die Textilkette H&M beteiligt sich mit ihrer im November 2011 eröffneten Filiale erstmals am SSV in der Kaiserstraße. Wie das Geschäft dort konkret läuft, teilte die Pressestelle in Hamburg nicht mit, ließ aber durchblicken: "Wir sind mit dem aktuellen Sale sehr zufrieden. Die Angebote werden von unseren Kunden sehr positiv aufgenommen." Deutschlandweit gibt es auf Kinder-, Damen- und Herrenbekleidung zwischen 20 und 40 Prozent Rabatt.

Der schwedische Konzern hat die Konkurrenz in Sichtweite: Schräg gegenüber läuft bei C&A das gleiche Prozedere. Schon Ende Juni lief das saisonale Schlussgeschäft langsam an. "Bei uns gibt's 20 Prozent auf bereits reduzierte Ware", erklärt Filialleiterin Sarah Schwarz. Billiger zu haben sind Sommerklassiker wie T-Shirts, kurze Hosen oder Kleider. Schwarz ist zufrieden: "Die Kunden greifen je nach Wetterlage zu. Ist es draußen frisch, verkaufen wir mehr Herbstware." Irgendwie typisch für einen Sommer, der keiner war.